Qualmprofessor Ropohls verquere Generalabrechnung mit dem „Antiraucherstaat“.

Günter Ropohl ist uns bereits früher durch hochgradig verwirrte textliche Ausarbeitungen aufgefallen, die dem ungehinderten Tabakdrogenkonsum munter das Wort redeten und dabei vor zutiefst abwegigen Einlassungen, die die meisten Normalmenschen durchaus mit dem Attribut „hirnrissig“ belegen würde, nur so strotzten. Hier der Verweis auf unsere entsprechenden Besprechungen:

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Nun hat dieser notorische Tabakapologet also seinen neuesten Unsinn vorgelegt. Er tut dies wie immer auf einer im Internet erscheinenden Publikation, seinem bekannten Hauskanal „novo-argumente„, auf dem so ziemlich jeder Stuss verbreitet werden darf, egal, wie abwegig er auch sei, vorausgesetzt der Autor spricht sich für den unbeschränkten Tabakdrogenkonsum aus.

In diesem neuerlichen, wiederum auf intellektuell unterirdischem Niveau angesiedeltem, Pamphlet versucht Ropohl zu Beginn irgendwelche kruden Begründungen dafür zu finden, dass das Tabakrauchen, das er verharmlosend als „Genussverhalten“ fehldeutet, doch bitteschön unter den Schutz des Allgemeinen-Gleichstellungs-Gesetzes („Antidskriminierungsgesetz“, AGG) zu fallen habe. Eine gewisse Sprachlosigkeit beim nicht ganz rechtsunkundigen Leser dürfte vielfach die unmittelbare Folge dieser gerade vorgetragenen Forderung sein.

Wie rechtfertigt dieser kaum ernstzunehmende Autor nun sein hanebüchenes Ansinnen?

Zu Beginn seines Pamphletes versucht sich Ropohl erst einmal an einer Gesetzesauslegung und möchte seinem Leser erklären, welche persönlichen Eigenschaften eines Menschen vom Allgemeinen-Gleichstellungs-Gesetz grundsätzlich erfasst sind und damit unter den Schutz vor Diskriminierung gestellt werden. Er nennt dabei den Gesetzestext zitierend „die Rasse und ethnische Herkunft, das Geschlecht, die Religion und Weltanschauung, eine Behinderung, das Alter und die sexuelle Identität“.

Soweit so, gut. Alles noch korrekt. Anschließend versucht Ropohl jedoch über den letzten genannten Punkt, also dem Sexualverhalten, einen Bogen zum Rauchen zu schlagen, indem er herleitet, dass beispielsweise beim sexuellen Verhalten eben nicht abschließend definiert sei, ob dieses genetisch veranlagt oder im Laufe des Lebens erworben sei. Und genau so verhalte es sich laut Ropohl bei der Religion, die ja dem Individuum ebenfalls nicht angeboren sei. Und, man fürchtet es, er kommt sofort und ohne weitere Umschweife zur ultimativ dümmlichen gedanklichen Verbindung, nämlich indem er unzulässigerweise aber dafür dumm und mit Unverstand den Bogen zum Rauchen schlägt.

Auf diesem Wege versucht unser Qualmprofessor nun nämlich zu begründen, dass nicht nur angeborene Eigenschaften einer Person unter das Gleichstellungsgesetz fallen müssten sondern alle spezifischen Eigenheiten und Verhaltenspräferenzen, die einem Menschen innewohnen ebenfalls durch das AGG geschützt sein müssten. Ein haarsträubender Schluss, der Ropohl da unzweifelhaft „gelingt“. Und mit diesem wenig überzeugenden Kunstgriff schlägt er dann sogleich den Bogen zu seiner eigenen Droge. Denn auch das Rauchen sei bekanntermaßen, wie Religion und Sexualverhalten, nicht angeboren sondern im Laufe des Lebens erworben.

Die Frage, die man sich als logisch denkender Mensch dabei nun zwangsläufig stellen muss, ist aber schlussendlich ob es darauf überhaupt ankommt. Und das tut es sicher nicht. Denn aus seinem irrationalen und nur krampfhaft wirkenden Analogieschluss leitet Ropohl in seiner abwegigen Sichtweise mit der ihm eigenen „Logik“ ab, dass auf dem von ihm gezeigten Wege auch sämtliche kulturelle Unterschiede zwischen den Menschen unter den Schutz des AGG fallen müssten, denn der Mensch sei ja zuvorderst ein Wesen mit einer „kulturellen Identität“. Das mag zwar durchaus richtig sein, aber hier unterläuft Ropohl der nächste schwere intellektuelle Lapsus, indem er ableitet, dass der eigene Lebensstil (in diesem Falle das Rauchen von Tabak) zwangsläufig ein Bestandteil dieser kulturellen Identität sei und daher auch ein schützenswertes individuelles Rechtsgut darstelle. Und das ist wohl nicht mehr als ein riesengroßer und über alle Maßen lächerlicher Unsinn, den Herr Ropohl da von sich gibt.

Des Weiteren ist natürlich die grundsätzliche Frage zu stellen, ob es sich beim Inhalieren von Tabakschwelgasen überhaupt um eine Kulturtechnik handelt oder um vielmehr nur die schlichte Aufnahme eines Suchtstoffes in den Körper des Süchtigen. Ebensowenig wird man das Spritzen von Heroin als kulturelle Komponente menschlichen Lebens auffassen wollen. Zumindest so lange man nicht selbst „an der Nadel“ hängt.

Warum ist Ropohls Argumentation nun so abwegig?

Zuerst einmal ist es eben nicht Sinn des AGG alle Eigenschaften und bevorzugten Verhaltensweisen eines Menschen umfassend zu schützen sondern nur jene, die nach herrschender Meinung einen wichtigen Teil seiner Persönlichkeit ausmachen und die den Menschen und sein Leben so zentral bedingen, dass eine darauf basierende Ungleichbehandlung vom heutigen Menschenbild her betrachtet einen unzulässigen Eingriff in die Rechte des Individuums darstellen würde.

Der vom AGG umfasste Schutzbereich entspringt also einem besonderen Menschenbild des Gesetzgebers, das selbstredend nicht umfassend alle spezifischen und individuellen Merkmale des Daseins erfassen muss, sondern nur jene, die nach derzeitiger Auslegung zentral die Persönlichkeit des Menschen berühren. Also werden daher nur jene Bereiche des menschlichen Seins erfasst, die als unabdingbar für die eigene Identität zu gelten haben. Und nach heutiger Definition zählt eben das krankhafte Verlangen, in regelmäßigen Zeitabständen eine bestimmte Droge in den eigenen Organismus aufnehmen zu müssen, nicht dazu. So umfasst der Schutzbereich des Allgemeinen-Gleichstellungs-Gesetzes eben nicht das Bedürfnis bestimmter Menschen, z. B. regelmäßig Alkohol zu konsumieren, Heroin zu spritzen oder Tabak zu rauchen.

Von daher unterfällt natürlich auch der Schutz des „individuellen Lebensstiles“ wie Ropohl fordert, eben nicht dem Schutz des Gesetzgebers. Denn dieser Bereich wäre sowieso viel zu weit gefasst, um ihn rechtlich greifen zu können. Und würde man dies versuchen, würde dann aber wiederum mit höchster Wahrscheinlichkeit in unzulässiger Weise in die Rechte anderer Menschen, die diesen Lebensstil nicht pflegen oder sich sogar an ihm stören oder von ihm negativ betroffen sind, eingegriffen. Welcher Lebensstil dann zu schützen wäre, dürften in der Folge regelmäßig die Gerichte entscheiden, die dann im Zuge einer Rechtsgüterabwägung den Lebensstil des einen gegen jenen das anderen aufwiegen müssten. Man sieht also, dass Lebensstil eben nicht durch ein Antidiskriminierungsgesetz zu schützen ist.

