Günter Groß ist tot – Ein Nachruf

Bereits im Mai diesen Jahres verstarb einer der ganz Großen aus der ständig kleiner werden Gruppe der Streiter für Herzinfarkt, Lungenkrebs und was man sich sonst als Raucher noch so wegholen kann: Günter Groß aus dem fränkischen Bad Kissingen.

Günter Groß war ein Ausnahmekämpfer für den blauen Dunst. Bereits selbst schwer angeschlagen durch eine fortgeschrittene Lungenkrebserkrankung, die von seinem Mitstreiter Werner Niedermeier dereinst öffentlichkeitswirksam als „eingewachsene Rippe“ verklärt wurde (denn Rauchen KANN nicht gesundheitsschädlich sein, so die Diktion von Werner Niedermeier), führte er auch unter widrigen gesundheitlichen Vorzeichen seinen Kampf für das ungehemmte Rauchen eisern fort.

Günter Groß war stets ein politisch hochaktiver Mensch. Sein Hauptanliegen galt dabei, man kann es sich denken, der politischen Arbeit gegen das 2010 in Bayern eingeführte absolute Rauchverbot in der Gastronomie.

Ganz „homo politicus“ trug er sich zuerst mit dem Gedanken, die „PHR“ zu gründen, die „Partei humaner Raucher“. Dieser Widerspruch im Namen seiner Gruppierung konnte von Günter Groß nie vollends aufgelöst werden. Bald verwarf er allerdings diesen Gedanken wieder und wandte sich dem „BmB“ zu, einer Raucherpartei aus dem baden-württembergischen Schwetzingen, gegründet von einem Herrn Johannes Brender als „Bund mündiger Bürger“. Groß wurde daraufhin Vorsitzender des „BmB Bayern“, konnte aber auch hier nie ein Mandat erreichen, weil der „BmB“ niemals die Zulassung zu einer Wahl erhielt. Als der Vorsitzende der Bundespartei, der bereits erwähnte Herr Brender, mit 57 Jahren plötzlich und unerwartet an einem Februarmorgen des Jahres 2012 von seinem Amt zurücktreten musste (aus gesundheitlichen Gründen) löste sich der BmB auf und Groß suchte eine neue politische Heimat.

Diese fand er in der Bayernpartei, einer Splittergruppe die sich ebenfalls gegen den Nichtraucherschutz positioniert hatte. Mit seinem neuen Mitstreiter Vaclav Wenzel Cerveny und ausgerüstet mit einer Sauerstoffflasche und einem Elektrorollstuhl sah man ihn oft an vielen öffentlichen Plätzen in Bayern, wo er Informationsmaterial der Bayernpartei verteilte und gegen den Nichtraucherschutz auftrat.

Bewunderung gehört seiner Stärke mit seiner durch das Rauchen ausgelösten tödlichen Krankheit öffentlich umzugehen.
Sein Kampf für das ungehemmte Rauchen war indes vergeblich. Günter Groß verstarb im Mai 2017 ohne die allgemeine Raucherlaubnis in der bayerischen Gastronomie wiedererlangt zu haben.
Advertisements
Getaggt mit , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: