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Guter Rat ist teuer. Schlechter Rat ist unbezahlbar.

Preisfrage: Von wem würden Sie sich beraten lassen, wenn sie eine rechtliche Frage haben? Von einem Rechtsanwalt, der den Beruf studiert und gelernt hat oder von einem LKW-Kutscher der früher mal als Gastwirt gejobbt hat und der mit einem Kompanon zusammen arbeitet, der vor Jahren als Geschäftsmann mit Pauken und Trompeten Pleite gegangen ist? Von den zuletzt genannten wohl kaum. SIE sind ja nicht bescheuert.

Ingo Hutz aus Solingen und sein Kollege Franz Schwarz sind im Gegensatz zu Ihnen auf zwei solche bizarre Typen reingefallen. Schwarz besitzt in der Stadt, die für ihren Stahl berühmt ist, die Kneipe „Mumms“. Unglaublich, aber wahr: Schwarz und Hutz haben genau den entscheidenden Fehler gemacht und jetzt steht die Rechung zwecks Begleichung an. Denn der Kneiper hat in seinem Schuppen ein paar „Partys“ feiern lassen wollte, die so wohl der Gesetzeslage nicht 100% entsprechen, um es mal vornehm auszudrücken. Konkret: Die beiden haben sich nach allen Regeln der Kunst verarschen lassen.

Die dumme Idee zu dem Projekt der Raucherparty kam von zwei absolut durchgeknallten Typen aus der Raucherszene – Gerald Rademacher, Spitzname „Radi“ aus Düsseldorf, und Ronald Blumberg der in Radevormwald lebt. Diese beiden Superexperten für „alles was Recht ist“ haben sich etwas selten Bescheuertes ausgedacht. Eine Idee mit deren Hilfe man in Nordrhein-Westfalen trotz strengem Rauchverbot in Kneipen wieder rauchen dürfen soll. Und so ziehen Trucker-Radi und Pleite-Ronnie seit ein paar Monaten gemeinsam durch das ganze Bundesland um die Wirte von Kleinkneipen davon zu überzeugen, daß man nämlich nur eine „Versammlung nach Artikel 8 Grundgesetz“ in einer Kneipe ausrufen müßte, dann wäre dort das Rauchen wieder erlaubt. „Dachschaden oder nicht?“ – Das ist hier keine Frage mehr.

Wie die beiden auf diesen ausgemachten Schwachsinn kommen? Keine Ahnung. Wahrscheinlich haben die Crystal oder ein anderes Zeug in Zigaretten gestopft, um sich brainmäßig zu dopen. Aber da wo nichts ist, kann man halt auch nichts dopen.

Egal was war, jetzt muß ordentlich Geld gesammelt werden. Denn der Party-Spaß wird langsam teuer. Das Ordnungsamt in Solingen wollte den ausgemachten Quatsch der Nicotiniker nämlich nicht einfach so stehen lassen und schickte einen Bußgeldbescheid. Mehrere hundert Euro schwer. „Nix da Helmut-Party! Kohle her!“ heißt stattdessen das Motto:

Ingo Hutz - Post vom Ordnungsmat: Zahlemann und Söhne!

Ingo Hutz – Post vom Ordnungsamt: „Zahlemann und Söhne“ bitten um Rückruf!

Jetzt kommt Hutz aufs Spielfeld. Er hat eine Mission. Er bettelt um Geld. Nicotiniker sind nämlich immer knapp bei Kasse und das „Mumms“ ist wohl nicht gerade die wahre Goldgrube. Jetzt bettelt Hutz auf facebook um ein paar Euronen denn der Anwalt will, oh Wunder, Geld sehen:

Ingo Hutz bettelt um Geld

Ingo Hutz bettelt um Geld

Welche Lehre ziehen wir daraus? Ganz klar: wer sich auf die falschen Leute verläßt und selbst von nix Ahnung hat ist der Gekniffene, wenns hart auf hart kommt. Aber „Hauptsache Rauchen!“. Nicotin frißt Hirn. Is so!

Tip für Ingo: Wende Dich doch einfach mal an Blumberg und Rademacher. Die haben sich den Mist ausgedacht mit dem sie Euch geleimt haben. Also sollen die auch dafür die Kohle rüberwachsen lassen. Blumberg kann mit Geld umgehen. Das hat er beweisen.

(Alles lesen auf facebook)

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„Helmut-Partys“ – Jetzt kommt es richtig dicke

Langsam scheint sich herumzusprechen, dass die „geniale Idee“ des LKW-Fahrers und Hobbyjuristen Gerald „Radi“ Rademacher und seines Helfers Ronald Blumberg aus Radevormwald, der schon mal in bester Nazi-Manier Rauchgegner mit Ratten vergleicht, ein ziemlicher Schuss in den Ofen war. Denn irgendwie gehen die Ordnungsämter in Nordrhein-Westfalen so gar nicht mit bei der Interpretation einer schnöden Raucherparty als „spontane politische Versammlung gem. Art. 8 GG mit besonderem Grundrechtsschutz und konkludent erteilter Raucherlaubnis“. Immer mehr Gastronomen, die sich aus juristischer  Ahnungslosigkeit oder aus Dummheit auf dieses selten blöde Spiel eingelassen haben, bekommen Post mit Bußgeldbescheiden von der Behörde. Und es wird teuer:

"Helmut-Party" - Das ging schief

„Helmut-Party“ – Das ging schief

(Quelle „Raucher in Deutschland“)

Ein Herr Ingo Hutz hat das gleiche Problem. Ihn kostet der Spaß, Rechtsbruch begangen zu haben, aber etwas mehr, nämlich fast 800 Euro:

Rauchverbotsverstoß kostet Wirt fast 800 Euronen!

Rauchverbotsverstoß kostet Wirt fast 800 Euronen!

Für Herrn Hutz könnte der Spaß aber noch wesentlich teurer werden. Denn auch er ist vollkommen rechtunkundig und veröffentlicht das Bußgeldschreiben ungeschwärzt auf seiner Facebook-Homepage. Die Sachbearbeiter und deren Daten vom OA Solingen sind so für jeden lesbar. (Seite 1Seite 2Seite 3)

Fazit: Da hat der Mann wohl einfach Pech gehabt denn er hat sich mit den falschen Leuten (in dem Falle den Herren Rademacher und Blumberg) in ein Boot gesetzt. Und er betet den rechtlichen Unsinn, welchen Blumberg und sein Sozius „Radi“ seit Wochen auf facebook verkünden, ohne mit der Wimper zu zucken nach:

Pech gehabt - Wirt muss zahlen, weil er sich auf "Helmut-Party" eingelassen hat

Pech gehabt – Wirt muss zahlen, weil er sich auf „Helmut-Party“ eingelassen hat

Tja, meine Herren Rademacher und Blumberg! Vielleicht hättet Ihr, bevor Ihr diese „genialen Tipps“ ins Internet stellt, mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Z. B. jemanden, der ein abgeschlossenes Jurastudium mit Erster und Zweiter Staatsprüfung vorzuweisen hat.  Ein Führerschein der Klasse II und ein Werkzeughandel sind vielleicht etwas wenig, wenn man einen auf Verfassungsrechtler machen will. Ganz abgesehen davon, dass Eure „Rechtsberatung“ vermutlich auch nicht rechtskonform ist.

Muhahahaha!

Muhahahaha!

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