Schlagwort-Archive: COPD

COPD ist wirklich lustig – Teil II

Wer meinte, die Einträge anlässlich eines „Raucher=kurzatmig“-Cartoons auf „Raucher in Deutschland“ (Link zum Bericht) bei facebook seien nun wirklich das Ende der Fahnenstange der Dummheit, der kennt „RiD“ schlecht. Es geht immer noch dümmer. Und zwar wesentlich dümmer:

Ralf Eckhardt: Ziggipause in der 2,4,6 Etage

Lieber Ralf Eckhardt: Treppenhäsuer sind Gemeinschaftsräume und da ist das Qualmen im Haus verboten!

Mathias Derkum: Wohne in der 2 Etage das reicht,Höher wäre SELBSTMORD:

Verehrter Mathias Derkum, nicht das Hochlaufen einer Treppe ist Selbstmord, sondern das Rauchen selbst. Allerdings mit dem „Vorteil“, dass dieses quasi auf Raten stattfindet. Dies sichert langfristig den Profit der Tabakdrogenindustirie, die diesen nicht hätte, wenn der Raucher nach der ersten Kippe gleich ins Gras beißen würde. So hat die Tabakmafia die Möglichkeit, viele Zehn- oder gar Hundertausend Euro aus dem Tabaksüchtigen herauszuholen, bevor der dann final in die Kiste hüpft.

Ralf Brenken Oh ja, das kenne ich!

Und, Ralf Brenken, sollte man dann nicht mit dem Rauchen aufhören? Besser wird es bestimmt nicht mit der Atemnot!

Rosi Schmitt Habt alle einen schönen sonntag.ich bin nicht mehr atemlos im treppenhaus….sind von der 3.etage ins erdgeschoss gezogen…..

Ob uns Frau Rosi Schmitt  veräppelt oder ob sie es ernst meint?

Quelle: https://www.facebook.com/groups/235701199911246/permalink/471886959626001/

Advertisements
Getaggt mit , , , ,

COPD ist wirklich lustig

Langjährige Tabakdrogenkonsumenten schädigen ihre Lungen massiv. Neben den allfälligen Krebserkrankungen der Lungen leiden sie besonders unter einer starken chronischen Entzündung ihrer Bronchien aufgrund der Einwirkung der Giftstoffe des Tabakrauches. Das Resultat ist der schrittweise Untergang von Lungengewebe. Es kommt in der Folge zu einer oftmals extremen Kurzatmigkeit, die früher oder später die Gabe von künstlich zugeführtem Sauerstoff erforderlich macht. Ohne diese Zufuhr würden die betroffenen Patienten innerhalb kurzer Zeit den Weg in die „Ewigen Rauchergründe“ antreten müssen. Besonders dämlich wird es nun, wenn man mit dieser in der Fachsprache COPD genannten und immer tödlich endenen Krankheit auch noch dumme Witze macht und sich brüstet auch davon betroffen zu sein:

Raucher amüsieren sich über tödliche COPD

Raucher amüsieren sich über tödliche COPD (Quelle)

Wer raucht, gehört allgemein wirklich nicht zu den allerhellsten Kerze auf der Torte des Lebens. Soviel ist klar. Aber sich dann auch noch darüber zu amüsieren, dass man beim Treppensteigen kaum noch Luft bekommt und immer stehen bleiben muss damit man das obere Stockwerk erreicht, das ist schon mehr als dämlich. Und wenn man dann noch erkennt, dass man bereits eine durch das Rauchen schwer geschädigte Lunge hat, dann auch noch auf diese Erkenntnis erstmal eine zu rauchen, dazu muss jemand schon ziemlich daneben sein. Aber bei „Raucher in Deutschland“ auf facebook ist das kein Thema. Diese Leute können das. Herr, lass Hirn regnen!

Getaggt mit , , , ,

Hosen voll: Raucher und die Angst vor Lungenkrebs

Das Rauchen von Tabak dürfte eines der gefährlichsten Hobbys sein, das man ausüben kann. Wenn man die Inhalation von Giftgas aus verbranntem Pflanzenabfall überhaupt als „Hobby“ bezeichnen mag. Jeder zweite Raucher bezahlt seine Freizeitbeschäftigung übrigens mit dem Leben. Und die Palette der Krankheiten die man sich durch diese Sucht holen kann ist groß: Verschiedenste Krebserkrankungen, Herz- und Kreislaufkrankheiten, COPD, Schlaganfall und die akute Erblindung durch eine Makuladegenration sind aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Da stimmt es die notorischen Suchtraucher froh, dass angeblich ein Medikament entdeckt worden sein soll, das zumindest den Lungenkrebs heilen können soll:

Ronald Blumberg und seine absurden Theorien zum Lungenkrebs

Ronald Blumberg und seine absurden Theorien zum Lungenkrebs (Quelle)

Überflüssig zu sagen, dass Ronald Blumberg, der verhaltensaufällige Tabakaktivist aus Radevormwald, mal wieder komplett mit dümmlichsten Argumentationsversuchen hervorsticht. Aber Hauptsache, der „bösen“ WHO (und ihrer Antitabakpolitik) eine reingewürgt. Dass es, neben vielen anderen Dingen, eine wichtige Kernaufgabe der WHO ist, vor den Gefahren des abwegigen Hobbys des Herrn Blumberg zu warnen, diese Einsicht erwartet man von dem Herrn vergebens. Dass seine inhalative Suchtbefriedigung ein tödliches Potenzial hat, wird Blumberg natürlich wie alle Schwerstabhängigen geflissentlich ignorieren. Aber es ist nun einmal wissenschaftlich erweisen, dass Tabak jedes Jahr Millionen Menschen auf der ganzen Welt zuverlässig vom Diesseits ins Jenseits befördert..

Ein anderer sieht die Sache mit dem neuen Wundermittel aber wesentlich positiver:

„Frank_Sinatra“: Ich hoffe es, wie schön wäre die Welt wenn man ohne bedenken Tabak konsumieren kann ? „Sie haben Lungenkrebs nehmen se die Antibiotika und bleiben se ne Woche zuhause“

http://forum.netzwerk-rauchen.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1414753314/1#1

Tja, lieber „Frankieboy“, ob das so was werden wird darf bezweifelt werden. Erstens gibt es beim Lungenkrebs mehrere verschiedene Arten die ganz unterschiedliche Zelltypen aufweisen (SCLC, NSCLC) wobei letztere nochmal in drei Untergruppen zu unterteilen sind. Du hast also die Auswahl zwischen 4 potenziellen Killern. Das neue „Wundermedikament“ wird aber wahrscheinlich (wenn überhaupt) nur gegen eine dieser Lungenkrebasarten wirksam sein. Die anderen bringen Dich nach wie vor zuverlässig unter die Erde.

Und dann hast Du noch vergessen, dass Lungenkrebs nur eine der Krebserkrankungen ist, die Dich töten werden. Bauchspeicheldrüsenkrebs, Blasenkrebs, Kehlkopfkrebs etc. sind alles auch „nette“ Sachen bösartiger Neubildungen auf die der Raucher konsequent hinarbeitet. Von Herzinfarkt, COPD, Schlaganfall etc. ganz zu schweigen. Zweitens ist es durchaus möglich, dass die Übertragung der vielversprechenden Ergebnisse von Mäusen auf den Menschen nicht funktioniert und das Medikament entweder wirkungslos ist oder fatale Nebenwirkungen entfaltet. Du siehst also, der „passionierte Genießer“ hat insgesamt nach wie vor eine ganze Latte von Möglichkeiten früher ins Gras zu beißen. Also werden Du und Deine Qualmfreunde wahrscheinlich weiter rauchen müssen mit dem Gefühl, „Russisches Roulette“  zu spielen. Nur mit dem Unterschied, dass in der Trommel drei Kugeln sind statt einer. Viel Spaß dabei!

Getaggt mit , , , , , ,

Sie ritten in den Sonnenuntergang – und in den Tod

Wayne McLaren dürfte er bekannteste von Ihnen gewesen sein. Hoch zu Pferde, auf donnernden Hufen, ritt er durch die Prärie. Die Zigarette dabei stets lässig im Mundwinkel. Sein Ende dagegen war wesentlich weniger cool anzusehen. Wayne McLaren starb im Alter von 52 Jahren an Lungenkrebs. Aufgedunsen vom Cortison, das er zur Verkleinerung der tumorbedingten Entzündungen und Schwellungen bekam, lag er im Sterbebett mit der Sauerstoffsonde in der Nase.  Auf eben diesem Sterbebett sagte er einem Reporter: „Ich habe die letzten Monate meines Lebens unter dem Sauerstoffzelt gelebt. Und ich sage Ihnen, das war es nicht wert.„. Eine Woche später war er tot. 25 Jahre Rauchen hatten ausgereicht, ihn umzubringen.

Erraucht hatte er sich den tödlichen Krebs durch die Produkte seines Brötchengebers, der Firma Philipp Morris. McLaren war eine Ikone für deren Marke „Marlboro“. Er war „Marlboro Cowboy“. Cool, lässig, hart. Unverwundbar. Sehr plastisch nachgezeichnet wird Wayne McLarens Leiden und Sterben in dem Film „Komm ins Land der Leichen„. Ein sehenswerter Film.

Seinen Kollegen hoch zu Ross ging es nicht besser. Der letzte Marlboro-Mann, der das Zeitliche gesegnet hat, war Cowboydarsteller Eric Lawson, welcher in den  70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts den Cowboy gab. Er starb Anfang 2014 an einer durch das Rauchen verursachten Lungenerkrankung und wurde nur 72 Jahre alt. Dafür hatte er das Rauchen mit 14 Jahren begonnen. Ein „genussreiches“ Leben fand ein mehr oder weniger röchelndes Ende. „Er wusste, dass die Zigaretten ihn im Griff hatten„,  sagte seine Witwe Susan Lawson der Nachrichtenagentur AP nach seinem Tod. „Er wusste es, aber er konnte nicht aufhören„.

Am längsten überlebte noch David Millar, einer der ersten Marlboro-Männer, der in den 50er Jahren im Fernsehen für die tödlichen Produkte von Philipp Morris warb. Er wurde immerhin 81. Dann war auch für ihn aufgrund eines Lungenemphysems der Ritt durch die weite Prärie unwiderruflich zu Ende.

David McLean, Marlboro-Mann vor McLaren, starb 1995 mit 73 ebenfalls an Lungenkrebs. In einem Gerichtsverfahren, das seine Witwe angestrengt hatte kam, wurde folgendes erwähnt: Während der Werbedrehs musste McLean Marlboro-Zigaretten rauchen.  Teilweise bis zu 5 Packungen pro Drehtag, denn es dauerte sehr lange bis die Asche genau so fiel und der Rauch genau so aufstieg, wie der Regisseur es wollte.

Wayne McLaren, David McLean, David Millar und Eric Lawson waren Opfer des wohl tödlichsten Konsumproduktes, das handelbar ist. Das Produkt, für das sie ritten, hat sie alle aus dem Sattel geholt.

Einer der Marlboro-Cowboys hat übrigens überlebt. Er wurde 88 Jahre alt. William Thourlby hat aber nie im richtigen Leben geraucht.

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,

Raucher, COPD und Verdrängung

Manchmal ist man beim Lesen der Raucherkommentare in den einschlägigen Facebook-Foren einfach fassungslos über die Dummheit, die sich in ihnen manifestiert. Ein schönes Beispiel ist ein Thread mit dem Thema „COPD“. Zuerst jedoch ein paar Worte zu dieser Krankheit: Bei der COPD handelt es sich um eine Lungenkrankheit, die relativ langsam voranschreitet und die mit einem ständigen Verlust von Lungenkapazität einhergeht. Die Patienten können irgendwann nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut abgeben und müssen künstlich mit Sauerstoff versorgt werden. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch chronische Entzündungen und Abbau von Lungengewebe mit Behinderung der Atmung. Daher der Name „Chronic obstructive pulmonary disease“.

Bei der COPD unterscheidet man zwei Krankheitsbilder, die entweder isoliert oder gemeinsam vorliegen:

a) Die chronisch-obstruktive Bronchitis und

b) das Lungenemphysem

COPD ist unheilbar. Die Krankheit führt im Mittel nach 10 bis 15 Jahren zum Tod. Hauptursache für die COPD ist, man ahnt es, das Rauchen von Tabak. So enstand auch der häufig umgangssprachlich verwende Begriff „Raucherlunge“ für die COPD.

