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bft und Frau Dr. med. Monika Müller-Klar

„bft“ ist nicht nur ein großer deutscher Tankstellenbetreiber sondern „bft“ steht auch für „Bürger für Freiheit und Toleranz„. Wie wir bereits mehrfach berichtet haben, hat dieser Verein, dem unser lieber Freund Bodo Meinsen, ein Tabaklobbyist reinsten Kalibers, vorsteht, weder mit „Freiheit“ noch mit „Toleranz“ viel im Sinn. Im Gegenteil: Man betreibt reinsten Tabaklobbyismus, denn „bft“ wird von der Zigarettenindustrie gesponsort. Auf der Sponsorenliste dieses dubiosen Grüppchens finden sich dann auch einige mehr oder weniger hochkarätige Unternehmen der Lungenkrebsindustrie:

  • British American Tobacco
  • Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller e.V.
  • MUT e. V. (Mittelständische Unternehmen der Tabakwirtschaft)
  • Ermuri Genuss Company

(Beweis)

Bei „bft“ ist seit einiger Zeit eine Dame im Vorstand tätig, über die wir heute berichten wollen. Denn endlich hat „bft“ auch einen Medicus im Team: Und sogar einen weiblichen. Und einen mit sehr, sagen wir mal, „exotischen“ Ansichten.

"bft"-Vorstand

„bft“-Vorstand

Dr. med. Monika Klar ist denn auch sehr rührig für einen Verein, der den Verkauf von tödlichen Drogen, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ungefähr die Hälfte  ihrer Konsumenten zuverlässig vor dem Erreichen einen höhren Lebensalters töten, zu befördern sucht. Für eine Ärztin, die eigentlich der Gesundheit und dem Leben eher verpflichtet sein sollte als den ruchlosen Interessen einer Killerindustrie ist dieses Engagement sehr zweifelhaft.

Zuerst aufgefallen ist mir Dame als Demorednerin auf „Pro-Lungenkrebs-Demos“ bzw. den Videos davon auf YouTube:

Dr. Monika Müller-Klar als Demorednerin "pro Lungenkrebs"

Dr. Monika Müller-Klar als Demorednerin „pro Lungenkrebs“

Hier findet man sehr schön die ewig gleichen Versuche aufzuzählen, was alles noch so gesundheitsgefährdend ist und uns zu erzählen versucht, wie die böse Industrie uns töten will. Einschließlich der Gesundheitsindustrie durch Röntgen und Antibiotika. Nicht zu vergessen das Würstchengrillen. Und Autos. Und Weichmacher in Kunststoffen. Und, und, und… Fazit: Menschen sterben nicht am Rauchen sondern an der Umweltverschmutzung und am Grillen. Allerdings ist der Beifall für Frau Dr. eher mau.

Werfen wir einen genaueren Blick auf das öffentliche Auftreten der Dame. In einem „Offenen Brief“ an einen Landtagsabgeordneten der GRÜNEN wird klar, dass das Fachwissen von Frau Dr. med. Müller-Klar eines gewissen, sagen wir mal, „Updates“ bedarf:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Zunächst zum Rauchen: Dies ist sicherlich nicht gesund, aber mitnichten das höchste vermeidbare Gesundheitsrisiko, wie Sie sehr wohl wissen sollten. Die Hauptkrankheits- und Sterbeursache in Deutschland sind die HerzKreislauf-Erkrankungen. Die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes.

Das dkfz in Heidelberg hat komischerweise eine andere Meinung zu dem Sachverhalt:

Deutsches Krebsforschungszentrum: Die wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Herz-Kreislaufkrankheiten sind mangelnde Bewegung, eine ungesunde Ernährung und vor allem das Rauchen.

„Vor allem“ heißt „vor allem“ oder wie anders will man diese Aussage interpretieren? Aber auch anderweitig scheint mir die medizinische Kompetenz der Frau Dr. etwas nachhilfebedürftig:

Dr. med. Monika Müller-Klar: […] Danach kommt in der Statistik die Zunahme an Krebserkrankungen. Hier stehen aber an erster Stelle Mamma- und Prostata und Darm-Ca. An 4. Stelle in der Krebsstatistik steht das Lungen-Ca, welches in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, obwohl im gleichen Zeitraum immer weniger Menschen rauchen.

Vielleicht sollte sich Frau Dr. einmal die Raucherprävalenz als Funktion der Zeit über die letzten Jahrzehnte ansehen und sich dann klar machen, dass verbunden mit der aller Regel mehrere Jahrzehnte dauernden Latenzzeit bis zur gesicherten Diagnose eines Bronchial-Ca.  eben dieser Effekt auftritt. Oder anders gesagt: Heute sterben die Raucher, die in den 70er und 80er-Jahren des letzten Jahrhundert angefangen haben zu rauchen. Erkennbar ist dies u. daran, dass die Lungenkrebsrate bei Männern heute zurückgeht, während die von Frauen noch steigt. Vor ca. 20 Jahren begannen nämlich Frauen verstärkt zu rauchen,  während der Tabakkonsum bei Männern langsam zurückging.

Zusätzlich hat Frau Dr. Müller-Klar die üblichen Verharmlosungsstrategien schon perfekt drauf. Sie dürfte daher eine echte Bereicherung für Bodo Meinsens Truppe sein.

Dr. med. Monika Müller-Klar: Dazu ist es geradzu lachhaft, dass eine Partei, die dafür mitverantwortlich ist, dass Atom- und Kohlekraftwerke weiter am Netz sind, der Schadstoffausstoss von Kfz in Relation zur Größe des Autos berechnet werden (wobei heute die SUVs die Straße bevölkern), wo in der Nahrung Farbstoffe, Kon­servierungsstoffe, sogenannte naturidentische Aromastoffe erlaubt sind, wo in der Nah­rungs­mittelindustrie die Anwendung von Antibiotika und Anabolika gang und gebe ist, wo die Anwen­dung von Pestiziden und Injektiziden beim Anbau von Obst und Gemüse erlaubt sind, wo dieselben noch ca. 15 % der ursprünglichen Vitamine enthalten.

Ich nenne es das „Andere Dinge sind auch gefährlich „-Syndrom. Kommt immer gut an bei den Niktoinfans, hat aber keinen Sachbezug und kann kaum als „wissenschaftliche Argumentation“ bezeichnet werden.

Gelegentlich frage ich mich dann auch, wo die Dame promoviert hat, denn elementare wissenschaftliche Methoden scheinen ihr nicht geläufig zu sein:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Nun zum Passivrauchen: Auch Sie sprechen von den immer wieder erwähnten 3.300 Toten/Jahr durch Passivrauch. Das haben Sie wohl irgendwo abgelesen. Wie bitte wollen Sie dies verifizieren? Es gibt nicht eine einzige Studie hierüber, die Bestand hat! Wie denn auch! Sie müssten ja Men­schen in einen völlig schadstofffreien Raum sprerren, sie absolut schadstofffrei ernähren (wobei Sie immer noch nicht die genetische Disposition ausschalten könnten!) und sie dann mit Zigaret­tenrauch bedampfen, um eine solche Studie durchführen zu können.

Methoden wie die Bildung von statistischen Zwillingen, das Adjustieren und Eliminieren von Confoundern und die mathematische Modellierung von statistischen Daten sind ihr offenbar nicht bekannt. OK, dann kommt natürlich so ein Blödsinn dabei heraus. Dann hat die Dame zusätzlich noch eklatante sprachliche Probleme, denn einfache Sätze versteht sie offenbar nicht:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Bei über 70 dieser Substanzen ist nachgewiesen, dass sie krebserregend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen (was nun? Krebserregend und im Verdacht stehend?).

Es ist schon sehr schwer, die beiden logischen Opratoren „und“ und „oder“ auseinanderzuhalten bzw. richtig zu interpretieren.

Dr. med. Monika Müller-Klar: Haben Sie einmal nachgelesen, wieviel Verbrennungsstoffe frei gesetzt werden durch HolzKohle-Öfen, brennende Kerzen, Braten, Grillen, Anzünden eines Kamins oder Autoabgase?

Lernzielkontrolle: Wie nennt man diese Art des Vortrages?

Und jetzt gleitet die Dame in vollkommen humoristische Gefilde ab:

Dr. med. Monika Müller-Klar: Dagegen steht das „kleine“ Problem für eine Zigarette vor die Tür zu gehen. Sie denken vielleicht an Menschen, die alle vier Stunden mal eine Zigarette rauchen. Was ist mit denen, die vier Ziga­retten in einer Stunde rauchen? Die stehen ununterbrochen vor der Tür. Die Rauchersterblichkeit nimmt nun nicht aufgrund des Rauchens zu, sondern durch die Lungenentzündung, die sie sich bei dem hiesigen Wetter vor der Tür holen.

Ähhhh, Frau Dr. Müller-Klar, ich will ja nicht rumnölen. Aber sie fordern doch immer eindeutige wissenschaftliche Beweise. Zumindest wenn es gegen das Rauchen geht. Haben Sie diese Beweise denn auch für Ihre komische These? Und Ihnen ist schon bekannt, dass eine Pneumonie i. d. R. durch Bakterien verursacht wird und nicht durch kühle Luft? Oder erklären Sie mir mal, warum im Winter Menschen, die regelmäßig lange im Freien arbeiten müssen, wie z. B. Briefträger, Straßenarbeiter oder Eisenbahner nicht reihenweise keuchend und röchelnd dem Exitus anheim fallen. Und wie sieht es mit Joggern und Radfahrern aus, die sich im Winter draußen bewegen? Sind das Ihrer Meinung nach alles Todeskandidaten?

Apropos „wissenschaftlich belastbare Beweise“: Auf ihrer Praxiswebseite wirbt Frau Dr. Müller-Klar für ganz exotische Behandlungsmethoden. U. a. bietet sie „Bachblütentherapie“ an. Während sie aber gar kein Problem damit hat, wissenschaftliche Daten anzuzweifeln die gegen das Rauchen sprechen, ist sie bei solchen Behandlungsmethoden, deren Wirksamkeit überhaupt nicht wissenschaftlich bewiesen wurde, sehr viel großzügiger.Auch „Therapien“ die von den Fachverbänden als unwirksam oder sogar gefährlich gekennzeichnet sind, bietet die neue Ärztin bei „bft“ an. Ein Besipiel ist die „Chelattherapie“:

Wikipedia: Amerikanische und deutsche Ärzteverbände und die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA haben schon 1984 vor der Chelat-Therapie gewarnt.1998 hat die Verbraucherzeitschrift der FDA „FDA Consumer“ die Chelattherapie in die „Top Ten“ der als „Gesundheitsschwindel“ erkannten Methoden eingereiht. Keine unabhängige wissenschaftliche Studie hat bislang einen Erfolg der Methode erwiesen. (Quelle)

Ebenso verhält es sich mit der „Dorn-Breuss-Methode“ zur Heilung von Wirbelsäulenbeschwerden. Ein Physiotherapeut sieht diese sehr kritisch:

Michael Lierke: Da es sich hier um eine Methode ohne rationalen Hintergrund handelt, deren Wirksamkeit bis heute noch in keiner klinischen Studie belegt wurde, kann sie natürlich nicht ärztlich verordnet und zu Lasten einer Krankenkasse durchgeführt werden.[…]m Gegensatz zur mehrjährigen Ausbildung innerhalb eines der anerkannten medizinischen Berufsbilder kann die Dorn-Methode in eintägigen Seminaren von jedermann erlernt werden, ohne dass hierzu irgendwelche medizinischen Kenntnisse vorausgesetzt werden. Selbst die Dozenten der Dorn-Methode sind regelmäßig medizinische Laien, die bestenfalls über einen Heilpraktikerschein verfügen. […]Sehr gern wird die Dorn-Methode übrigens im Zusammenhang mit der sog. Breuss-Massage gelehrt. Bei letzterer wird dem leichtgläubigen Patienten suggeriert, dass das Johaniskrautöl, welches man ihm in den Rücken einmassiert, durch alle Gewebsschichten (einschließlich Rückenmuskulatur, knöcherne Anteile der Wirbelbogengelenke, Rückenmarkskanal, Bandapparat der Wirbelsäule) bis in die Tiefe der Bandscheiben vordringen soll, in welche es hineindiffundieren und diese so anschließend von innen heraus vor dem Austrocknen schützen soll. Angesichts der Tatsache, dass es keine anatomische Struktur, geschweige denn irgendwelche Blutgefäße gibt, die die Hautoberfläche in direkter Linie mit den Bandscheiben verbindet und das die Bandscheiben umgebende Bindegewebe in keiner Weise die Eigenschaft besitzt, Johanniskraut auf dem Diffusionsweg passieren zu lassen, zeugen solche Vorstellungen von einer abgrundtiefen Unkenntnis über physiologische und anatomische Grundlagen.  (Quelle)

Dass die Daten und Studienergebnisse des dkfz zur Morbidität des Passivrauchens auf wissenschaftlichen Füßen stehen, die der Bachblüten- oder Chelattherapie oder der Dorn-Breuss-Methode aber nicht, sollte nochmals wiederholt werden.

Und nun stellt sich langsam auch die Frage, warum die Dame so „pro Lungenkrebs“ agitiert. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, dieses Motto gilt auch hier:

Link zu facebook

Mit Bierdose („Diebels“) und Kippe in der Hand sieht man sie in Düsseldorf auf einem Informationsstand von Rauchergruppen. Damit wären eigentlich für mich alle Fragen geklärt. „Prost, Frau Doktor! Hau wech die Sch….!“

 

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„Bürger für Freiheit und Toleranz“ („bft“), der „Genussverlag“ und der Herr Meinsen

(Mehr von Peter Rachow über den Tabaklobbyverein „Bürger für Freiheit und Toleranz“ des Bodo Meinsen unter

https://peterrachow.wordpress.com/category/burger-fur-freiheit-und-toleranz/ )

Ein Dossier von Peter Rachow

„Bürger für Freiheit und Toleranz“, so nennt sich ein dubioser und seine wahren Absichten eher ungeschickt verschleiernder Verein mit Sitz in München. Besucht man die Webseite dieses Vereins, so findet man u. a. das Impressum.  Dort kann man erkennen, dass die Gründungsprozedur dieses vermeintlichen Hortes der Menschenrechte, des Humanismus und der Liberalität zwar noch nicht ganz abgeschlossen ist, aber man immerhin schon einmal einige Ziele definiert hat.

Einerseits weist dieses Impressum nämlich aus, dass dieser Verein immer noch als „in Gründung“ befindlich firmiert, aber sein Inhaber, ein Bodo Meinsen aus Kirchheim bei München zumindest schon mal mit einer Webseite präsent ist, auf der dargelegt wird, um was es diesem neuen Verein denn angeblich gehen soll. Und das ist immerhin schon mal ein Anfang. Denn der Herr Bodo Meinsen ist ja nicht nur „Genussraucher“ sondern auch Medienprofi.

Was ist nun das Begehren dieses Meinsen-Vereins? Ganz einfach: Man ist angeblich gegen „Bevormundung“ jedweder Art: „Bürger für Freiheit und Toleranz kämpft gegen die unnötige Bevormundung durch den Staat und dessen erzieherische Eingriffe in unser Leben“ so liest der Besucher dieser Webseite erstaunt.

Man mag sich jetzt fragen ob diese Haltung vielleicht nicht doch schon etwas paranoid ist, denn der Staat sind ja wir alle, aber interessant wird es dann, wenn eine genauere Defintion der Ziele folgt: „Ein aktuelles Beispiel ist das 2010 per Volksentscheid erlassene strikte Rauchverbot“. Aha, das konnte man sich ja gleich denken. Nicht mehr und nicht weniger. Andere Zusammenhänge von vermeintlich verdammungswürdiger Bevormundung durch den Staat werden nämlich konsequent ausgespart. Und dies passt auch ins Bild. Raucher waren wohl bis vor wenigen Jahren nie auch nur ansatzweise der Meinung, der Staat würde sie irgendwie „bevormunden“. Denn so lange die Damen und Herren von der sich selbst als solche bezeichnenden „Genussfraktion“ überall ihre stinkenden Stängel anzünden durften, war alles gut. Aber als „der Staat“ es ihnen untersagte, in Kneipen zu rauchen, fingen sie plötzlich an, die Welt als „Bevormundungsstaat“ zu begreifen.

Wer aufgrund dessen in Zusammenhang der Namenswahl des Vereines meint, die Organisation des Herrn Meinsen habe also etwas mit Demokratie, Menschenrechten und den abendländischen Werten der Duldsamkeit zu tun, der irrt. Und zwar gewaltig. Hinter den schönen und mehr als edel klingenden Begriffen „Freiheit“ und „Toleranz“ verbirgt sich nämlich nicht mehr als eine kleine Gruppe von Nikotinsüchtigen, deren Ziel es zum 100. Male ist, das strenge bayerische Nichtraucherschutzgesetz einfach mal eben zur Gänze wieder abschaffen zu wollen. Und dies nur, um ihren Mitmenschen weiter mit der zügellosen Emission von krebserregenden und stinkenden Tabaksqualmschwaden in Gasthaus und Festzelt nachhaltig auf die Nerven, auf die Lungen und damit auf den sprichwörtlichen „Senkel“ gehen zu dürfen. Dafür stehen also „Freiheit“ und „Toleranz“.

Aber der Name ist zumindest gut gewählt um die wahren Ziele dieses dubiosen Clubs zu verschleiern. Man hat dazu ganz tief in die Kiste mit den Mogelpackungen gegriffen. „Bürger für Freiheit und Toleranz“ klingt nämlich viel besser als „Bayern sagt NEIN!“. Denn „nein“ klingt schon sehr negativ. Und das wollte man dann wohl doch nicht.

Ach ja, bevor es vergessen wird: „Bayern sagt NEIN!“ hieß diese Organisation von Tabakdrogenfanatikern vorher. Genauer gesagt, bevor man beim bayerischen Volksentscheid vollends baden ging und sich eine ganz derbe Schlappe einfuhr, als nämlich 2/3 der Stimmabgebenden im Juli 2010 für einen kompromisslosen Nichtraucherschutz votierten und fortan das Rauchen in bayerischen Gasthäusern untersagt wurde. Und zwar fast ohne jede Ausnahme.

Und so muss irgendein Marketingmensch Herrn Meinsen wohl erklärt haben, dass er für seine „Wir-wollen-überall-rauchen“-Clique fortan unbedingt positiv besetzte Begriffe verwenden müsse. Und heraus kam dann das Wortpaar „Freiheit und Toleranz“. Als ob Suchtdrogen etwas mit „Freiheit“ und deren rücksichtsloser öffentlicher Konsum etwas mit „Toleranz“ zu tun hätten. Nun denn, sei es eben wie es ist: Manch einer glaubt ja auch noch an den Weihnachtsmann.

Man mag es übrigens fast Bedauern, dass die von Herrn Meinsen beklagte allfällige Bevormundung des Bürgers durch den Staat noch nicht soweit geht, dass der Gesetzgeber die bewusst missbräuchliche Verwendung von abstrakten Begriffen aus dem Katalog unserer Grundwerte nicht per Gesetz unterbindet. Das wäre mal wirklich ein Ansatz: Ein Klagerecht gegen die missbräuchliche Verwendung von Wertbegriffen aus den Grundfesten unseres demokratischen Staatsgebildes. Irgendwann kommen sonst vielleicht noch Waffen- oder Drogenhändler auf die absonderliche Idee, unter Rückgriff auf „Freiheit“ und „Toleranz“ eine Lockerung der Verkehrbeschränkungen der von ihnen vertriebenen Waren einzufordern.

Aber der Verein von Herrn Meinsen ist, was die gezielte Falschverwendung von Begriffen betrifft, nicht nur auf „Freiheit“ und „Toleranz“ beschränkt. So fordert dieser Club doch allen Ernstes auf, am 21.01.2011 an einer „Demo für echten Gesundheitsschutz“ teilzunehmen.

Bodo Meinsen (FDP Kirchheim) ruft zur Pro-Krebsdemo auf

Bodo Meinsen (FDP Kirchheim) ruft zur Pro-Krebsdemo auf

Weiter im Text über Herrn Meinsen:

Beim Lesen dieses Aufrufes zur „Großdemonstration“ habe ich mich dann doch tatsächlich gefragt, ob diese Leute wirklich noch alle Tassen im Schrank haben. Man kann dort nämlich u. a. folgende Forderungen lesen:

  • Nutzung der Innovationsklausel – FILTERANLAGEN sind der einzige echte GESUNDHEITSSCHUTZ!
  • Zulassung von Raucherclubs
  • Zulassung von Shishaclubs

Filteranlagen als (teure) Alternative zum Rauchverbot? Raucher- und Shishaclubs als Errungenschaft des „echten Gesundheitsschutzes“? Geht es eigentlich noch blöder?

Herr Meinsen betreibt aber nicht nur diesen oben genannten „Verein in Gründung“ sondern auch einen Verlag der dann ebenfalls zum Sprachrohr seiner „Pro-Lungenkrebs“-Stellungnahmen wird und der sich ebenso falsch wie überzogen etikettiert „Genussverlag“ nennt.

In diesem Verlag erscheinen dann periodisch auch so ungemein wichtige Postillen wie „genuss journal“ und „fine tobacco“ für den gehobenen „Genießer“. In der letztgenannten Publikation finden sich schon beim ersten Querlesen ganz überaus bedeutsame Themen wie „Smoking Rooms -7 neue Genussoasen in Deutschland, Frankreich, England und Österreich“. Ja, so stellt sich der geneigte Leser das Genießen vor: Man betritt einen „Smoking Room“ und gibt sich in dieser „Genussoase“ fortan Lungenkrebs, Herzinfarkt und Raucherbein hin. Und das gleich in 4 Ländern Zentraleuropas.

Die Begriffswahl mutet dann auch ebenfalls absurd und überzogen an. Aber das gehört vielleicht zur beabsichtigten Außenwirkung des modernen Medienmenschen und seiner Produkte, dass auf dem Etikett etwas ganz anderes draufsteht als der Inhalt dann hergibt. Für den normal denkenden Menschen ist das Inhalieren von pyrolisiertem Tabakabbrand nämlich in aller Regel kein „Genuss“ sondern normalerweise mit körperlichen Schmerz-, Unwohlseins- und Ekelerfahrungen verbunden.

Und auch im „genuss journal“, das man online herunterladen kann, findet sich jede Menge vollkommen überflüssiges Material über krebsauslösende Rauchartikel, die dann auch ausführlich besprochen werden. Man sieht Pfeifen (im Volksmund auch als „Rotzkocher“ bezeichnet), dicke Zigarren und allerlei anderes Utensil mehr. Alles Dinge, mit denen sich der „Herr von Stand“ gerne umgibt um sich und seinesgleichen den erreichten Sozialstatus vor Augen zu führen. Und gleich auf der ersten Seite dieser Publikation sieht man das, was nach aktueller Gesetzeslage zur Gänze verboten ist: Tabakwerbung im Internet. Herrn Meinsen ficht das aber nicht an, er doziert lieber über die angeblichen „Denunzianten“, die ihm und den anderen so genannten „Genießern“ das Leben doch ach so schwer machen:

„Noch klarer kann man wohl den Aufruf zur Denunziation nicht formulieren. „Und alles passiert unter dem Deckmantel der „Gesunderhaltung des Volkes“ – ein zugegebenermaßen perfektes Argument, um eine Diktatur über den Körper einzuleiten“, sagt der Vorsitzende des Vereins BFT Bürger für Freiheit und Toleranz, Bodo Meinsen. Auch er hat bereits Erfahrungen mit Denunzianten am eigenen Leib gemacht. Kürzlich erreichte ihn eine Beschwerde des Landratsamtes München, die ihm den Vorwurf machte, dass sich auf seiner Unternehmens-Internetseite wohl Tabakwerbung befände. “
Quelle „Deutschland auf dem Weg in die ANTI-Demokratie?“

Dass sich auf der Seite seiner Postille „genuss journal“ tatsächlich Tabakwerbung befindet und nicht nur redaktionell berichtet wird, wie Herr Meinsen wahrheitswidrig behauptet, kann man leicht selbst nachprüfen: In der Onlineausgabe leuchtet einem gleich auf der ersten Seite des PDF-Dokumentes ein riesiger Stinkstummel entgegen mit dem Titel „Die Zigarrenlegende und die MACANUDO 1968“. Darunter ein Werbetext und ganz unten die Bezugsquelle, wo der Tabakdrogenuser das Produkt beziehen kann. Also wenn das keine Werbung ist, was ist es dann???

Gehen wir zurück zur oben an Quelle verlinkten Meinsen-Publikation „Deutschland auf dem Weg in die ANTI-Demokratie?“: Dieses Pamphlet ist die übliche braun-gelbe Nikotinsauce von der selbst ernannten Genießerfraktion. Es wird zum x-ten Male der immer gleiche Stuss der Hardcoreraucher wiedergekäut. So textet Meinsen darin u. a.:

Knapp 23 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten stimmten für ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie in Bayern und erhielten somit die Hoheit über die Mehrheit.

Ja, der Herr Meinsen, und das kann man ihm getrost bescheinigen, hat wirklich verstanden, wie Demokratie (und hier besonders die basisdemokratische Variante durch Manifestation des Volkswillens durch einen Volksentscheid) funktioniert. Nach seiner Lesart hat also derjenige, der selbstverantwortlich einer Abstimmung fern bleibt, selbstredend das unveräußerliche Recht, dass sein Votum (welches auch immer das sei) berücksichtig wird. Wie das in der Realität gehen soll, lassen wir dahingestellt. Realität ist sowieso sehr schwierig.

