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Mal wieder: Bodo Meinsen und die ‚Bürger für Freiheit und Toleranz‘

Auf dem Blog von Peter Rachow ist ein Artikel erschienen, der sich mit den neuen Machenschaften der Tabaklobby in Gestalt des Herrn Meinsen beschäftigt:

https://peterrachow.wordpress.com/category/burger-fur-freiheit-und-toleranz/

Unbedingt ansehen!

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„Bürger für Freiheit und Toleranz“ („bft“), der „Genussverlag“ und der Herr Meinsen

(Mehr von Peter Rachow über den Tabaklobbyverein „Bürger für Freiheit und Toleranz“ des Bodo Meinsen unter

https://peterrachow.wordpress.com/category/burger-fur-freiheit-und-toleranz/ )

Ein Dossier von Peter Rachow

„Bürger für Freiheit und Toleranz“, so nennt sich ein dubioser und seine wahren Absichten eher ungeschickt verschleiernder Verein mit Sitz in München. Besucht man die Webseite dieses Vereins, so findet man u. a. das Impressum.  Dort kann man erkennen, dass die Gründungsprozedur dieses vermeintlichen Hortes der Menschenrechte, des Humanismus und der Liberalität zwar noch nicht ganz abgeschlossen ist, aber man immerhin schon einmal einige Ziele definiert hat.

Einerseits weist dieses Impressum nämlich aus, dass dieser Verein immer noch als „in Gründung“ befindlich firmiert, aber sein Inhaber, ein Bodo Meinsen aus Kirchheim bei München zumindest schon mal mit einer Webseite präsent ist, auf der dargelegt wird, um was es diesem neuen Verein denn angeblich gehen soll. Und das ist immerhin schon mal ein Anfang. Denn der Herr Bodo Meinsen ist ja nicht nur „Genussraucher“ sondern auch Medienprofi.

Was ist nun das Begehren dieses Meinsen-Vereins? Ganz einfach: Man ist angeblich gegen „Bevormundung“ jedweder Art: „Bürger für Freiheit und Toleranz kämpft gegen die unnötige Bevormundung durch den Staat und dessen erzieherische Eingriffe in unser Leben“ so liest der Besucher dieser Webseite erstaunt.

Man mag sich jetzt fragen ob diese Haltung vielleicht nicht doch schon etwas paranoid ist, denn der Staat sind ja wir alle, aber interessant wird es dann, wenn eine genauere Defintion der Ziele folgt: „Ein aktuelles Beispiel ist das 2010 per Volksentscheid erlassene strikte Rauchverbot“. Aha, das konnte man sich ja gleich denken. Nicht mehr und nicht weniger. Andere Zusammenhänge von vermeintlich verdammungswürdiger Bevormundung durch den Staat werden nämlich konsequent ausgespart. Und dies passt auch ins Bild. Raucher waren wohl bis vor wenigen Jahren nie auch nur ansatzweise der Meinung, der Staat würde sie irgendwie „bevormunden“. Denn so lange die Damen und Herren von der sich selbst als solche bezeichnenden „Genussfraktion“ überall ihre stinkenden Stängel anzünden durften, war alles gut. Aber als „der Staat“ es ihnen untersagte, in Kneipen zu rauchen, fingen sie plötzlich an, die Welt als „Bevormundungsstaat“ zu begreifen.

Wer aufgrund dessen in Zusammenhang der Namenswahl des Vereines meint, die Organisation des Herrn Meinsen habe also etwas mit Demokratie, Menschenrechten und den abendländischen Werten der Duldsamkeit zu tun, der irrt. Und zwar gewaltig. Hinter den schönen und mehr als edel klingenden Begriffen „Freiheit“ und „Toleranz“ verbirgt sich nämlich nicht mehr als eine kleine Gruppe von Nikotinsüchtigen, deren Ziel es zum 100. Male ist, das strenge bayerische Nichtraucherschutzgesetz einfach mal eben zur Gänze wieder abschaffen zu wollen. Und dies nur, um ihren Mitmenschen weiter mit der zügellosen Emission von krebserregenden und stinkenden Tabaksqualmschwaden in Gasthaus und Festzelt nachhaltig auf die Nerven, auf die Lungen und damit auf den sprichwörtlichen „Senkel“ gehen zu dürfen. Dafür stehen also „Freiheit“ und „Toleranz“.

Aber der Name ist zumindest gut gewählt um die wahren Ziele dieses dubiosen Clubs zu verschleiern. Man hat dazu ganz tief in die Kiste mit den Mogelpackungen gegriffen. „Bürger für Freiheit und Toleranz“ klingt nämlich viel besser als „Bayern sagt NEIN!“. Denn „nein“ klingt schon sehr negativ. Und das wollte man dann wohl doch nicht.

Ach ja, bevor es vergessen wird: „Bayern sagt NEIN!“ hieß diese Organisation von Tabakdrogenfanatikern vorher. Genauer gesagt, bevor man beim bayerischen Volksentscheid vollends baden ging und sich eine ganz derbe Schlappe einfuhr, als nämlich 2/3 der Stimmabgebenden im Juli 2010 für einen kompromisslosen Nichtraucherschutz votierten und fortan das Rauchen in bayerischen Gasthäusern untersagt wurde. Und zwar fast ohne jede Ausnahme.

Und so muss irgendein Marketingmensch Herrn Meinsen wohl erklärt haben, dass er für seine „Wir-wollen-überall-rauchen“-Clique fortan unbedingt positiv besetzte Begriffe verwenden müsse. Und heraus kam dann das Wortpaar „Freiheit und Toleranz“. Als ob Suchtdrogen etwas mit „Freiheit“ und deren rücksichtsloser öffentlicher Konsum etwas mit „Toleranz“ zu tun hätten. Nun denn, sei es eben wie es ist: Manch einer glaubt ja auch noch an den Weihnachtsmann.

Man mag es übrigens fast Bedauern, dass die von Herrn Meinsen beklagte allfällige Bevormundung des Bürgers durch den Staat noch nicht soweit geht, dass der Gesetzgeber die bewusst missbräuchliche Verwendung von abstrakten Begriffen aus dem Katalog unserer Grundwerte nicht per Gesetz unterbindet. Das wäre mal wirklich ein Ansatz: Ein Klagerecht gegen die missbräuchliche Verwendung von Wertbegriffen aus den Grundfesten unseres demokratischen Staatsgebildes. Irgendwann kommen sonst vielleicht noch Waffen- oder Drogenhändler auf die absonderliche Idee, unter Rückgriff auf „Freiheit“ und „Toleranz“ eine Lockerung der Verkehrbeschränkungen der von ihnen vertriebenen Waren einzufordern.

Aber der Verein von Herrn Meinsen ist, was die gezielte Falschverwendung von Begriffen betrifft, nicht nur auf „Freiheit“ und „Toleranz“ beschränkt. So fordert dieser Club doch allen Ernstes auf, am 21.01.2011 an einer „Demo für echten Gesundheitsschutz“ teilzunehmen.

Bodo Meinsen (FDP Kirchheim) ruft zur Pro-Krebsdemo auf

Bodo Meinsen (FDP Kirchheim) ruft zur Pro-Krebsdemo auf

Weiter im Text über Herrn Meinsen:

Beim Lesen dieses Aufrufes zur „Großdemonstration“ habe ich mich dann doch tatsächlich gefragt, ob diese Leute wirklich noch alle Tassen im Schrank haben. Man kann dort nämlich u. a. folgende Forderungen lesen:

  • Nutzung der Innovationsklausel – FILTERANLAGEN sind der einzige echte GESUNDHEITSSCHUTZ!
  • Zulassung von Raucherclubs
  • Zulassung von Shishaclubs

Filteranlagen als (teure) Alternative zum Rauchverbot? Raucher- und Shishaclubs als Errungenschaft des „echten Gesundheitsschutzes“? Geht es eigentlich noch blöder?

Herr Meinsen betreibt aber nicht nur diesen oben genannten „Verein in Gründung“ sondern auch einen Verlag der dann ebenfalls zum Sprachrohr seiner „Pro-Lungenkrebs“-Stellungnahmen wird und der sich ebenso falsch wie überzogen etikettiert „Genussverlag“ nennt.

In diesem Verlag erscheinen dann periodisch auch so ungemein wichtige Postillen wie „genuss journal“ und „fine tobacco“ für den gehobenen „Genießer“. In der letztgenannten Publikation finden sich schon beim ersten Querlesen ganz überaus bedeutsame Themen wie „Smoking Rooms -7 neue Genussoasen in Deutschland, Frankreich, England und Österreich“. Ja, so stellt sich der geneigte Leser das Genießen vor: Man betritt einen „Smoking Room“ und gibt sich in dieser „Genussoase“ fortan Lungenkrebs, Herzinfarkt und Raucherbein hin. Und das gleich in 4 Ländern Zentraleuropas.

Die Begriffswahl mutet dann auch ebenfalls absurd und überzogen an. Aber das gehört vielleicht zur beabsichtigten Außenwirkung des modernen Medienmenschen und seiner Produkte, dass auf dem Etikett etwas ganz anderes draufsteht als der Inhalt dann hergibt. Für den normal denkenden Menschen ist das Inhalieren von pyrolisiertem Tabakabbrand nämlich in aller Regel kein „Genuss“ sondern normalerweise mit körperlichen Schmerz-, Unwohlseins- und Ekelerfahrungen verbunden.

Und auch im „genuss journal“, das man online herunterladen kann, findet sich jede Menge vollkommen überflüssiges Material über krebsauslösende Rauchartikel, die dann auch ausführlich besprochen werden. Man sieht Pfeifen (im Volksmund auch als „Rotzkocher“ bezeichnet), dicke Zigarren und allerlei anderes Utensil mehr. Alles Dinge, mit denen sich der „Herr von Stand“ gerne umgibt um sich und seinesgleichen den erreichten Sozialstatus vor Augen zu führen. Und gleich auf der ersten Seite dieser Publikation sieht man das, was nach aktueller Gesetzeslage zur Gänze verboten ist: Tabakwerbung im Internet. Herrn Meinsen ficht das aber nicht an, er doziert lieber über die angeblichen „Denunzianten“, die ihm und den anderen so genannten „Genießern“ das Leben doch ach so schwer machen:

„Noch klarer kann man wohl den Aufruf zur Denunziation nicht formulieren. „Und alles passiert unter dem Deckmantel der „Gesunderhaltung des Volkes“ – ein zugegebenermaßen perfektes Argument, um eine Diktatur über den Körper einzuleiten“, sagt der Vorsitzende des Vereins BFT Bürger für Freiheit und Toleranz, Bodo Meinsen. Auch er hat bereits Erfahrungen mit Denunzianten am eigenen Leib gemacht. Kürzlich erreichte ihn eine Beschwerde des Landratsamtes München, die ihm den Vorwurf machte, dass sich auf seiner Unternehmens-Internetseite wohl Tabakwerbung befände. “
Quelle „Deutschland auf dem Weg in die ANTI-Demokratie?“

Dass sich auf der Seite seiner Postille „genuss journal“ tatsächlich Tabakwerbung befindet und nicht nur redaktionell berichtet wird, wie Herr Meinsen wahrheitswidrig behauptet, kann man leicht selbst nachprüfen: In der Onlineausgabe leuchtet einem gleich auf der ersten Seite des PDF-Dokumentes ein riesiger Stinkstummel entgegen mit dem Titel „Die Zigarrenlegende und die MACANUDO 1968“. Darunter ein Werbetext und ganz unten die Bezugsquelle, wo der Tabakdrogenuser das Produkt beziehen kann. Also wenn das keine Werbung ist, was ist es dann???

Gehen wir zurück zur oben an Quelle verlinkten Meinsen-Publikation „Deutschland auf dem Weg in die ANTI-Demokratie?“: Dieses Pamphlet ist die übliche braun-gelbe Nikotinsauce von der selbst ernannten Genießerfraktion. Es wird zum x-ten Male der immer gleiche Stuss der Hardcoreraucher wiedergekäut. So textet Meinsen darin u. a.:

Knapp 23 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten stimmten für ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie in Bayern und erhielten somit die Hoheit über die Mehrheit.

Ja, der Herr Meinsen, und das kann man ihm getrost bescheinigen, hat wirklich verstanden, wie Demokratie (und hier besonders die basisdemokratische Variante durch Manifestation des Volkswillens durch einen Volksentscheid) funktioniert. Nach seiner Lesart hat also derjenige, der selbstverantwortlich einer Abstimmung fern bleibt, selbstredend das unveräußerliche Recht, dass sein Votum (welches auch immer das sei) berücksichtig wird. Wie das in der Realität gehen soll, lassen wir dahingestellt. Realität ist sowieso sehr schwierig.

Denn wenn Meinsen die Auffassung vertritt, dass rein mathematisch nur knapp 23% der Bayern für den effektiven Nichtraucherschutz (und damit GEGEN Tabakgestank und -mief in der Gastronomie) votiert hätten, will er wohl zum Ausdruck bringen, dass der Volksentscheid bzw. dessen Ergebnis nicht hinreichend legitimiert sei. Diese Sichtweise zeugt aber höchstens von einer doch recht hohen geistigen Verwirrung das Verständnis demokratischer Prinzipien betreffend oder einer vollumfänglichen Unfähigkeit, demokratische Entscheidungen zu akzeptieren, auch wenn sie einem nicht passen sollten.

Lieber Herr Meinsen: Wenn Sie und Ihre Mitstreiter aus Hardcorerauchern und Tabakdealern die mehrheitlich suchtkranken Tabakanhänger nicht zur Abstimmungsteilnahme mobilisieren konnten und dagegen 61% derer, die sich zur Abstimmung bequemt haben, eben nun einmal für den Nichtraucherschutz gestimmt haben, zeigt Ihre haltlose und dumme Aussage nur, dass Sie nicht nur keine Ahnung von den Funktionsprinzipien einer (Basis)Demokratie haben sondern überdies noch ein sehr schlechter Verlierer sind.

Denn die Abstimmung beim bayerischen Volksentscheid ist, das setze ich mal als bekannt voraus, nicht an ein Quorum gebunden und deshalb ist es unerheblich, wie viele Abstimmungsberechtigte der Abstimmung fern bleiben. Jene, die hingehen entscheiden nämlich die Wahl. Und sonst niemand. Und das ist durchaus üblich in Demokratien. Besonders wenn keine Wahlpflicht sondern „nur“ ein Wahlrecht existiert.

Und ich behaupte mal ganz einfach, dass Ihre Suchtfraktion noch weitaus schlimmer unterlegen wäre, wenn die Wahlbeteiligung noch höher gelegen hätte. Denn die Anhänger eines gepflegten Lungenkrebses machen in Bayern gerade mal knapp 25% der Wahlberechtigten aus. Von dieser Ausgangslage her betrachtet ist es nach Lage der Dinge ziemlich illusorisch, an einen Wahlerfolg „pro Rauchen“ glauben zu wollen. Und weiter behaupte ich, dass jene, die fern geblieben sind, gar kein Problem mit dem Ausgang der Entscheidung hatten (wie auch immer der ausgefallen wäre), sonst wären sie nämlich zur Abstimmung gegangen. Diese Menschen haben sich nämlich frei und selbstbestimmt dafür entschieden, der Abstimmung fern zu bleiben. Oder wollen sie etwa behaupten, dass diese Nichtwähler von „Antiraucherlobbyisten“ und „Gesundheitsfanatikern“ am Verlassen der Wohnung oder der Stammkneipe gehindert wurden wo sie den Wahlsonntag verbracht hatten? Nein, Herr Meinsen, das wollen Sie doch sicher nicht, oder? So dumm können Sie nicht sein, oder?

Also hören Sie endlich auf, die Legitimation des bayerischen Volksentscheides anzuzweifeln! Nicht die Minderheit zwingt der Mehrheit den Willen auf, sondern jene, die zur Abstimmung gingen, haben entschieden. Jeder hätte abstimmen können. Es war eine freie, gleiche und geheime Abstimmung. Und wer nicht mitentscheiden wollte, blieb eben zu Hause oder rauchte in seiner Stammkneipe seine letzte Kneipenzigarette. So einfach ist das. Zumindest, wenn man Demokrat und nicht süchtiger „Tabakgenießer“ ist.