Wie grotesk die Forderung von Ropohl ist, zeigt ein Beispiel: Man stelle sich in diesem Zusammenhang nur einmal vor, was passieren würde, wenn ein Mensch erklären würde, Exhibitionismus gehöre zu seinem „individuellen Lebensstil“ und er habe daher fürderhin das unveräußerliche Recht, im Stadtpark jederzeit sein Mäntelchen zu öffnen, Frauen seinen mehr oder weniger stark erigierten Penis zu präsentieren und er sei aufgrund seiner unstreitig vorhandenen Verhaltenspräferenz, die ja ein wichtiger Teil seiner Persönlichkeit und „individuellen Kultur“ sei, aus diesem Grunde straffrei zu stellen. Die Lacher wären sicher auf der Seite dieses Menschen, Staatsanwaltschaft und Gerichtsbarkeit wären es vermutlich nicht.

Nachdem Ropohl sich nun an der Legaldefinition des Diskriminierungsbegriffe auf seinen hoffnungslosen Irrwegen wandelnd weidlich abgearbeitet hat, kommt er zu seinem nächsten Thema: Warum Rauchern heute angeblich das „Recht auf selbstbestimmte Lebensführung vorenthalten“ würde.

Der Begriff „haarsträubend“ könnte in diesem Zusammenhang durchaus als untertrieben aufgefasst werden angesichts des von Ropohl verkündeten Unsinns. Spätestens an dieser Stelle ereilt den geistig normalen Menschen nämlich der Wunsch, den eigenen Kopf derart heftig zu schütteln, dass die vollkommen verqueren Gedanken des Herrn Ropohl mit Hilfe der Zentrifugalkraft möglichst schnell aus den eigenen Gehirnwindungen wieder hinausbefördert werden. Aber es hilft nichts, als Rezensent muss man sich eben mit den mehr oder weniger geistigen Ergüssen dieses Autors beschäftigen. Lassen wir also die Radialbeschleunigung einstweilen ruhen und wenden uns wieder Herrn Ropohl und seinen wirren Thesen zu.

Besonders grotesk wirken seine gesamten Einlassungen insbesondere dann, wenn er versucht, dem Tabakkonsum positive Seiten abzugewinnen. Dabei kann man durch seine vollkommen abwegige Art des Vortrages einen deutlichen Schluss auf seine Nikotinabhängigkeit ziehen. Diese muss exorbitant hoch sein. Einige Beispiele sollen dies belegen. So führt er an einer Stelle folgenden Satz ins Feld:

„Das Tabakrauchen bringt natürlich gewisse Risiken für die körperliche Gesundheit mit sich,[…]“

Dieses pathologische Herunterspielen von tödlichen Risiken des Tabakkonsums und der Versuch, sie hinter Floskeln wie „gewisse Risiken“ zu verstecken, zeugt von einer fast nicht mehr zu steigernden Ignoranz den Fakten gegenüber. „Gewisse Risiken“, darunter fassen normale Menschen Dinge zusammen, wie das Erkranken an einer Grippe, einen Beinbruch zu erleiden oder einen Magen-Darminfekt. Aber keinesfalls das Risiko, einen tödlichen Lungenkrebs, einen Herzinfarkt in mittlerem Lebensalter oder einen Schlaganfall mit noch nicht einmal 40 Jahren zu erliegen. Von den zwei Dutzend anderen schweren und schwersten Krankheiten, die in Zusammenhang mit dem inhalativen Tabakrauchen stehen, einmal ganz abgesehen. Dies alles hinter dem Begriff „gewisse Risiken“ zu maskieren, zeugt von einer kaum mehr zu steigernden Dummheit.

Und auch neuerlich bemüht Ropohl seine bereits sattsam bekannte Strategie, dem Tabakdrogenkonsum positive Seiten abgewinnen zu wollen, denn Rauchen steigere ja sichtlich das „psycho-soziale Wohlbefinden“. Das tun allerdings andere Drogen wie Heroin und Kokain in der Sichtweise ihrer schwerstabhängigen Konsumenten ebenfalls, ohne dass man daraus herleiten könne, dass der Konsum dieser illegalen Rauschmittel etwas sei, das insgesamt positiv zu attributieren und anstrebenswert wäre. Dass ein Drogenkonsument sich nach dem Verabreichen seiner Dosis besser fühlt, kann kaum als Rechtfertigung für den Konsum dienen.

Tauchen wir dennoch weiter ein in die verzerrte Welt des Herrn Ropohl, denn in seinem neuen Aufsatz legt er einen „Kracher“ nach dem anderen hin. Auch der nächste Satz erzeugt neben einem dezenten Gruseln simultan einen schweren Lachanfall:

„Inzwischen aber wird den Rauchern heute allenthalben das Recht auf selbstbestimmte Lebensführung vorenthalten.“

Dies sind Sätze, wie wir sie von Ropohl lieben. Der ganze mögliche Raucherschwachsinn in einem einzigen komprimierten Satz zusammen gefasst, das gelingt Ropohl wie fast keinem anderen Rauchsüchtigen. Wenn man, wie hier behauptet, Rauchern das Recht auf eine „selbstbestimmte Lebensführung“ vorenthalten würde, so würde dies bedeuten, dass man einer Person alleine aufgrund der Tatsache, dass sie diese Drogen konsumiert, die eigene Lebensführung komplett aus den Händen entreißen würde und ihn stattdessen einer vollständig von oben verordneten Lebensführung unterwerfen würde. Dass man Nikotinsüchtige seitens des Staates so einengt wäre mir neu. In Wirklichkeit werden dem Tabakdrogensüchtigen lediglich bestimmte Einschränkungen auferlegt, alleine was den Ort seinen Drogenkonsums betrifft. Er darf nur an bestimmten Stellen seine giftigen Abgase nicht freisetzen, nämlich dort, wo andere Menschen durch diese Emissionen geschädigt oder belästigt werden können. Ein durchaus vernünftiger Gedanke, der aber einem notorischen Tabakdrogenkonsumenten wie Ropohl einer ist, kaum auch nur in Grundzügen zu vermitteln sein dürfte.

Derartige Einschränkungen sind in unserem Gemeinwesen übrigens regelmäßig an der Tagesordnung. Ein Zusammenleben in sozialen Verbänden erfordert es einfach, dass bestimmte Verhaltensnormen implementiert werden, die es verhindern, dass einzelne Gruppen oder Individuen durch ihr Verhalten andere Gruppen oder andere Individuen benachteiligen. Und gerade auf eine derartige Norm beruft sich Ropohl in seinem am Anfang dieser Betrachtung beschriebenen und überaus lächerlichen Versuch, durch Verweis auf juristische Antidiskriminierungsnormen das Rauchen wieder überall zu erlauben.

Ropohl fühlt sich als Raucher (also genauer gesagt als Drogenkonsument) zutiefst diskriminiert und fordert Rechtsschutz seiner vermeintlichen Rechte gegenüber ebenso vermeintlichen Rechtsverletzern ein. Dabei bemerkt er aber in seinem Tabakdrogenrausch nicht, dass er gerade durch die Forderung, überall rauchen zu dürfen eben diese Regeln des Zusammenlebens in einer funktionierenden Gesellschaft außer Kraft setzen will.

Nächster Punkt:

„Dafür sind Gesetze erlassen worden, die man ‚Nichtraucherschutzgesetze’ nennt, die sich aber tatsächlich als reine Verbotsgesetze erweisen“

Krass, unwirklich und krank. Mehr ist zu Ropohls Raucherwahnsinn eigentlich nicht zu sagen. Was diesem Herrn zur Gänze nicht klar zu sein scheint, ist, dass er seine Drogen weiter erwerben, besitzen und an bestimmten Orten sogar konsumieren darf. Aber eben nicht an allen. Wo sind da die von ihm vermuteten „Verbotsgesetze“?

„Ein Minderheitenschutz, der doch auch einen Verfassungsgrundsatz darstellt, ist für die ‚Minderheit‘ des rauchenden Drittels der Menschen nicht vorgesehen.“

Ein entsetzliches Vortragen. Aus welchem Grunde sollte sich eine Gruppe von Drogenabhängigen eigentlich auf den Minderheitenschutz berufen dürfen? Aus der Tatsache, dass Raucher eine Minderheit in der Bevölkerung darstellen, leitet sich noch lange nicht ab, dass diese zwingend eines Schutzes ihres Suchtverhaltens bedürfen würden. Wie kommt dieser Mann nur auf einen derartigen Quatsch???

Der Schutz einer Minderheit wäre höchstens dann angezeigt, wenn diese Minderheit in ihren zentralen und unveräußerlichen Grundfesten, also z. B. der freien Religionsausübung, der freien Meinungsäußerung, der Gleichbehandlung oder anderer elementarer Grundrechte bedroht wäre. Die Tatsache dagegen, dass eine Gruppe eine Minderheit darstellt, rechtfertigt jedoch per se keine Minderheitenschutz. Und schon gar nicht, wenn sie ein allgemein schädliches Verhalten wie das Rauchen praktiziert.

Folgte man darüber hinaus dem Vortrag von Ropohl was den Minderheitenschutz betrifft, könnten sich auch Kinderschänder, Autobahnraser und Sodomisten auf eine entsprechende Rechtsnorm berufen wollen. Denn bei allen diesen Gruppen handelt es sich zweifelsohne um Minderheiten. Aber aus dem Faktum, dass jemand einer Minderheit angehört, folgt eben nicht zwingend, dass er dadurch bestimmte Sonderrechte erwirbt. Warum also gerade den Rauchern solch eine Extrawurst gebraten werden soll, das weiß nur Herr Ropohl.

„Rauchende Menschen werden wegen ihres Lebensstils systematisch benachteiligt und sozial ausgegrenzt. Die Neigung zum Tabakgenuss ist eine persönliche Besonderheit, die von der herrschenden Rechtslage nicht mehr toleriert wird.“

„Systematische Benachteiligung“, „soziale Ausgrenzung“? Meine Güte, was dieser Mann ablässt, das geht auf keine sprichwörtliche Kuhhaut. Folgt man seinen wirren Thesen, handelt es sich bei Rauchern um eine zutiefst verfolgte, diskriminierte und in das Abseits gestellte Minderheit. Und auch bei seinen weiteren Ausführungen irrt Herr Ropohl. Der Konsum seiner Drogen wird eben doch toleriert, sonst dürften diese am freien Markt kaum mehr legal handelbar sein und er könnte sie vermutlich nur auf dem Schwarzmarkt erwerben. Nur wird eben der Drogenkonsum nicht mehr an allen möglichen Orten toleriert. Die von Ropohl gemachte Aussage lässt jedoch neuerlich einen Rückschluss darauf zu, wie weit sich das Denken des Tabakdrogenabhängigen bereits von der Realität entfernt hat.

Interessant ist dann immer wieder die periodisch auftauchende und zutiefst abwegige Rechtsauffassung des Herrn Ropohl:

„Gesetze, die den Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung genügen würden, müssten bestimmen, dass überall, wo Nichtraucherbereiche eingerichtet werden, gleichwertige Raucherbereiche vorzusehen sind!“

Man fasst sich zuerst an den Kopf und fragt sich dann, wie dieser Mensch auf eine derart dumme und mit der Rechtswirklichkeit nicht zu tun habende Interpretation kommen kann. Aus welcher Rechtsnorm soll dieses Ansinnen denn eigentlich folgern? Gibt es im Grundgesetz eine Art „Ausgleichsnorm“ wodurch jemand, der eine Einschränkung erfährt auch regelmäßig entsprechend zu entschädigen sei? Muss dann für jede Tempo-30-Zone ein bestimmter Autobahnabschnitt abgegeben werden, auf dem man theoretisch 250 km/h fahren darf. Muss für jeden für Motorfahrzeuge gesperrten Waldweg ein Feldweg zum Rallyetraining freigegeben werden?

