„Chemie statt Mythen“ wie das „Netzwerk Rauchen“ Menschen verdummen will – von Peter Rachow

Das sog. „Netzwerk Rauchen“ versucht sich immer wieder an der systematischen Desinformation der Menschen um zu zeigen, dass Passivrauchexposition angeblich vollkommen harmlos sei und der Nichtraucherschutz daher abgeschafft gehöre. Die entsprechenden Pamphlete dieser ultraaggressiven Nikotinikerorganisation strotzen dabei von Logik-, Rechen- und anderen Fehlern und sind daher in der Regel nicht von einem namentlich genannten Autor verfasst. Denn wer will schon in der Öffentlichkeit als Verfasser derartig im besten Falle dürftiger aber in aller Regel vollkommen falscher Veröffentlichungen erkennbar sein?

Das hier vorliegende Papier „Chemie statt Mythen“ soll seitens der Ultraraucher belegen, dass die Schadstoffe des Passivrauchs im Vergleich zu anderen natürlichen oder anthropogenen Umweltbelastungen vernachlässigbar seien. Es werden seitens der Nikotinfanatiker dabei Darstellungen abgegeben und Aussagen gemacht, die entweder grob falsch oder zumindest so stark verzerrt sind dass sie in keinem Falle einem auch nur minimalen wissenschaftlichen Standard entsprechen. So werden z. B. häufig Dinge miteinander verglichen, die überhaupt keinen Vergleich zulassen, Zusammenhänge werden aufgebaut wo keine sind, Relativierungen realer rauchbedingter Risiken werden versucht, indem man kleine Alltagsrisiken aufbläht und in Relation zum angeblich harmlosen Tabakrauch setzt etc. etc.

Dies alles dient ausschließlich der gezielten Verdummung und Desinformation der Leser. Welche Wege dabei beschritten und welche Methoden angewandt werden, soll nachfolgend aufgezeigt werden. Wir wollen den Text „Chemie statt Mythen“ daher auszugsweise analysieren und die haarsträubendsten Fehler herausarbeiten, um den groben Unsinn des „Netzwerk Rauchen“ als das zu entlarven, was er substanziell ist: Übelste Propaganda im Namen des möglichst ungehinderten und rücksichtslosen Nikotinkonsums.

Gehen wir nun also in medias res: Haarsträubend an diesem Text sind viele Textstellen. Wir wollen sie nachfolgend zumindest exemplarisch besprechen.

Die Arbeit dieses Autors, der sich nicht traut, mit seinem Namen hinter seiner „Arbeit“ zu stehen, beginnt auf S. 5 mit einem Vergleich von Zigarettenrauch und Autoabgasen. Ein bei Extremrauchern gerne bemühter Vergleich. Schon dieser ist allerdings per se haarsträubend.

Die Edukte (Ausgangsstoffe) beider Prozesse (dem Rauchen von Tabak auf der einen und dem Verbrennen von Kraftstoff in einem Otto- oder Dieselmotor auf der anderen Seite) sind völlig unterschiedlicher Natur. Und damit sind auch die Produkte sowie die thermodynamischen und chemischen Gegebenheiten beim Verbrennungsprozess selbst vollständig unterschiedlich und nicht vergleichbar. Und dies sowohl was die qualitative als auch die quantitative Zusammensetzung der Edukte als auch der Produkte betrifft. Schon alleine der Versuch, einen derart abstrusen Zusammenhang herzustellen, lässt erhebliche Zweifel daran aufkommen, dass der unbekannte Autor, wie er vorgibt, tatsächlich ein Chemiestudium absolviert haben kann.

Vor allem anderen sind die Verbrennungsbedingungen bei beiden Prozessen nicht vergleichbar. Im Ottomotor findet die Verbrennung des zugeführten Kraftstoffes optimiert und unter ständiger Regelung des Kraftstoff-Luft-Gemisches statt  Wir nennen hier beispielhaft die Lambdasonde und den Luftmassenmesser als Sensoren, die Motorelektronik und -management als Stellglied des entsprechenden Regelkreises beim Benzinmotor. Beim modernen Dieselmotor haben wir entsprechende Systeme in Gestalt eines optimierten Dieseleinspritzsystems. Der Stoff, der im Motor verbrannt wird, ist dabei ein genau definiertes Gemisch aus flüssigen Kohlenwasserstoff-Verbindungen nebst Additiven für Klopffestigkeit, Motorschmierung etc.