Peter Rachow (März 2011)

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Bodo Meinsen – Absurde Theorien zum Rauchen von einem Tabaklobbyisten

Bodo Meisnen aus Kirchheim beim München ist ein Tabaklobbyist. Einer der erfolglosesten zwar, aber auch einer der bizarrsten. Unter dem Deckmantel eines kleine von ihm gegründeten vereins (Bündnis für Freiheit und Toleranz“) betreibt er unverhohlen Lobbyismus für Krankheit, Siechtum und Tod.

In einen Artikel von diesem selbst erklärten Mr. „Freiheit und Toleranz“, der an geistiger Einfalt wirklich nicht mehr zu übertreffen ist, versucht Meinsen, die „armen entrechteten“ Raucher als Opfer darzustellen.

Nebenbei: Bodo Meinsen, das sei am Rande erwähnt, wird gerne auch „Mr. Dienstaufsichtbeschwerde“ genannt. Denn der so „tolerante“ und „freiheitliche“ Herr Meinsen ist doch tatsächlich so weit im Niveau gesunken, gegen einen beim Staat beschäftigten Tabakgegner aus Süddeutschland wegen dessen kritischen und Meinsen sicher nicht genehmen Artikel eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Dienstherrn der Person einzureichen. Diese war, wie wir erfahren haben, allerdings mangels rechtlicher Grundlage sehr schnell verworfen worden. Allerdings sieht man daran sehr klar, wie Herr Meinsen die Begriffe „Freiheit“ und „Toleranz“ wirklich versteht. Herrn Meinsen einen „Anscheinsdemokraten“ zu nennen, dürfte seine Gesinnung in etwa treffen.

Kehren wir jedoch wieder zu seinem Text zum Rauchen und Rauchern zurück. Denn dieser, im Übrigen begnadet schlecht vortragende, Autor versucht doch tatsächlich, die über 20 Millionen mehrheitlich suchtkranken Tabakkonsumenten in Deutschland als Opfer einer großen von finsteren Kräften betriebenen Machtintrige darzustellen, welche diesen doch lediglich genussfreudigen Menschen nun ihre letzten Refugien zerstören wollen. Diese Sichtweise auf ein gesellschaftliches Problem ist einfach nur verzerrt, pervers und krank.

Wenn er schreibt

Bodo Meinsen: „Ein schweres Los für Menschen, die ein legales Produkt genießen wollen und sich nun der Ächtung und Ausgrenzung ausgesetzt sehen dürfen.“

so versucht der Mann in seiner erschreckend offen dargestellten geistigen Schlichtheit, die Suchtdroge „Tabak“ dadurch zu verharmlosen, indem er sie als „legales Produkt“ deklariert, sie also auf eine reine Legaldefinition reduziert. Als ob die Fragestellung „legal oder illegal?“ irgend etwas mit der Schadwirkung eines Produktes zu tun habe. Auch das „schwere Los“ geht in die gleiche Richtung. Heute das „schwere Los“ der Rauchbeschränkungen, in ein paar Jahren das „schwere Los“ eines unheilbaren Lungenkrebses. Aber soweit denkt Meinsen offenkundig nicht.

Und die von ihm verwendeten Begriffe „Ächtung und Ausgrenzung“ sollen vermutlich den Rest an kläglicher Meinungsmache bewirken. Man wartet eigentlich nur noch, dass der (Nichtraucher-)Mob mit Äxten und Knüppeln bewaffnet die Raucher auf die Scheiterhaufen treibt. Es steht zu fragen, ob sich dieser Mann für den entsetzlichen Stuss, den er da verbreitet, nicht abgrundtief schämt. Ich fürchte aber, das kann er nicht. Denn die Fähigkeit Scham zu empfinden, ist an bestimmte verinnerlichte Dinge wie ethische Werte und bestimmte Einsichten gekoppelt. Die sind bei Meinsen aber, so steht zu vermuten, nicht vorhanden.

Weiter geht es bei dem erbärmlichen Versuch, Tabakdrogensüchtige zu exkulpieren:

Bodo Meinsen:““Dem Raucher, wie unterschiedlich er auch zu definieren ist, drohen harte Zeiten. Nicht nur, dass die geschätzten 20 Millionen Tabakfreunde in Deutschland ein Steueraufkommen von rund 14 Milliarden Euro pro Jahr beibringen und damit wichtige Haushaltsbedürfnisse erfüllen – nun müssen sie sich dafür auch noch einer gezielten Kampagne gegen ihre Lust ausgesetzt sehen.“

Aha, wieder ein sehr durchschaubarer Trick: Drogensüchtige werden lapidar zu „Tabakfreunden“ erklärt, die mit der Finanzierung „ihrer Lust“ einen erheblichen Teil des deutschen Steueraufkommens leisten. Rücken wir die verquere Sichtweise des Herrn Meinsen doch mal eben etwas gerade.

Der Bundeshaushalt hat jedes Jahr ein Volumen von über 240 Milliarden Euro. Davon macht die Tabaksteuer dann in etwa 6% aus. Gleichzeitig kostet aber bereits die Behandlung durch Tabakkonsum verursachter Krankheiten die Gesellschaft um die 20 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen weitere Kosten durch Invalidität, Frühverrentung, ausfallender produktiver und konsumptiver Kraft also Arbeitsleistung und dadurch generierter Kaufkraft, etc. etc. Aber man erwartet von einem Herrn wie Bodo Meinsen jetzt sicher nicht, Gedankengänge dieser Art irgendwie auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können.

Und dann setzt der Herr Meinsen mit Macht zum verbalen Rundumschlag an:

Bodo Meinsen:“Ausgehend von dem WHO-Kollaborationszentrum DKFZ in Heidelberg ( hier wird immer wieder fälschlicherweise von einer Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum gesprochen, welches ebenfalls in Heidelberg beheimatet ist und als Vermieter der Propagandaabteilung unter Leitung von Frau Dr. Martina Pötschke-Langer wirkt ). Von dort geraten beinahe täglich Meldungen in die mediale Umlaufbahn, die stets das gleiche Ziel verfolgen: Tabak muss weg!“

Endlich ist der Täter, der für das „deutsche Kneipensterben“ verantwortlich ist, ausgemacht. Genauer gesagt, „die Täterin“. Es handelt sich, man ahnte es, um Dr. Martina Pötschke-Langer, die angeblich dem Tabak den Garaus machen will. Danke, lieber Bodo Meinsen, besser kann man seine eigene Ignoranz einem Riesenpublikum nicht vor Augen führen.

Dass Suchtprävention eine immens wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist, dass Tabak jedes Jahr alleine Deutschland weit über 100.000 Menschen das Leben kostet und diese Opfer aufgrund ihrer Sucht vielfach einen elenden und frühen Tod sterben, scheint diesem mit beeindruckend geringer Intellektualität ausgestatteten Tabakapologeten nicht einmal im Ansatz in den Sinn zu kommen.

So, und nun, nachdem die dunklen Mächte und deren faustische Ziele definiert sind, kommt der nächste Geniestreich des Hernn Meinsen aufs Tapet. Jetzt geht es an die Folgen…

Bodo Meinsen: „Doch ein generelles Tabak-Verbot scheint aufgrund der notwendigen Steuereinnahmen nicht realisierbar. Deshalb wurde seit Beginn dieses Jahrtausend eine Kampagne gestartet, die zum Ziel hatte, den Rauchern die Raucherplätze zu vermiesen. Was ist besser geeignet, als die Gastronomie? Dort wird geraucht. In der kleinen Kneipe die Zigarettenraucher beim Bier oder Wein. Im Rauchernebenraum des größeren Lokals. In Zigarren-Lounges, wo sich Gleichgesinnte treffen.“

Ja, da gibt es (oder besser gesagt, es „gab“) die kleine gemütliche Welt, die bereits Peter Alexander besungen hat, die „Kleine Kneipe in unserer Straße, dort wo das Leben noch lebenswert ist.“. Und die wird, laut Meinsen und seiner verqueren Weltsicht, nun gnadenlos platt gemacht. Einfach weil man dort nicht mehr rauchen darf. Man fasst sich wirklich nur noch an den Kopf ob der bemerkenswerten Tumbheit hinter diesen Gedanken. Ja, ich frage mich, mit wem solch ich eigentlich mehr Mitleid haben: Mit den armen entrechteten Rauchern oder mit Herrn Meinsen selber, dass der sich erdreistet so einen entsetzlichen banalen Stuss öffentlich zu verbreiten?

