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„Muna Sat-Ananda“ – Durchgeknallt im Raucherland

Nikotinfanatiker, die regelmäßig ihre Meinung „Pro Lungenkrebs“ im Internet kund tun, gibt es einige. Manche schreiben lieber kurze Texte, wie z. B. Jürgen Vollmer aus Marburg, der sich dann auf die zentralen Begriffe seiner Nikotinistenideologie zurückzieht („Faschist!“). Andere Autoren verfassen auch etwas längere Ausarbeitungen, sind dabei allerdings was das Schreiben betrifft vollkommen talentfrei, wie z. B. Werner Niedermeier aus Karlsfeld. Und wieder andere tun sich mit langen bis sehr langen Elaboraten hervor, für deren Durcharbeit man oft mehrere Stunden benötigt, weil man sie angesichts der Fülle des dargebotenen Textmaterials in aller Regel mehrfach lesen muss und dann oft zwischen den Zeilen noch den einen oder anderen ordentlichen Raucherstuss aufspürt, den man beim ersten oder zweiten Lesen doch glatt übersehen hatte. Genau solch ein Text liegt gerade vor uns.

Heute steht also zur Besprechung an die Elegie einer Autorin, deren bürgerlicher Name nicht bekannt ist (zu vermuten steht, dass dies aus wohlweislichen Gründen der Fall ist) und die unter dem Pseudonym „Muna Sat-Ananda“ in so ziemlich allen Internetforen unterwegs ist, derer sie habhaft werden kann und dort nach Kräften die Trommel für Raucherbein und Lungenkrebs rührt.

Allerdings sind die Phasen, in denen die Grande Dame des hochdosierten Raucherblödsinns die Leser dieser Foren mit ihren insgesamt doch sehr verwirrten und oftmals langatmigen Texten beglückt, jeweils durch längere zeitliche Unterbrechungen gekennzeichnet, denn Frau Sat-Ananda hat nach eigener Aussage sehr häufig „PC-Probleme“, so dass ihre Phasen einer Nichtpräsenz manchmal wochenlang andauern können. Warum sie nicht kompetente Hilfe zu Rate zieht, um über eine stabile Rechnertechnik zu verfügen, ist leider nicht bekannt.

In diesen Internetforen veröffentlicht sie dann, wenn sie denn mal „online“ gehen kann, regelmäßig Qualmpamphlete erster Güte. Dabei handelt es sich regelmäßig um qualmgeschwängerte Stellungnahmen, die dem kritischen Leser wahrlich die Haare regelrecht zu Berge stehen lassen, was allerdings die Lesefreude an den Texten von Frau „Sat-Antenne“, wie sie unter Insidern auch gerne genannt wird, nachhaltig zu steigern geeignet ist.

Die Autorin mischt dabei in buntem Reigen die ungeheuerlichsten Nazivergleiche, wildeste Verschwörungstheorien (in denen u. a. eine nicht näher bezeichnete und stets diffus bleibende „Pharmamafia“ eine zentrale Rolle spielt), hanebüchene Esoterik und anderen unwissenschaftlichen Unsinn munter durcheinander und bastelt daraus ihre eigene Theorie warum Rauchen toll, Rauchgegner „Nazis“ und Anhänger der „Tabakkontrolle“ allesamt Feinde der Freiheit sind.

Sich selbst und ihre lungenkrebsverrückten Mitstreiter nennt sie dabei auch schon mal in krasser Verkennung der Sachlage „Widerstandskämpfer“, denn diese Begrifflichkeit kontrastiert so wunderbar mit dem Schmähbegriff „Nazis“, welcher von Extremrauchern als ständig repetierter Kampfbegriff gegen ihre Gegner ausgebracht wird. Und sie sieht sich und und ihre K(r)ampfgenossen in ihrem durch Nikotinabusus verursachten mentalen Status Quo dann doch tatsächlich als ein kleines Häuflein aufrechter Streiter, welche einen heroischen Kampf gegen die Unterdrücker aus den Reihen der „Antiraucher“ führen würden.

Hauptberuflich scheint die Dame, über deren Ausbildung und erlernten Beruf nichts bekannt ist, sich als Autorin im Bereich Esoterik und „New Age“ zu verdingen. Soviel zu dem, was wir über Frau Sat-Ananda zur Einleitung für den nicht ganz so kundigen Leser mitzuteilen hätten.

Jetzt zu ihrem aktuellen Pamphlet, in dem sie sich zum wiederholten Male mit dem Nichtraucherschutz beschäftigt, welchen sie in ihrem jüngsten Werk in höchst polemischer Weise als „Prohibition“ bezeichnet. Frau Muna Sat-Ananda scheint sich also in ihren Wunsch, überall Tabakdrogen konsumieren zu dürfen, tatsächlich mehr als eingeschränkt zu fühlen. Ihre Ausarbeitung trägt daher auch den vielsagenden Titel „Vom Sinn und Unsinn der Tabak-Prohibition in der Gastronomie“ und man erkennt sofort, um was es ihr vordringlich gehen wird: Um das mittlerweile sehr stark eingeschränkte Rauchen in Restaurants, Kneipen, Diskotheken und anderen Lokalitäten und die Frustration der Autorin über diese Entwicklung der letzten Jahre.

„Prohibition“ oder warum frau keine Begriffe verwenden sollte, deren Bedeutung frau nicht kennt.

Alleine schon der Begriff der „Prohibition“ wird von ihr entweder aus Unwissenheit oder aus polemisierender Absicht falsch verwendet. Denn auch wenn in dem Wort „Prohibition“ des lateinische Verb „prohibere“ („verhindern“) als Stamm enthalten, so verweist eben der Begriff der Prohibition in unserer Sprachumwelt vom Bedeutungsinhalt her auf ein Totalverbot eines bestimmten Stoffes. Rein semantisch liegt die Dame also schon mit der Begriffsverwendung bereits vollkommen falsch.

Ganz im Gegensatz zu der von ihr vertretenen Sichtweise wird nämlich dem Nikotinabhängigen die Droge „Tabak“ gerade nicht verboten sondern es werden ihm nur bestimmte örtliche Einschränkungen auferlegt, was den Konsum derselben betrifft. Rauchverbote in der Gastronomie stellen also, im Gegensatz zur Meinung von Frau Sat-Ananda, kein Totalverbot der Droge „Tabak“ und damit auch keine „Prohibition“ dar.

„Prohibition“ – die erklärte Ursache von Krieg und Gewalt

Auf diesen Wegen der geistigen Wirrnis wandelt sie erbarmungslos weiter. Denn anschließend versucht sich die Autorin an einer Herleitung, warum auf eine Prohibition ihrer verqueren Ansicht nach immer ein Krieg folge, ein generelles Verbot eines Suchtstoffes daher regelmäßig ein Menetekel des ultimativen Bösen sei.

Sie nimmt zum Beleg dieser abwegigen Hypothese beispielhaft das Ende der Alkoholprohibition in den USA im Jahre 1933 und erklärt, dass in genau jenem Jahr ebenfalls die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht ergriffen hätten. Genau so funktionieren Esoterik, Astrologie und alle anderen Formen des Aberglaubens: Zufällig koinzidierende Ereignisse werden als kausale Verknüpfungen fehlgedeutet und missinterpretiert als eine Folge von Ursache und damit verknüpfter Wirkung. So wird aus dem schieren Zufall eine Regel abgeleitet, die sich auf beliebige andere Sachverhalte anwenden lässt. Dem Naturwissenschaftler ist ein derartiges „Denken“ nicht nur fremd, es erfüllt ihn mit Grausen.

Besonders absurd an den Ansichten der Autorin Muna Sat-Ananda ist indes, dass sie für sich reklamiert, aufklärerisches Denken zur Anwendung zu bringen, sie aber zwischen sich und den geistigen Prinzipien der Aufklärung einige Lichtjahre Abstand zu haben scheint. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:

„Die Technisierung und Elektronisierung schritt ungehindert von der Neuzeit bis in die Moderne fort, doch die Zeit scheint wieder einmal hinter die Aufklärungsperiode – unserer Epoche, die Europa immer mit einer Erhabenheit vorführte, zurückzufallen.“

Bei genauer Betachtung gehören die Autorin und ihre rauchfreudigen Mitstreiter zu den größten Gegnern aufklärerischer Gedanken und Herangehensweisen an unsere Welt. Aus dem Gedankengut der großen Philosophen der Aufklärung wie Jean-Jaques Rousseau, Immanuel Kant, John Locke und anderen folgten bereits wenige Jahrzehnte später die Prinzipien der Wissenschaftlichkeit mit ihrem evidenzbasierten Ansatz der Erforschung der Natur und ihrer Gesetze. Diese haben heute, um die 250 Jahre später, immer noch Gültigkeit. Exemplarisch seien hier das Prinzip der Deduktion, der Induktion sowie der Theoriebildung nebst Verifikation und Falsifikation von Hypothesen genannt. Auf diesen Prinzipien fußt ein entwickelter naturwissenschaftlicher Ansatz der Erforschung der Phänomene unserer Umwelt, welcher den technischen Fortschritt erst ermöglicht hat.

Ein Ausschnitt dieser Forschung ist dabei die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Schadwirkungen bestimmter Gewohnheiten, hier also dem aktiven und dem passiven Inhalieren von Tabakrauch. Diese setzt in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Untersuchungen an Rauchern ein, um zu klären, warum diese häufig an bestimmten, sonst sehr seltenen Erkrankungen wie beispielsweise dem damals noch wenig bekannten Lungenkrebs verstarben. Man förderte dann in den Folgejahren sehr schnell die gravierenden gesundheitlichen Folgen des seinerzeit sich erst in den Anfängen befindenden Tabakrauchens uns insbesondere des Konsums von industriell hergestellten Zigaretten zu Tage.

Später wurde ebenfalls auf wissenschaftlicher Grundlage immer mehr Ergebnisse ermittelt, die erschreckend klar machten, dass nicht nur aktives Rauchen zu schwersten Gesundheitsschäden führt sondern auch die Aufnahme von Umgebungsrauch durch den Nichtraucher. Und genau diese Erkenntnisse werden von Frau Sat-Ananda und ihren Mitideologen konsequent in Abrede gestellt. Stattdessen werden absurdeste Verschwörungstheorien erdacht, welche u. a. postulieren, dass all die Resultate tausender weltweit arbeitender Wissenschaftler gefälscht, manipuliert und regelwidrig zu Stande gekommen seien und dass auch Nichtraucher an „typischen Raucherkrankheiten“ erkrankten, was beweise, dass Raucher nicht am Rauchen sterben würden.

Frau Sat-Antenne und ihre Mitstreiter fühlen sich dabei permanent verfolgt von einer imaginären Gruppe, die alles unternähme, um ihnen ihre „Freiheit“ zu entziehen, wobei mit dem Begriff der Freiheit ausschließlich die Freiheit des Tabakdrogenkonsums gemeint ist. Jene Menschen, die sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse was die Schädlichkeit von Passivrauch betrifft berufen, bezeichnet sie dabei als „Religionseiferer und Missionare“, denen überdies eine erhebliche „Militanz“ eigen sei. Dabei schlägt die Esoterikerin Sat-Ananda einen weiten Bogen und nennt ihre Feindbilder in ihren vielen Wortbeiträgen immer wieder „Faschisten“ oder „Antis“.

Alles „anti“ – oder was?

„Militante Veganer, militante Anti-Alkoholiker, – und als weiteren Import aus den USA die militanten Nichtraucher oder Antiraucher, eine Strömung, die die gesamte westliche Gesellschaft heimsucht, färbt sich religiös ein, in Anbetracht der territorialen Vereinnahmung von West- und Mitteleuropa.“

Man fragt sich nun schon, wie jemand mental gestrickt sein muss und in welcher Welt er bzw. sie leben muss um auf derart verquere Sichtweisen zu kommen. Da fühlt sich also jemand zutiefst bedroht von irgendwelchen universellen „Antis“, welche nun eine Hegemonie über die Welt zu errichten suchen und merkt nicht einmal, wie sie selbst „anti“ eingestellt ist. Anti-Vernunft, Anti-Wissenschaftlichkeit, Anti-Rationalität.

Und diese „Antis“ hätten den „Genussmenschen offen den Krieg erklärt.“, so wird ausgeführt. Ein schauerliches Szenario, in der Tat. Aber nicht, weil es in sich bereits vollkommen wirr ist, sondern weil es erschreckend klar macht, wie fortgeschritten bei der Autorin die verzerrte Weltwahrnehmung bereits geworden ist.

Was ist die andere Seite? Die Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa sind Nichtraucher. Weltweit, mit Ausnahme der Entwicklungs- und Schwellenländer, ist der Trend ebenfalls eindeutig. Je nach Staat beträgt der Anteil der Raucher in einer Bevölkerung regelmäßig zwischen knapp über 20 und 35%. Der Trend zum Rauchen ist überdies allgemein rückläufig. Gerade unter den Angehörigen der höheren Sozialschichten liegt der Raucheranteil deutlich unter 20%.

Es ist zudem nicht davon auszugehen, dass sich die Mehrheit der Nichtraucher besonders gerne von einigen wenigen Rauchern bei einem Gastronomiebesuch einrauchen lassen will. Der Volksentscheid zum Nichtraucherschutz in Bayern hat mit 61% Prozent Zustimmung ein diesbezüglich eindeutiges Wählervotum hervorgebracht. Wie Frau Sat-Ananda auf dieser Basis postulieren kann, lediglich eine vermeintliche Minderheit radikaler „Antis“ strebe die Definitionshoheit für richtiges Verhalten (i. e. Rauchverzicht und allseitige Abstinenz) an, das weiß vermutlich nur sie selber.

Genau so wirr wie ihre Herleitungen sind auch ihre Schlussfolgerungen. Es komme infolge der Radikalisierung der Nichtraucher vermehrt zu Übergriffen, namentlich zu Gewaltanwendungen gegen Raucher:

„Insbesondere in Bayern häufen sich gewalttätige Ausschreitungen gegen die rauchende Bevölkerung.“

Auch hier ist wieder die sehr einseitige Wahrnehmung der Umwelt augenfällig. In der Presse kann man in der Tat häufig von Gewaltausbrüchen in Zusammenhang mit Rauchverboten lesen. Allerdings sind es hier die angeblich „friedlichen“ Raucher, die regelmäßig ausflippen, wenn man sie im Zug, in der Gastronomie oder anderweitig bittet, sich an die geltenden Regeln zum Nichtraucherschutz zu halten. Da fliegen dann schon mal die Fäuste oder es gibt Tritte gegen die „Genussfeinde“, wenn der dann oft zusätzlich auch noch alkoholisierte Raucher zum Gegenangriff auf den vermeintlichen Freiheitsgegner ausholt.

Drogen als Kulturgut?

Hochgradig absurd wird es, wenn die Autorin das Abbrennen von Pflanzenresten der Pflanze nicotiana tabacum und das Einatmen des entstehenden giftigen Abbrandes als „Kultur“ bezeichnet:

„Eine jahrzehntelange Indoktrination hat das gesellschaftliche Gefüge der Europäer und eine über 500-jährige Tabakkultur in seinen Grundfesten erschüttert.“

Drogenaufnahme wird also zur kulturellen Handlung hochgejubelt. