Über den Wolken: Krebs zum halben Preis

„Wenn einer eine Reise tut…“ so spricht der Volksmund. Also gibt es auch was zu erzählen. Aber nichts Erbauliches. Denn vor einigen Tagen stieg ich aus dem Flieger, der mich von südlichen Gefilden zurück nach Deutschland brachte. Klar, die Flüge sind seit Jahren alle ausnahmslos Nichtraucherflüge (wobei auch der Freund von Lungenkrebs und Raucherbein mitfliegen darf, wenn er es schafft, mal einige Stunden zu überstehen ohne sich „den Schuss“ zu setzen). Das ist schon mal positiv. Was aber wesentlich weniger schön ist, dass die Fluggesellschaft, namentlich TUIfly.com, es für nötig befindet, während des Fluges aggressiv Tabakdrogen zu bewerben.

Sie erhalten bei uns im Bordshop 2 Stangen Marlboro Red zu dem Preis, den sonst eine einzelne Stange in Deutschland kostet. Für 50,- Euro erhalten sie auch die gleiche Menge L&M rot oder blau, ebenfalls zum halben Preis, wie er in Deutschland zu entrichten ist.“ So oder so ähnlich ging die Anpreisung der tödlichen Drogen über den Bordlautsprecher. Kurz darauf setzte sich das Kabinenpersonal  in Bewegung, um die Billigdrogen unter das anwesende Süchtigenvolk zu bringen. Ja, bei TUIfly.com kann man wirklich sparen. Da kann sich den Krebs jeder leisten. Ich habe mir da doch spontan überlegt, ob ich bei dem sagenhaften günstigen Preis nicht auch mit dem Rauchen anfange. Aber weil ich dann doch wenig Lust auf eine Mitgliedschaft im „Club 58“ verspürte, habe ich dann doch von dem Vorhaben abgelassen.

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3 Gedanken zu „Über den Wolken: Krebs zum halben Preis

  1. Nieraucher sagt:

    Das kommt davon, dass du in letzter Zeit so ruhig bist. Ich durfte ja mit dem Vorstands-Jet zum Farmerlobby-Kongress fliegen.
    Immerhin wurde ich dort ja auch für meinen Erfolg zur Verringerung der Mitgliederzahl der geschlossenen Gruppe „Rauchverbot in NRW“ ausgezeichnet. Die Gruppe ist mittlerweile erfolgreich eingedämmt.

  2. Lachender Frischluftfan sagt:

    Das ist doch eine perfide Methode, dass nach einem längeren Flug über den Wolken unter quälender und unfreiwilliger Enthaltsamkeit die „Notlage“ der Süchtigen so ausgenutzt wird.
    Die bekommen doch einen Vorgeschmack auf vergebliche Befreiungsversuche vom Glimmstängel.
    Der Schrecken wirkt doch stärker, wenn der Nikotinpegel auf einen unerträglichen Level abgefallen ist und die Dealer dies gnadenlos ausnutzen, indem sie den hoffnungslos Abhängigen subjektiv empfundene Linderung verschaffen und sogar Kostenminimierung beim „Stoff“ versprechen.

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