bft und Frau Dr. med. Monika Müller-Klar

„bft“ ist nicht nur ein großer deutscher Tankstellenbetreiber sondern „bft“ steht auch für „Bürger für Freiheit und Toleranz„. Wie wir bereits mehrfach berichtet haben, hat dieser Verein, dem unser lieber Freund Bodo Meinsen, ein Tabaklobbyist reinsten Kalibers, vorsteht, weder mit „Freiheit“ noch mit „Toleranz“ viel im Sinn. Im Gegenteil: Man betreibt reinsten Tabaklobbyismus, denn „bft“ wird von der Zigarettenindustrie gesponsort. Auf der Sponsorenliste dieses dubiosen Grüppchens finden sich dann auch einige mehr oder weniger hochkarätige Unternehmen der Lungenkrebsindustrie:

  • British American Tobacco
  • Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller e.V.
  • MUT e. V. (Mittelständische Unternehmen der Tabakwirtschaft)
  • Ermuri Genuss Company

(Beweis)

Bei „bft“ ist seit einiger Zeit eine Dame im Vorstand tätig, über die wir heute berichten wollen. Denn endlich hat „bft“ auch einen Medicus im Team: Und sogar einen weiblichen. Und einen mit sehr, sagen wir mal, „exotischen“ Ansichten.

"bft"-Vorstand

„bft“-Vorstand

Dr. med. Monika Klar ist denn auch sehr rührig für einen Verein, der den Verkauf von tödlichen Drogen, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ungefähr die Hälfte  ihrer Konsumenten zuverlässig vor dem Erreichen einen höhren Lebensalters töten, zu befördern sucht. Für eine Ärztin, die eigentlich der Gesundheit und dem Leben eher verpflichtet sein sollte als den ruchlosen Interessen einer Killerindustrie ist dieses Engagement sehr zweifelhaft.

Zuerst aufgefallen ist mir Dame als Demorednerin auf „Pro-Lungenkrebs-Demos“ bzw. den Videos davon auf YouTube:

Dr. Monika Müller-Klar als Demorednerin "pro Lungenkrebs"

Dr. Monika Müller-Klar als Demorednerin „pro Lungenkrebs“

Hier findet man sehr schön die ewig gleichen Versuche aufzuzählen, was alles noch so gesundheitsgefährdend ist und uns zu erzählen versucht, wie die böse Industrie uns töten will. Einschließlich der Gesundheitsindustrie durch Röntgen und Antibiotika. Nicht zu vergessen das Würstchengrillen. Und Autos. Und Weichmacher in Kunststoffen. Und, und, und… Fazit: Menschen sterben nicht am Rauchen sondern an der Umweltverschmutzung und am Grillen. Allerdings ist der Beifall für Frau Dr. eher mau.

Werfen wir einen genaueren Blick auf das öffentliche Auftreten der Dame. In einem „Offenen Brief“ an einen Landtagsabgeordneten der GRÜNEN wird klar, dass das Fachwissen von Frau Dr. med. Müller-Klar eines gewissen, sagen wir mal, „Updates“ bedarf:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Zunächst zum Rauchen: Dies ist sicherlich nicht gesund, aber mitnichten das höchste vermeidbare Gesundheitsrisiko, wie Sie sehr wohl wissen sollten. Die Hauptkrankheits- und Sterbeursache in Deutschland sind die HerzKreislauf-Erkrankungen. Die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes.

Das dkfz in Heidelberg hat komischerweise eine andere Meinung zu dem Sachverhalt:

Deutsches Krebsforschungszentrum: Die wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Herz-Kreislaufkrankheiten sind mangelnde Bewegung, eine ungesunde Ernährung und vor allem das Rauchen.

„Vor allem“ heißt „vor allem“ oder wie anders will man diese Aussage interpretieren? Aber auch anderweitig scheint mir die medizinische Kompetenz der Frau Dr. etwas nachhilfebedürftig:

Dr. med. Monika Müller-Klar: […] Danach kommt in der Statistik die Zunahme an Krebserkrankungen. Hier stehen aber an erster Stelle Mamma- und Prostata und Darm-Ca. An 4. Stelle in der Krebsstatistik steht das Lungen-Ca, welches in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, obwohl im gleichen Zeitraum immer weniger Menschen rauchen.

Vielleicht sollte sich Frau Dr. einmal die Raucherprävalenz als Funktion der Zeit über die letzten Jahrzehnte ansehen und sich dann klar machen, dass verbunden mit der aller Regel mehrere Jahrzehnte dauernden Latenzzeit bis zur gesicherten Diagnose eines Bronchial-Ca.  eben dieser Effekt auftritt. Oder anders gesagt: Heute sterben die Raucher, die in den 70er und 80er-Jahren des letzten Jahrhundert angefangen haben zu rauchen. Erkennbar ist dies u. daran, dass die Lungenkrebsrate bei Männern heute zurückgeht, während die von Frauen noch steigt. Vor ca. 20 Jahren begannen nämlich Frauen verstärkt zu rauchen,  während der Tabakkonsum bei Männern langsam zurückging.

Zusätzlich hat Frau Dr. Müller-Klar die üblichen Verharmlosungsstrategien schon perfekt drauf. Sie dürfte daher eine echte Bereicherung für Bodo Meinsens Truppe sein.

Dr. med. Monika Müller-Klar: Dazu ist es geradzu lachhaft, dass eine Partei, die dafür mitverantwortlich ist, dass Atom- und Kohlekraftwerke weiter am Netz sind, der Schadstoffausstoss von Kfz in Relation zur Größe des Autos berechnet werden (wobei heute die SUVs die Straße bevölkern), wo in der Nahrung Farbstoffe, Kon­servierungsstoffe, sogenannte naturidentische Aromastoffe erlaubt sind, wo in der Nah­rungs­mittelindustrie die Anwendung von Antibiotika und Anabolika gang und gebe ist, wo die Anwen­dung von Pestiziden und Injektiziden beim Anbau von Obst und Gemüse erlaubt sind, wo dieselben noch ca. 15 % der ursprünglichen Vitamine enthalten.

Ich nenne es das „Andere Dinge sind auch gefährlich „-Syndrom. Kommt immer gut an bei den Niktoinfans, hat aber keinen Sachbezug und kann kaum als „wissenschaftliche Argumentation“ bezeichnet werden.

Gelegentlich frage ich mich dann auch, wo die Dame promoviert hat, denn elementare wissenschaftliche Methoden scheinen ihr nicht geläufig zu sein:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Nun zum Passivrauchen: Auch Sie sprechen von den immer wieder erwähnten 3.300 Toten/Jahr durch Passivrauch. Das haben Sie wohl irgendwo abgelesen. Wie bitte wollen Sie dies verifizieren? Es gibt nicht eine einzige Studie hierüber, die Bestand hat! Wie denn auch! Sie müssten ja Men­schen in einen völlig schadstofffreien Raum sprerren, sie absolut schadstofffrei ernähren (wobei Sie immer noch nicht die genetische Disposition ausschalten könnten!) und sie dann mit Zigaret­tenrauch bedampfen, um eine solche Studie durchführen zu können.

Methoden wie die Bildung von statistischen Zwillingen, das Adjustieren und Eliminieren von Confoundern und die mathematische Modellierung von statistischen Daten sind ihr offenbar nicht bekannt. OK, dann kommt natürlich so ein Blödsinn dabei heraus. Dann hat die Dame zusätzlich noch eklatante sprachliche Probleme, denn einfache Sätze versteht sie offenbar nicht:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Bei über 70 dieser Substanzen ist nachgewiesen, dass sie krebserregend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen (was nun? Krebserregend und im Verdacht stehend?).

Es ist schon sehr schwer, die beiden logischen Opratoren „und“ und „oder“ auseinanderzuhalten bzw. richtig zu interpretieren.

Dr. med. Monika Müller-Klar: Haben Sie einmal nachgelesen, wieviel Verbrennungsstoffe frei gesetzt werden durch HolzKohle-Öfen, brennende Kerzen, Braten, Grillen, Anzünden eines Kamins oder Autoabgase?

Lernzielkontrolle: Wie nennt man diese Art des Vortrages?

Und jetzt gleitet die Dame in vollkommen humoristische Gefilde ab:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Dagegen steht das „kleine“ Problem für eine Zigarette vor die Tür zu gehen. Sie denken vielleicht an Menschen, die alle vier Stunden mal eine Zigarette rauchen. Was ist mit denen, die vier Ziga­retten in einer Stunde rauchen? Die stehen ununterbrochen vor der Tür. Die Rauchersterblichkeit nimmt nun nicht aufgrund des Rauchens zu, sondern durch die Lungenentzündung, die sie sich bei dem hiesigen Wetter vor der Tür holen.

Ähhhh, Frau Dr. Müller-Klar, ich will ja nicht rumnölen. Aber sie fordern doch immer eindeutige wissenschaftliche Beweise. Zumindest wenn es gegen das Rauchen geht. Haben Sie diese Beweise denn auch für Ihre komische These? Und Ihnen ist schon bekannt, dass eine Pneumonie i. d. R. durch Bakterien verursacht wird und nicht durch kühle Luft? Oder erklären Sie mir mal, warum im Winter Menschen, die regelmäßig lange im Freien arbeiten müssen, wie z. B. Briefträger, Straßenarbeiter oder Eisenbahner nicht reihenweise keuchend und röchelnd dem Exitus anheim fallen. Und wie sieht es mit Joggern und Radfahrern aus, die sich im Winter draußen bewegen? Sind das Ihrer Meinung nach alles Todeskandidaten?

Apropos „wissenschaftlich belastbare Beweise“: Auf ihrer Praxiswebseite wirbt Frau Dr. Müller-Klar für ganz exotische Behandlungsmethoden. U. a. bietet sie „Bachblütentherapie“ an. Während sie aber gar kein Problem damit hat, wissenschaftliche Daten anzuzweifeln die gegen das Rauchen sprechen, ist sie bei solchen Behandlungsmethoden, deren Wirksamkeit überhaupt nicht wissenschaftlich bewiesen wurde, sehr viel großzügiger.Auch „Therapien“ die von den Fachverbänden als unwirksam oder sogar gefährlich gekennzeichnet sind, bietet die neue Ärztin bei „bft“ an. Ein Besipiel ist die „Chelattherapie“:

Wikipedia: Amerikanische und deutsche Ärzteverbände und die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA haben schon 1984 vor der Chelat-Therapie gewarnt.1998 hat die Verbraucherzeitschrift der FDA „FDA Consumer“ die Chelattherapie in die „Top Ten“ der als „Gesundheitsschwindel“ erkannten Methoden eingereiht. Keine unabhängige wissenschaftliche Studie hat bislang einen Erfolg der Methode erwiesen. (Quelle)

Ebenso verhält es sich mit der „Dorn-Breuss-Methode“ zur Heilung von Wirbelsäulenbeschwerden. Ein Physiotherapeut sieht diese sehr kritisch:

Michael Lierke: Da es sich hier um eine Methode ohne rationalen Hintergrund handelt, deren Wirksamkeit bis heute noch in keiner klinischen Studie belegt wurde, kann sie natürlich nicht ärztlich verordnet und zu Lasten einer Krankenkasse durchgeführt werden.[…]m Gegensatz zur mehrjährigen Ausbildung innerhalb eines der anerkannten medizinischen Berufsbilder kann die Dorn-Methode in eintägigen Seminaren von jedermann erlernt werden, ohne dass hierzu irgendwelche medizinischen Kenntnisse vorausgesetzt werden. Selbst die Dozenten der Dorn-Methode sind regelmäßig medizinische Laien, die bestenfalls über einen Heilpraktikerschein verfügen. […]Sehr gern wird die Dorn-Methode übrigens im Zusammenhang mit der sog. Breuss-Massage gelehrt. Bei letzterer wird dem leichtgläubigen Patienten suggeriert, dass das Johaniskrautöl, welches man ihm in den Rücken einmassiert, durch alle Gewebsschichten (einschließlich Rückenmuskulatur, knöcherne Anteile der Wirbelbogengelenke, Rückenmarkskanal, Bandapparat der Wirbelsäule) bis in die Tiefe der Bandscheiben vordringen soll, in welche es hineindiffundieren und diese so anschließend von innen heraus vor dem Austrocknen schützen soll. Angesichts der Tatsache, dass es keine anatomische Struktur, geschweige denn irgendwelche Blutgefäße gibt, die die Hautoberfläche in direkter Linie mit den Bandscheiben verbindet und das die Bandscheiben umgebende Bindegewebe in keiner Weise die Eigenschaft besitzt, Johanniskraut auf dem Diffusionsweg passieren zu lassen, zeugen solche Vorstellungen von einer abgrundtiefen Unkenntnis über physiologische und anatomische Grundlagen.  (Quelle)

Dass die Daten und Studienergebnisse des dkfz zur Morbidität des Passivrauchens auf wissenschaftlichen Füßen stehen, die der Bachblüten- oder Chelattherapie oder der Dorn-Breuss-Methode aber nicht, sollte nochmals wiederholt werden.

Und nun stellt sich langsam auch die Frage, warum die Dame so „pro Lungenkrebs“ agitiert. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, dieses Motto gilt auch hier:

Link zu facebook

Mit Bierdose („Diebels“) und Kippe in der Hand sieht man sie in Düsseldorf auf einem Informationsstand von Rauchergruppen. Damit wären eigentlich für mich alle Fragen geklärt. „Prost, Frau Doktor! Hau wech die Sch….!“

 

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6 Gedanken zu „bft und Frau Dr. med. Monika Müller-Klar

  1. passivrauchen sagt:

    Offener Brief an Frau Doktor Monika Müller-Klar

    Lieber Frau Doktor Müller-Klar, wie kommen Sie eigentlich darauf, daẞ Menschen von Feinstaubpartikeln und Umwelteinflüssen oder winzigsten Mengen Pestiziden krank wurden? Gibt es dafür wirklich schlüssige Beweise? Wollen Sie tatsächlich jeder Erkrankung als Ursache Umwelteinflüsse, winzige Mengen von Pestiziden oder die ach so phösen Autoabgase, unterstellen?

    Wie, frage ich mich, wollen Sie das begründen? Gar beweisen? Geht das überhaupt? Müsste man nicht, um solche Studien zu untermauern bzw. glaubwürdig zu machen, diese Menschen (oder Probanden) jahrelang in Räume ohne jegliche Feinstaubpartikel oder andere gefährliche Abgase (eigentlich dürfte es nur 100 % reiner Sauerstoff sein), sowie andere gefährliche Umwelteinflüsse wie genmanipulierte Nahrung oder chemisch angereicherte Speisen einsperren?

    Diese Menschen dürften dann (mal genetisch bedingte Krankheiten ausgeschlossen, das Krebs vererbbar ist, dürfte Ihnen bekannt sein) einfach nur täglich mit einer geringen Menge Autoabgasen und Feinstaub benebelt werden. Und das am besten über 10-20 Jahre hinweg. Erst bei zeitnaher Erkrankung dieser Probanden hätte man ein ein echtes Ergebnis. Alles andere sind Schätzungen und Vermutungen, basierend auf Zahlen, die jeglicher Grundlage entbehren. Unterstellungen, Autoabgase und Umweleinflüsse oder winzige Mengen Pestizide würden krank machen sind doch Hirngespinste von Ihnen!

    MfG
    Prof. Dr. Kannauch von und zu pseudowissenschaftlich gehirnscheissen

  2. Josef sagt:

    Über den neuesten Dünnpfiff von Grieshaber könntest du auch einen Beitrag bringen.

    • peterrachow sagt:

      Ach ja, mein Tag müsste eigentlich 48 h haben, bei dem ganzen Unsinn, der da derzeit bei den „Genussfreunden“ abgelassen wird. 😉

      • Josef sagt:

        Glaub ich dir; sobald deren „offene Verfassungsbeschwerde“ im Papierkorb gelandet ist und das „Genießer Volksbegehren“ endgültig eingestellt, dürfte es aber wieder deutlich ruhiger werden… 😉

      • peterrachow sagt:

        Glaube ich nicht. Die bringen dann den nächsten Unsinn an. Bei Hardcorerauchern ist man nie vor Überraschungen sicher. Ruhe für einen militanten Raucher ist erst dann, wenn er die DIAGNOSE bekommt. Meistens. Ganz hartgesottene wie „Rippen-Günni“ machen selbst dann noch weiter.

      • destruxol sagt:

        Aber von Rippen-Günni hört man in letzter Zeit auch nichts mehr. Gut, 3 Spieleanfragen pro Woche, aber die könnten auch von der Witwe kommen.

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