Um das mal etwas gerade zu rücken: Wenn in der Gastronomie oder anderswo geraucht wird, ist das in den meisten Fällen weder „Lust“ noch schlichte „Gewohnheit“ sondern ein pathologisches Suchtverhalten, das in aller Regel einer therapeutischen Behandlung bedarf. Die meisten Raucher rauchen Studien zu Folge nämlich nicht gerne, sondern weil ein immenser Suchtdruck sie dazu treibt. Hinzu kommt, dass Alkohol und Nikotin häufig gemeinsam konsumiert werden, weil sich in den von den Drogen betroffenen Hirnarealen die an den dortigen Rezeptoren entfalteten und vom Süchtigen als angenehm empfundenen Wirkungen verstärken. Folglich ist die empfundene „Gemütlichkeit“ der „kleinen Raucherkneipe“ letztlich nur der Tatsache geschuldet, dass die dort anwesenden Drogenkonsumenten durch additive Verabreichung zweier potenter Suchtdrogen eine erhebliche Steigerung der Drogenwirkung bemerken.

So, und wenn wir schon beim Thema „Sucht“ sind, dann muss dem Leser, der von Autor Meinsen offenbar für wirklich erbärmlich dumm gehalten wird, komplett die Tabaksucht als „Genussverhalten“ umgedeutet werden:

Bodo Meinsen: „In Zigarren-Lounges liegt der Fall noch klarer. Hier treffen sich ausschließlich Menschen über 18 Jahre, die gerne die Vielfalt des „braunen Goldes“ genießen wollen, darüber philosophieren und probieren. Ein guter Wein dazu, oder eine feine Spirituose runden das Genussprogramm ab.“

Gut, dass der Leser nun endlich erfährt, wie wahrer Genuss laut Herrn Meinsen aussehen kann: Nikotin in die Lunge und Alkohol in die Birne. Rauchen und saufen, das ist „Genuss“ à la Meinsen und dann ist die Welt Dein Freund. Zumindest bis man irgendwann vom Arzt die Diagnose bekommt. Eine entsetzliche und triviale Sicht der Welt und des Lebens die den Genussbegriff auf die schnöde Aufnahme von Alltagsdrogen zu reduzieren sucht.

Irgendwann wird Meinsen dann aber auch wieder versöhnlich:

Bodo Meinsen:“Die Raucher, die Genussraucher, die Dampfer und liberalen Nichtraucher würden nach der emotional geführten Diskussion und den sichtbaren Folgen eine gesellschaftstaugliche Konsenslösung akzeptieren. Die Nichtraucher fänden mehrheitlich rauchfreie gastronomische Angebote.“

Ich deute mal diese Einsicht in eine von ihm gewünschte „Konsenslösung“ folgendermaßen „OK, wir Raucher wissen, wir haben es die letzten Jahrzehnte zu doll getrieben und rücksichtslos alles eingequalmt was ging. Wir sehen auch ein, dass die Mehrheit keinen Qualm will. Also lasst uns doch ein paar Refugien, wo wir noch rauchen können.“ Die flehenden Worte „Bitte, bitte, bitte!“ darf man sich gerne dazu denken.

Erinnern wir uns kurz zurück: Wir haben in den Zeiten des beginnenden Nichtraucherschutzes gesehen, was die Folgen der „Konsenslösung“ bzw. der entsprechenden Versuche waren. Rücksichtslose Rauchsüchtige haben weiter überall gequalmt, Speiserestaurants waren plötzlich „Raucherclubs“, aus den „Raucherlounges“ zog der Mief durch die geöffneten Türen hinüber in den Nichtraucherbereich und im Grunde hatte sich gar nichts geändert außer dass auf manchen Tischen ein Nichtraucherschildchen aufgestellt war. Das war „Nichtraucherschutz“ wie ihn sich Herr Meinsen und seine Tabakdrogenfreunde vorstellen. Aber damit ist jetzt endgültig Schluss. Und das Gewimmere und Geheule von Meinsen & Co. ist einfach nur noch peinlich.

bft

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