Aber es besteht auch Hoffnung, dass Herr Ropohl zur Einsicht kommt, auch wenn ihm diese nicht gefallen dürfte. So schreibt er:

„Nur unter freiem Himmel und in der Privatsphäre – selbst da allmählich schon mit Einschränkungen – dürfen Raucher noch ihrer Gewohnheit nachgehen.“

Stimmt. So wie auch andere Menschen, deren Angewohnheiten für die Allgemeinheit schädigend oder belästigend sind, nicht (mehr) überall diesen Angewohnheiten nachgehen dürfen. Man darf daher weder sein mit einem lauten Verbrennungsmotor betriebenes Modellflugzeug aufgrund des verursachten Lärms in ortsnahen Lagen fliegen lassen, noch in der U-Bahn mit voller Lautstärke einen CD-Player betreiben oder gar nachts um 3:00 Uhr in seiner Wohnung Schlagzeug spielen. So ist das nun einmal, wenn Menschen zusammen leben. Ich stelle mir gerade vor, wie viele Internetpublikation im Stile des Pamphletes von Herrn Ropohl uns dadurch erspart geblieben sind, dass sich weder Modellpiloten, noch Rapper oder gar Hobbymusiker „diskriminiert“ fühlen, nur weil sie ihr Hobby nicht mehr überall und zu jeder beliebigen Zeit nach Belieben ausüben dürfen. Als Ausweg bliebe Herrn Ropohl also nur der Erwerb einer einsamen Insel im Südpazifik. Dort ist in aller Regel nämlich keine Rücksichtnahme auf andere Menschen erforderlich.

Die ebenso üblichen wie hilflosen Herleitungen des Herrn Ropohl zur angeblich nicht erwiesenen Schädlichkeit von Passivrauch wollen wir hier nicht weiter betrachten. Sie sind derartig dumm, einfältig und abgedroschen, dass man schon erheblichen Erklärungsnotstand hat, wenn man erklären will, dass dieser Herr doch tatsächlich einmal eine Professur innehatte. Ein kleines Beispiel soll genügen. Ropohl führt an, dass

„…in diesen Untersuchungen durchweg nichtrauchende Personen betrachtet wurden, die in häuslicher Gemeinschaft mit Rauchern leben, also unentwegt dem Tabakrauch ausgesetzt sind…“

Jetzt stellt man sich natürlich die unvermeidliche Frage, wo in aller Welt denn hier der methodische Fehler liegen soll. Es werden unterschiedliche Kollektive betrachtet, die sich in möglichst wenigen Parametern unterscheiden. Der zentrale Unterschied betrifft dagegen die Frage, ob sie selbst rauchen oder nicht. Denn die Fragestellung, ob jemand der Tabakrauch ausgesetzt ist und dabei durch eine entsprechende Exposition möglicherweise Nachteile erleidet betrifft alleine den Nichtraucher. Also untersucht man Kollektive aus Nichtrauchern, die entweder tabakrauchexponiert sind oder eben nicht.

Es ist daher nämlich überaus sinnvoll, nur Nichtraucher zu untersuchen, denn die zentrale Frage ist immer, ob Nichtraucher durch Tabakrauch geschädigt werden und nicht jene danach, ob auch Raucher unter dem zusätzlichen Tabakrauch ihrer Lebensumgebung leiden bzw. vermehrt krank werden. Würde man dagegen zusätzlich noch Raucher untersuchen, die mit anderen Rauchern zusammen leben, müsste man diese Tatsache wieder umständlich und fehlerbehaftet aus der Untersuchung eliminieren. Irgendwas hat Herr Ropohl also überhaupt nicht verstanden.

Und auch mit statistischen Betrachtungen hat Herr Ropohl so seine Probleme:

„Eigentümlicherweise wird von der Politik und von der Rechtsprechung nicht zur Kenntnis genommen, dass die lautstarken Tabakfeinde ihrerseits bloß eine kleine radikale Minderheit bilden. Bei der fragwürdigen Volksabstimmung in Bayern haben sich 2010 nur knapp 23 % der Stimmberechtigten für das totale Rauchverbot ausgesprochen. Nimmt man an, dass 30 % der Bayern rauchen, sind 47 % der Stimmberechtigten, die das umfassende Rauchverbot nicht befürwortet haben, Nichtraucher.“

Diese Sichtweise offenbart schon eine, sagen wir mal, sehr „exotische“ Interpretation demokratischer Entscheidungsprozesse. Immerhin handelte es sich im Juli 2010 um 61% der Abstimmenden in Bayern, die für einen kompromisslosen Nichtraucherschutz gestimmt hatten. Daraus deuten zu wollen, dass es sich dabei nur um insgesamt 23% der bayerischen Wahlbürger gehandelt habe, soll wohl implizit vermitteln, dass 77% der Bayern in Wirklichkeit gegen ein Rauchverbot votiert haben. Diese Sichtweise ist natürlich Schwachsinn in besonders reiner Form. Die überwältigende Mehrheit der Stimmabgebenden hat für ein striktes Rauchverbot gestimmt und damit war’s das dann. Was die Nichtwähler dachten oder nicht dachten interessiert dabei leider nicht und bleibt rein spekulativ.

Genau so dümmlich ist die Aussage Ropohls, dass „47 % der Stimmberechtigten, die das umfassende Rauchverbot nicht befürwortet haben, Nichtraucher“ seien. Woher will er das wissen? Wie kommt er darauf, dass es zulässig sei, den Nichtraucheranteil in der Gesamtbevölkerung auf den Nichtraucheranteil an den Nicht-Abstimmenden zu extrapolieren? Dabei wird nämlich in fälschlicherweise Weise vermutet, dass der Anteil der Nichtraucher in der Bevölkerung genau so groß sein müsse, wie der Nichtraucheranteil bei jenen, die der Abstimmung ferngeblieben sind. Und dafür gibt es keinen Beweis. Dieses dumme Gerede von Herrn Ropohl ist also völliger unwissenschaftlicher Quatsch.

Und ganz zum Schluss tritt Ropohl noch mit einer Drohung auf den Plan:

„Mit einem Wort: Rauchende Menschen werden aus der Gesellschaft ausgegrenzt! Sie können sich, wenn sie diesem Lebensstil anhängen, bloß noch in ihr privates Ghetto zurückziehen, d. h. in einen Zustand sozialer und kultureller Desintegration. Auch werden sie daran gehindert, persönliche Neigungen und Fähigkeiten in öffentliche Ehrenämter einzubringen. Natürlich berechnen Tabakbekämpfer nicht, welche sozialen Kosten daraus erwachsen, dass Menschen, die eigentlich guten Willens wären, ihr sonst selbstverständliches Engagement nun gezwungenermaßen nicht mehr praktizieren können. „

Ja, so sieht es dann aus, wenn man krampfhaft versucht, auch noch das letzte verzweifelte Argument aus der Tasche zu ziehen und sich dabei nur noch lächerlich macht. Ganz besonders erschreckend ist, wie Ropohl dabei ohne es zu wollen offenbart, wie stark er an der Droge Tabak hängt. Einen Heroinsüchtigen hätte man bei derartigen Einlassungen („ich kann nicht für Euch da sein, weil ich mir regelmäßig meinen Schuss setzen muss und weil ich das nicht mehr überall darf, bleibe ich eben zu Hause und drücke mir dort den Stoff in die Vene“) wohl bereits zu einer Entziehungskur zwangsweise in eine entsprechende Institution eingewiesen.

Herrn Ropohl kann man eigentlich nur empfehlen, fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt auf Tabakentwöhnung spezialisierte Therapeuten. Das Internet oder die Gelben Seiten helfen weiter. Aber dann würden uns auch derart geistig verwirrte Pamphlete erspart bleiben und uns letztlich ein steter Quell der Erheiterung entgehen.

(C) Peter Rachow von raucherwahnsinn.de 2011

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