Denn wenn Meinsen die Auffassung vertritt, dass rein mathematisch nur knapp 23% der Bayern für den effektiven Nichtraucherschutz (und damit GEGEN Tabakgestank und -mief in der Gastronomie) votiert hätten, will er wohl zum Ausdruck bringen, dass der Volksentscheid bzw. dessen Ergebnis nicht hinreichend legitimiert sei. Diese Sichtweise zeugt aber höchstens von einer doch recht hohen geistigen Verwirrung das Verständnis demokratischer Prinzipien betreffend oder einer vollumfänglichen Unfähigkeit, demokratische Entscheidungen zu akzeptieren, auch wenn sie einem nicht passen sollten.

Lieber Herr Meinsen: Wenn Sie und Ihre Mitstreiter aus Hardcorerauchern und Tabakdealern die mehrheitlich suchtkranken Tabakanhänger nicht zur Abstimmungsteilnahme mobilisieren konnten und dagegen 61% derer, die sich zur Abstimmung bequemt haben, eben nun einmal für den Nichtraucherschutz gestimmt haben, zeigt Ihre haltlose und dumme Aussage nur, dass Sie nicht nur keine Ahnung von den Funktionsprinzipien einer (Basis)Demokratie haben sondern überdies noch ein sehr schlechter Verlierer sind.

Denn die Abstimmung beim bayerischen Volksentscheid ist, das setze ich mal als bekannt voraus, nicht an ein Quorum gebunden und deshalb ist es unerheblich, wie viele Abstimmungsberechtigte der Abstimmung fern bleiben. Jene, die hingehen entscheiden nämlich die Wahl. Und sonst niemand. Und das ist durchaus üblich in Demokratien. Besonders wenn keine Wahlpflicht sondern „nur“ ein Wahlrecht existiert.

Und ich behaupte mal ganz einfach, dass Ihre Suchtfraktion noch weitaus schlimmer unterlegen wäre, wenn die Wahlbeteiligung noch höher gelegen hätte. Denn die Anhänger eines gepflegten Lungenkrebses machen in Bayern gerade mal knapp 25% der Wahlberechtigten aus. Von dieser Ausgangslage her betrachtet ist es nach Lage der Dinge ziemlich illusorisch, an einen Wahlerfolg „pro Rauchen“ glauben zu wollen. Und weiter behaupte ich, dass jene, die fern geblieben sind, gar kein Problem mit dem Ausgang der Entscheidung hatten (wie auch immer der ausgefallen wäre), sonst wären sie nämlich zur Abstimmung gegangen. Diese Menschen haben sich nämlich frei und selbstbestimmt dafür entschieden, der Abstimmung fern zu bleiben. Oder wollen sie etwa behaupten, dass diese Nichtwähler von „Antiraucherlobbyisten“ und „Gesundheitsfanatikern“ am Verlassen der Wohnung oder der Stammkneipe gehindert wurden wo sie den Wahlsonntag verbracht hatten? Nein, Herr Meinsen, das wollen Sie doch sicher nicht, oder? So dumm können Sie nicht sein, oder?

Also hören Sie endlich auf, die Legitimation des bayerischen Volksentscheides anzuzweifeln! Nicht die Minderheit zwingt der Mehrheit den Willen auf, sondern jene, die zur Abstimmung gingen, haben entschieden. Jeder hätte abstimmen können. Es war eine freie, gleiche und geheime Abstimmung. Und wer nicht mitentscheiden wollte, blieb eben zu Hause oder rauchte in seiner Stammkneipe seine letzte Kneipenzigarette. So einfach ist das. Zumindest, wenn man Demokrat und nicht süchtiger „Tabakgenießer“ ist.

Peter Rachow (März 2011)

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Bodo Meinsen – Absurde Theorien zum Rauchen von einem Tabaklobbyisten

Bodo Meisnen aus Kirchheim beim München ist ein Tabaklobbyist. Einer der erfolglosesten zwar, aber auch einer der bizarrsten. Unter dem Deckmantel eines kleine von ihm gegründeten vereins (Bündnis für Freiheit und Toleranz“) betreibt er unverhohlen Lobbyismus für Krankheit, Siechtum und Tod.

In einen Artikel von diesem selbst erklärten Mr. „Freiheit und Toleranz“, der an geistiger Einfalt wirklich nicht mehr zu übertreffen ist, versucht Meinsen, die „armen entrechteten“ Raucher als Opfer darzustellen.

Nebenbei: Bodo Meinsen, das sei am Rande erwähnt, wird gerne auch „Mr. Dienstaufsichtbeschwerde“ genannt. Denn der so „tolerante“ und „freiheitliche“ Herr Meinsen ist doch tatsächlich so weit im Niveau gesunken, gegen einen beim Staat beschäftigten Tabakgegner aus Süddeutschland wegen dessen kritischen und Meinsen sicher nicht genehmen Artikel eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Dienstherrn der Person einzureichen. Diese war, wie wir erfahren haben, allerdings mangels rechtlicher Grundlage sehr schnell verworfen worden. Allerdings sieht man daran sehr klar, wie Herr Meinsen die Begriffe „Freiheit“ und „Toleranz“ wirklich versteht. Herrn Meinsen einen „Anscheinsdemokraten“ zu nennen, dürfte seine Gesinnung in etwa treffen.

Kehren wir jedoch wieder zu seinem Text zum Rauchen und Rauchern zurück. Denn dieser, im Übrigen begnadet schlecht vortragende, Autor versucht doch tatsächlich, die über 20 Millionen mehrheitlich suchtkranken Tabakkonsumenten in Deutschland als Opfer einer großen von finsteren Kräften betriebenen Machtintrige darzustellen, welche diesen doch lediglich genussfreudigen Menschen nun ihre letzten Refugien zerstören wollen. Diese Sichtweise auf ein gesellschaftliches Problem ist einfach nur verzerrt, pervers und krank.

Wenn er schreibt

Bodo Meinsen: „Ein schweres Los für Menschen, die ein legales Produkt genießen wollen und sich nun der Ächtung und Ausgrenzung ausgesetzt sehen dürfen.“

so versucht der Mann in seiner erschreckend offen dargestellten geistigen Schlichtheit, die Suchtdroge „Tabak“ dadurch zu verharmlosen, indem er sie als „legales Produkt“ deklariert, sie also auf eine reine Legaldefinition reduziert. Als ob die Fragestellung „legal oder illegal?“ irgend etwas mit der Schadwirkung eines Produktes zu tun habe. Auch das „schwere Los“ geht in die gleiche Richtung. Heute das „schwere Los“ der Rauchbeschränkungen, in ein paar Jahren das „schwere Los“ eines unheilbaren Lungenkrebses. Aber soweit denkt Meinsen offenkundig nicht.

Und die von ihm verwendeten Begriffe „Ächtung und Ausgrenzung“ sollen vermutlich den Rest an kläglicher Meinungsmache bewirken. Man wartet eigentlich nur noch, dass der (Nichtraucher-)Mob mit Äxten und Knüppeln bewaffnet die Raucher auf die Scheiterhaufen treibt. Es steht zu fragen, ob sich dieser Mann für den entsetzlichen Stuss, den er da verbreitet, nicht abgrundtief schämt. Ich fürchte aber, das kann er nicht. Denn die Fähigkeit Scham zu empfinden, ist an bestimmte verinnerlichte Dinge wie ethische Werte und bestimmte Einsichten gekoppelt. Die sind bei Meinsen aber, so steht zu vermuten, nicht vorhanden.

Weiter geht es bei dem erbärmlichen Versuch, Tabakdrogensüchtige zu exkulpieren:

Bodo Meinsen:““Dem Raucher, wie unterschiedlich er auch zu definieren ist, drohen harte Zeiten. Nicht nur, dass die geschätzten 20 Millionen Tabakfreunde in Deutschland ein Steueraufkommen von rund 14 Milliarden Euro pro Jahr beibringen und damit wichtige Haushaltsbedürfnisse erfüllen – nun müssen sie sich dafür auch noch einer gezielten Kampagne gegen ihre Lust ausgesetzt sehen.“

Aha, wieder ein sehr durchschaubarer Trick: Drogensüchtige werden lapidar zu „Tabakfreunden“ erklärt, die mit der Finanzierung „ihrer Lust“ einen erheblichen Teil des deutschen Steueraufkommens leisten. Rücken wir die verquere Sichtweise des Herrn Meinsen doch mal eben etwas gerade.

Der Bundeshaushalt hat jedes Jahr ein Volumen von über 240 Milliarden Euro. Davon macht die Tabaksteuer dann in etwa 6% aus. Gleichzeitig kostet aber bereits die Behandlung durch Tabakkonsum verursachter Krankheiten die Gesellschaft um die 20 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen weitere Kosten durch Invalidität, Frühverrentung, ausfallender produktiver und konsumptiver Kraft also Arbeitsleistung und dadurch generierter Kaufkraft, etc. etc. Aber man erwartet von einem Herrn wie Bodo Meinsen jetzt sicher nicht, Gedankengänge dieser Art irgendwie auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können.

Und dann setzt der Herr Meinsen mit Macht zum verbalen Rundumschlag an:

Bodo Meinsen:“Ausgehend von dem WHO-Kollaborationszentrum DKFZ in Heidelberg ( hier wird immer wieder fälschlicherweise von einer Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum gesprochen, welches ebenfalls in Heidelberg beheimatet ist und als Vermieter der Propagandaabteilung unter Leitung von Frau Dr. Martina Pötschke-Langer wirkt ). Von dort geraten beinahe täglich Meldungen in die mediale Umlaufbahn, die stets das gleiche Ziel verfolgen: Tabak muss weg!“

Endlich ist der Täter, der für das „deutsche Kneipensterben“ verantwortlich ist, ausgemacht. Genauer gesagt, „die Täterin“. Es handelt sich, man ahnte es, um Dr. Martina Pötschke-Langer, die angeblich dem Tabak den Garaus machen will. Danke, lieber Bodo Meinsen, besser kann man seine eigene Ignoranz einem Riesenpublikum nicht vor Augen führen.

Dass Suchtprävention eine immens wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist, dass Tabak jedes Jahr alleine Deutschland weit über 100.000 Menschen das Leben kostet und diese Opfer aufgrund ihrer Sucht vielfach einen elenden und frühen Tod sterben, scheint diesem mit beeindruckend geringer Intellektualität ausgestatteten Tabakapologeten nicht einmal im Ansatz in den Sinn zu kommen.

So, und nun, nachdem die dunklen Mächte und deren faustische Ziele definiert sind, kommt der nächste Geniestreich des Hernn Meinsen aufs Tapet. Jetzt geht es an die Folgen…

Bodo Meinsen: „Doch ein generelles Tabak-Verbot scheint aufgrund der notwendigen Steuereinnahmen nicht realisierbar. Deshalb wurde seit Beginn dieses Jahrtausend eine Kampagne gestartet, die zum Ziel hatte, den Rauchern die Raucherplätze zu vermiesen. Was ist besser geeignet, als die Gastronomie? Dort wird geraucht. In der kleinen Kneipe die Zigarettenraucher beim Bier oder Wein. Im Rauchernebenraum des größeren Lokals. In Zigarren-Lounges, wo sich Gleichgesinnte treffen.“

Ja, da gibt es (oder besser gesagt, es „gab“) die kleine gemütliche Welt, die bereits Peter Alexander besungen hat, die „Kleine Kneipe in unserer Straße, dort wo das Leben noch lebenswert ist.“. Und die wird, laut Meinsen und seiner verqueren Weltsicht, nun gnadenlos platt gemacht. Einfach weil man dort nicht mehr rauchen darf. Man fasst sich wirklich nur noch an den Kopf ob der bemerkenswerten Tumbheit hinter diesen Gedanken. Ja, ich frage mich, mit wem solch ich eigentlich mehr Mitleid haben: Mit den armen entrechteten Rauchern oder mit Herrn Meinsen selber, dass der sich erdreistet so einen entsetzlichen banalen Stuss öffentlich zu verbreiten?

Um das mal etwas gerade zu rücken: Wenn in der Gastronomie oder anderswo geraucht wird, ist das in den meisten Fällen weder „Lust“ noch schlichte „Gewohnheit“ sondern ein pathologisches Suchtverhalten, das in aller Regel einer therapeutischen Behandlung bedarf. Die meisten Raucher rauchen Studien zu Folge nämlich nicht gerne, sondern weil ein immenser Suchtdruck sie dazu treibt. Hinzu kommt, dass Alkohol und Nikotin häufig gemeinsam konsumiert werden, weil sich in den von den Drogen betroffenen Hirnarealen die an den dortigen Rezeptoren entfalteten und vom Süchtigen als angenehm empfundenen Wirkungen verstärken. Folglich ist die empfundene „Gemütlichkeit“ der „kleinen Raucherkneipe“ letztlich nur der Tatsache geschuldet, dass die dort anwesenden Drogenkonsumenten durch additive Verabreichung zweier potenter Suchtdrogen eine erhebliche Steigerung der Drogenwirkung bemerken.

So, und wenn wir schon beim Thema „Sucht“ sind, dann muss dem Leser, der von Autor Meinsen offenbar für wirklich erbärmlich dumm gehalten wird, komplett die Tabaksucht als „Genussverhalten“ umgedeutet werden:

Bodo Meinsen: „In Zigarren-Lounges liegt der Fall noch klarer. Hier treffen sich ausschließlich Menschen über 18 Jahre, die gerne die Vielfalt des „braunen Goldes“ genießen wollen, darüber philosophieren und probieren. Ein guter Wein dazu, oder eine feine Spirituose runden das Genussprogramm ab.“

Gut, dass der Leser nun endlich erfährt, wie wahrer Genuss laut Herrn Meinsen aussehen kann: Nikotin in die Lunge und Alkohol in die Birne. Rauchen und saufen, das ist „Genuss“ à la Meinsen und dann ist die Welt Dein Freund. Zumindest bis man irgendwann vom Arzt die Diagnose bekommt. Eine entsetzliche und triviale Sicht der Welt und des Lebens die den Genussbegriff auf die schnöde Aufnahme von Alltagsdrogen zu reduzieren sucht.

Irgendwann wird Meinsen dann aber auch wieder versöhnlich:

Bodo Meinsen:“Die Raucher, die Genussraucher, die Dampfer und liberalen Nichtraucher würden nach der emotional geführten Diskussion und den sichtbaren Folgen eine gesellschaftstaugliche Konsenslösung akzeptieren. Die Nichtraucher fänden mehrheitlich rauchfreie gastronomische Angebote.“

Ich deute mal diese Einsicht in eine von ihm gewünschte „Konsenslösung“ folgendermaßen „OK, wir Raucher wissen, wir haben es die letzten Jahrzehnte zu doll getrieben und rücksichtslos alles eingequalmt was ging. Wir sehen auch ein, dass die Mehrheit keinen Qualm will. Also lasst uns doch ein paar Refugien, wo wir noch rauchen können.“ Die flehenden Worte „Bitte, bitte, bitte!“ darf man sich gerne dazu denken.

Erinnern wir uns kurz zurück: Wir haben in den Zeiten des beginnenden Nichtraucherschutzes gesehen, was die Folgen der „Konsenslösung“ bzw. der entsprechenden Versuche waren. Rücksichtslose Rauchsüchtige haben weiter überall gequalmt, Speiserestaurants waren plötzlich „Raucherclubs“, aus den „Raucherlounges“ zog der Mief durch die geöffneten Türen hinüber in den Nichtraucherbereich und im Grunde hatte sich gar nichts geändert außer dass auf manchen Tischen ein Nichtraucherschildchen aufgestellt war. Das war „Nichtraucherschutz“ wie ihn sich Herr Meinsen und seine Tabakdrogenfreunde vorstellen. Aber damit ist jetzt endgültig Schluss. Und das Gewimmere und Geheule von Meinsen & Co. ist einfach nur noch peinlich.

bft

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