Als Resultat dieses optimierten und stöchiometrisch korrekten Verbrennungsprozesses bleiben nach katalytischer Reinigung i. W. CO2 und H2O übrig. Feinstaubpartikel emmittiert ein Ottomotor kaum, ein Dieselmotor in Abhängigkeit von der Einspritztechnologie. Ältere Verteilereinspritzpumpenmotoren (VEP) weisen eine höhere Feinstaubemmission auf als Motoren mit Pumpe-Düse-Technik (PD). Am besten schneidet diesbezüglich jedoch der Common-Rail-Diesel ab, eine Höchstdruckeinspritztechnik, bei der aus einer zentralen Hochdruckpumpe unter Zwischenschaltung eines Puffersystems piezo-elektrische Einspritzventile gespeist werden.

Moderne Diesel-Fahrzeuge sind zusätzlich mit einem Dieselpartikelfilter (DPF) ausgrüstet und erreichen höchste Standards was die Abgasqualität betrifft.

Bei der Zigarette sind es dagegen hochkomplexe organische Verbindungen, die bei einer Temperatur zw. 500°C und 900°C unter vollkommen undefinierten Randbedingungen (Sauerstoffzufuhr, Temperatur in der Glutzone, mitverbrennende Zusatzstoffe im Tabak, Rauchverhalten des Konsumenten) verschwelt werden. Das entstehende Schadstoffgemisch differiert daher in Quantität und Qualität erheblich.

Außerdem werden Kfz in aller Regel nicht in geschlossenen Räumen betrieben, so dass sich hier jeder Vergleich bei vernünftiger Betrachtung von vorneherein ausschließt.

Auch beim Thema „CO“ und „CO2“ auf der Seite zeigt der Autor, dass er weder von Chemie noch von Medizin etwas versteht. Er schreibt

„Da die gewöhnliche Außenluft schon etwa 0,3 Vol % CO2 enthält,…“
(S. 7)

Falsch. Setzen! Sechs!. Der CO2-Anteil in der Luft beträgt 0,035%! Aber was macht eine Zehnerpotenz denn schon aus?

„Kohlendioxid
 
Der Stoff ist an sich irrelevant für die Gesundheit. Seine Konzentration kann allerdings, wie bereits gezeigt, als Marker für die allgemeine Raumluftqualität genutzt werden.“
(S. 10)

Wieder die vollkommene Unkenntnis des anonymen Autors: Ein Überhang an CO2 führt beim Menschen zu einer sog. „Hyperkapnie“. Bei leichter Verlaufsform aufgrund niedriger CO2-Konzentration sind Kopfschmerzen eine häufig beobachtete Symptomatik. Bei schwerer Verlaufsform tritt dann eine Tachykardie (Herzrasen) nebst einer Hypertonie (Bluthochdruck) auf. Für Menschen mit einer bestehenden Herzinsuffizienz keine unproblematische Situation.

Ebenso ohne jede Ahnung der Materie geht es beim nächsten Thema weiter:

„Kohlenmonoxid
 
Kohlenmonoxid wird vor allem durch Automobilabgase (70 % der Gesamtmenge) und Feuerungsanlagen erzeugt. In Städten können in der Außenluft bis 20 mg/m3 gemessen werden. In geringen Mengen entsteht CO auch als normales Stoffwechselprodukt. Jeder Mensch hat deshalb merkliche Mengen davon im Blut. Zigarettenabgase sind im Vergleich dazu für einen Nichtraucher fast bedeutungslos.“
(S. 10)

Leider nennt der unbekannte Autor keine Zahl, wie stark die Belastung eines verqualmtem Lokals mit CO nach welcher Zeit ist. Seine Aussage ist daher unbelegt und damit völlig wertlos. Auch die Aussage, dass jeder Mensch merkliche Mengen im Blut habe ist so nicht korrekt. Der Wert des im Blut durch CO blockierten Hämoglobin (CO-Hämoglobin = Carboxyhämoglobin = COHb) liegt beim Nichtraucher im Bereich von 0,4-1,5% Anteil am Gesamt-Hb. Beim Raucher liegt dieser Wert zwischen 3 und 15% also um ca. den Faktor 10 höher.

Eine Untersuchung zur Aufnahme u. a. von CO an Nichtrauchern in einer Rauchumgebung ergab eine signifikante Erhöhung des Spiegels an ausgeatmetem CO und damit ein klares Indiz für eine erheblich gesteigerte CO-Aufnahme durch Passivrauchexposition. Link.

Eine andere Studie ergab eine Erhöhung des COHb um 1% wenn Versuchpersonen sich in einem mit 80 Zigaretten und 2 Zigarren vollgeräucherten Raum 78 min. aufhielten. Link. Bei 3% COHb beginnt bereits für disponierte Personen der Bereich der Gefährdung z. B. durch Angina pectoris bei Herzkranken. Dieser Wert kann also unter bestimmten Umständen in einem verrauchten Lokal wo an einem Abend wesentlich mehr Zigaretten abgebrannt werden, leicht erreicht bzw. überschritten werden.

Und jetzt wird es wirklich lächerlich im Text unsere anonymen „Chemikers“:

„Acrolein

Es entsteht hauptsächlich beim Erhitzen von Speisefett, vor allem dann, wenn das Fett überhitzt wird und ‚brenzlig’ riecht. … Die selben Rauchverbotsbefürworter, die, angeblich aus Sorge für die Gesundheit der Kellner, kein einziges Tabakwölkchen im Lokal dulden wollen, finden nicht das geringste dabei, ein gebratenes Steak zu ordern und damit den Koch am Herd bei der Zubereitung diesem und anderen gefährlichen Schadstoffen auszusetzen.“
(S. 15)

Es scheint bei diesen Herrschaften durchaus üblich zu sein, Speisen dergestalt zuzubereiten, dass das verwendete Bratfett auf Temperaturen >200°C erhitzt wird. Dabei kommt es zur sogenannten Pyrolyse, d. h. das Fett wird durch hohe Temperatur in kleinere Moleküle aufgespaltet und neue Verbindungen entstehen.

Die nächste Frage, die zu stellen wäre, ist jene, welche Belege und Fakten der unbekannte Autor für seine abstruse These hat, dass sich Rauchgegner gerne mal ein verbranntes und verkohltes Steak gönnen.

„…Tatsächlich können in Gastronomie-Küchen leicht Kanzerogenwerte gemessen werden, welche die Konzentration dieser Stoffe im Kneipenrauch um ein vielfaches überschreiten – das gilt nicht nur für Acrolein, sondern auch für Nitrosamine und Benzo(a)pyren!“

Wie üblich bleibt dieses auch ohne Beleg, keine Zahlen, keine Verweise, nichts. „Mythen statt Wissen“ möchte man sagen.

„Benzol
Die Verbreitung dieser Substanz ist tatsächlich ein Skandal!
Aber nicht die Raucher tragen Schuld, sondern der Verkehr:“
(S. 16)

Und der Straßenverkehr, sowie Schiffe oder Flugzeuge nutzen geschlossene Räume?

 „…
Damit das Benzin ein paar Cent billiger bleibt, wird die Luft, die wir alle atmen, in unverantwortlicher Weise unnötig mit einem gefährlichen Kanzerogen belastet!“

Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn dieser Autor einfach einmal lernen würde, dass es einen gewichtigen Unterschied macht, ob ein Schadstoff in der Raumluft angereichert oder in der Umgebungsluft außerhalb geschlossener Umgebungen sehr schnell durch Thermik und Luftströmungen verdünnt wird.

„Ein Raucher auf dem Land hat weniger Benzol im Blut als ein Nichtraucher in der Stadt!“.

Dies als Grund dafür darzustellen, die Benzolproblematik sei zu vernachlässigen zeugt von einer erheblichen nikotininduzierten cerebralen Dysfunktion. Aber auch dies ist einen häufig verwendete Vorgehensweise der Pseudowissenschaftler des sog. „Netzwerk Rauchen“: Ablenkungsversuche durch Relativieren sind das Allheilmittel dieser Klientel.

Abgesehen davon wurde der Benzolanteil im Benzin in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgesenkt und eine signifikante Gesundheitsgefahr beim Tanken dadurch verinngert. Außerdem sorgen obligate Rückführungsysteme seit vielen Jahren dafür, dass beim Tanken von Vergaserkraftstoff aus dem Tank während des Tankvorgangs keine Benzindämpfe mehr austreten.

„Benzo[a]pyren
entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von organischen Stoffen und ist infolge dessen weit verbreitet. Beim Holzkohlegrill liegen die Benzo-a-pyrenwerte mit ca. 50µg/kg (Was 625 Zigaretten oder 6 Jahren permanenter Passivrauchexposition entspricht!) höher als beim Grillen mit Infrarot, bei letzterem liegen die Werte bei ca. 0,2-8µg/kg gegrilltem Fleisch. (Was 2 bis 100 Zigaretten oder 16 Stunden bis 11 Monaten permanenter Passivrauchexposition entspricht!)“
(S. 19)

Hier werden wieder in vollkommen untauglicher Weise Expositionsdaten miteinander verglichen (so sie überhaupt stimmen) und Zahlen munter durcheinander gewürfelt, dass einem Hören und Sehen vergehen können. Das alles dann aber ohne eine nähere quantitative Aussage zu machen unter welchen Randbedingungen diese Exposition überhaupt zu Stande kommt. Und welche Mengen nimmt ein Nichtraucher, der nicht täglich erhebliche Mengen an Grillgut verzehrt, eigentlich genau auf? Und wer grillt schon mit einem Holzkohlengrill im Innenraum?

„Nickel
 
…wird als Kanzerogen genannt, also als ein Stoff, ‚für den keine Wirkungsschwellen als Dosismaß definiert werden, unterhalb derer keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten wäre. …Somit können auch kleinste Belastungen mit den … Kanzerogenen zur Entwicklung von Tumoren führen.’
 
Das ist ja grässlich, vor allem für die Europäische Zentralbank – die hat nämlich Milliarden von Euromünzen in Umlauf gebracht die überwiegend aus Nickel sind! Ein Skandal ungeahnten Ausmaßes! Die Eurobanker vergiften ihre Kunden!“
(S. 21)

Was mich wirklich stört ist, wenn Leser für dumm verkauft werden sollen. Der Autor dieses Pamphletes scheint seine Leser allesamt für vollkommen verdummte Mitmenschen zu halten. Diesen Eindruck muss man jedenfalls gewinnen, wenn man die These der krankmachenden Euromünzen liest. Diesbezüglich zu stellende Fragen wären:

  • Wie viel Metallabrieb entsteht beim Benutzen einer Euromünze?
  • Wie viel wird davon inhaliert?
  • Wer inhaliert ganze Euros?

 „…Bestimmt, denn auch ganz gewöhnliches Edelstahlgeschirr besteht zu 18 – 20 % aus diesem Metall. Durch Abrieb und Korrosion des Geschirrs (und natürlich auch durch das Münzgeld) nehmen wir alle viele tausend mal mehr von diesem Metall auf als ein Raucher durch Zigaretten, dennoch macht sich darum keiner Sorgen.“

Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn dieser Herr einmal lernen würde, dass a) es einen Unterschied macht, ob ein Schadstoff oral aufgenommen oder ob er inhaliert wird und dass b) das Nickel im atomaren Gitter des Edelstahls zu einer Legierung gebunden ist und nicht ohne Weiteres freigesetzt werden kann. Des Weiteren liefert er wiederum keiner Zahlen für seine absurde These, wir würden uns durch den Gebrauch von Münzen und Edelstahlgeschirr schleichend selbst vergiften und mit Kanzerogenen belasten.

Und jetzt kommen wir langsam an den Punkt, wo sich dann ganz heftig die Fußnägel hochrollen:

„Cadmium
 
100 Nanogramm? 0,000.000.1 Gramm? Das ist alles? Das ist gar nichts! Wer ein einziges mal einen Nickel-Cadmium-Akku gekauft und dann weggeworfen hat, hat damit mehr Cadmium in die Umwelt freigesetzt als 500 starke Raucher in ihrem ganzen Leben!“
(S. 21)

Aha. Und wer atmet diesen weggeworfenen NiCd-Akku dann ein? Oder wie soll man sich diese selten dümmliche Posse vorstellen? Das Cadmium in einem NiCd-Akku ist wohlweislich hermetisch gegen die Umwelt versiegelt. Außerdem ist es chemisch im Akku gebunden. Akkumulatoren dürfen darüber hinaus nur in dafür ausgewiesenen Fachbetreiben entsorgt werden und werden nur von absoluten Vollidioten (man entschuldige diese harte Begriffswahl) in die Landschaft entsorgt. Also wird bei ordnungsgemäßer Entsorgung gar kein Cadmium in die Umwelt freigesetzt.

„Polonium 210
wird im Tabak tatsächlich angereichert, aber auch nicht mehr als zum Beispiel in Meeresfrüchten. Deshalb haben Japaner etwa genau so hohe Poloniumkonzentrationen im Körper wie Raucher, was jedoch nicht verhindert, dass sie die höchste Lebenserwartung weltweit haben. …“
 
Leider schon wieder falsch. Erstens werden Meeresfrüchte gegessen und nicht inhaliert, die Verweildauer des Po-210 im Körper ist daher wesentlich geringer als wenn es sich am Tabakrauchfeinstaub gebunden tief in der Lunge ablagert (s. u.!). Zweitens ist die angeblich hohe Lebenserwartung der Japaner primär der Tatsache geschuldet, dass die japanischen Melderegister nicht korrekt geführt werden und Verstorbene oft nicht gemeldet werden, weil Angehörige weiter die staatliche Rente beziehen wollen.
 
„…Die Inhalation von Radon und seinen radioaktiven Folgeprodukten ist eine
der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs.“
(S. 22)

Kleine Änderung: Die wichtigste Ursache des Bronchial-Ca. ist nach wie vor das Rauchen von Tabak. 95% aller Bronchialkarzinome werden durch Tabakrauch verursacht. Nur mal so am Rande bemerkt.

„…Einige Gebiete Deutschlands sind besonders betroffen: Im Thüringer Wald, dem Schwarzwald oder dem Erzgebirge nehmen die Menschen leicht zehn- bis hundert mal höhere Dosen aus dem Boden und den Mauern ihrer Häuser auf als anderswo. Dagegen fällt die radioaktive Belastung aus Rauch oder gar Passivrauch nur gering oder buchstäblich unmessbar ins Gewicht.“

Leider vergisst er (neben seiner üblichen Dyskalkulie und daher seiner Unfähigkeit belastbare Zahlen als Beleg für seine Thesen zu nennen) folgenden Sachverhalt :

Das Po-210 entsteht als Zerfallsprodukt von Radon und ist ein Metall. Seine physikalische Halbwertszeit (HWZ) beträgt 138 Tage, Es zerfällt unter Abgabe von energiereichen Alphateilchen zu Pb-206, einem Isotop des Blei.

Po-210 lagert sich dabei bevorzugt an Feinstaubpartikel, insbesondere an jene des Tabakrauches, an. Deshalb ist die Verweildauer des Alphastrahlers in der Lunge deutlich höher als bei Radongas, das in reiner Luft aufgenommen wird. Radon wird erst in Zusammenhang mit Feinstaub hochproblematisch, wenn dieser in der Lunge verbleibt. Deshalb ist bei rauchenden Bergleuten auch das Lungenkrebsrisiko überproportional erhöht, da sie sich einen Alphastrahler UND Feinstaub in hoher Dosis zuführen was zu einer längeren Verweildauer des Alphastrahlers im Bronchialsystem des Menschen und damit zu einem erhöhten Krebsrisiko führt.

Fazit

Man findet nun langsam die Antwort auf die Frage, warum unser Autor seinen Namen nicht nennen will. Kommen wir also zum Abschluss der Besprechung dieses Pro-Nikotinpamphletes. Wer einen derartigen unwissenschaftlichen Blödsinn veröffentlicht, tut gut daran, seinen Namen geheim zu halten. Denn dieser Autor wäre in Kürze vollkommen erledigt. Der Herr könnte wohl höchstens noch in der städt. Müllsortieranlage anfangen. Dieses hier vom sog. „Netzwerk Rauchen“ vorgelegte Pamphlet würde ich, so es von einem Schüler käme, diesem mit einer Bewertung „ungenügend“ um die Ohren hauen. und ihm den Rat geben, sich anstatt der Naturwissenschaft im weiteren Leben doch besser dem Verfassen von Science-Fiction-Literatur zu widmen.

Halten wir fest: Tabakrauch ist eine Substanz die beim aktiven Raucher nachgewiesenermaßen schwerste Gesundheitsschäden wie z. B. Lungenemphysem, Herzkranzgefäßleiden und vielfältige Formen von Krebs erzeugt. Es ist vollkommen unplausibel, dass diese Subtanz dem aktiven Raucher zwar die genannten gesundheitlichen Schäden mit einem sehr hohen Risiko früh zu sterben zuzufügen vermag, beim Passivraucher dagegen vollkommen harmlos sein soll. Diese Annahme widerspricht u. a. alleine der für den Tabkrauch nachgewiesenen Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen Exposition und dem Risiko für bestimmte mit dem Tabakrauchen assoziierte Krankheiten. Besonders für die kanzerogene Wirkung des Tabakrauches gibt es keinen Schwellenwert unterhalb dessen eine Exposition bei allen exponierten Personen folgenlos wäre.

 

Peter Rachow (Mai 2010)

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Ein Gedanke zu „„Chemie statt Mythen“ wie das „Netzwerk Rauchen“ Menschen verdummen will – von Peter Rachow

  1. […] in diesem Zusammenhang ist insbesondere das Pamphlet “Chemie statt Mythen” das man seitens dieses dubiosen Rauchernetzwerkes herausgegeben hatte. Ein wirres und […]

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