„Der Großteil aller COPD-Patienten sind Raucher, ehemalige Raucher oder aber dem Passivrauchen ausgesetzte Menschen. Rauchen führt zu einer hohen Konzentration an freien Sauerstoffradikalen (Superoxide, Wasserstoffperoxid, Hypochlorige Säure) im Atemtrakt – siehe Zigarettenrauch. Des Weiteren werden die körpereigenen Schutzmechanismen gegen das „Selbstverdauen“ der Lunge durch die zahlreichen Inhaltsstoffe des Tabakrauches negativ beeinträchtigt.“ (Quelle)

In der Gruppe „Raucher in Deutschland“ trat unlängst ein Patient auf, der aufgrund jahrelangen Rauchens von COPD betroffen ist und meinte:

Megan Merlin Sind hier COPD-Betroffene? […] Eine neue Gruppe befasst sich intensiver mit dieser Materie: [Link gelöscht] […] Gerade für uns Raucher ist sie interessant..und wie man eben anders „rauchen“ kann, um dieser grausamen Krankheit zu entgehen.
Darufhin schlägt der geballte Unverstand der anwesenden Nikotinfreunde zurück. Und am meisten tun sich hervor unsere Stars aus der rechten Ecke des Tabakistenspektrums:
Ron Blu … sofern die COPD, so vorhanden, denn nun überhaupt im direkten Zusammenhang mit Tabakkonsum steht ! Ich habe beides probiert, Dampfen und Rauchen, und ich bevorzuge doch einfach „the real thing“
DAS ist doch mal eine Aussage. Aber wie soll jemand, der bereits als Hobbyjurist eine denkbar schlechte Firgur abgibt mit den Ursachen von COPD auseinandersetzen? Wenn schon das Benutzen Goolge zur Klärung von Rechtsfragen ein derart krasses Scheitern wie bei Ronald Blumberg hervorbringt (Link), dann wird es bei der Recherche zur Ursache einer  Lungenkrankheit kaum besser aussehen.
Daraufhin versucht es der COPD-Patient nochmal, Herrn Blumberg mit Argumenten zu kommen:
Megan Merlin […] COPD wird die typische RAucherkrankheit sein Ron (kriegt nich jeder..klar…aber wer es bekommt, erwartet ein langsames Ersticken über Jahre…habens selbst erlebt im Familienkreis…vorher kannte ich die Krankheit auch nicht merkwürdigerweise)
Blumberg hält jetzt fortan die Klappe, dafür übernimmt jetzt Petra Olbertz, die erkennbar wesentlich mehr „drauf hat“ als rechte Sprüche:
Petra Olbertz COPD ist noch lange keine typische RAUCHER Krankheit Megan .
Klar, Frau Olbertz hat Recht. Frau Olbertz kennt sich aus:
„80 Prozent der COPD Patienten sind Raucher.“ (Quelle)
„Es wurde nachgewiesen, dass cirka 90 Prozent der COPD-Patienten Raucher oder ehemalige Raucher sind.“ (Quelle)
Aber Frau Olbertz gibt nicht klein bei. Fakten interessieren sie nicht, sie hat den Durchblick auch ohne lästige Faktenchecks:
Petra Olbertz Die sind doch bescheuert , sollen Sie sich mal krank reden da !!!
Stimmt. Petra Olbertz hat definitiv ein vertieftes F(l)achwissen über Krankheiten und ihre Entstehung. Sie weiß: Lungenkrankheiten kommen vom Reden und nicht vom Rauchen. Und schon geht es weiter mit dem geballten Unsinn der Dame aus Düsseldorf:
Petra Olbertz stimmt Heiko ,weil im Liquid Stoffe drin sind wie auch beim Asthma spray .
Aha. Frau Olbertz ist offenbar in Medizin promoviert. Man fasst sich nur an Kopf, was die Dame da über den Sender lässt. Und damit beenden wir dann die heutige Sendung: „Wenn Raucher Blödsinn erzählen, weil man als Raucher eben die Wahrheit verdrängen können muss.“ Denn soviel geballter Stuss wie ihn Olbertz und Blumberg da verzapfen geht wirklich auf keine Kuhhaut.
BANG!

BANG!

Getaggt mit , , , , ,
Advertisements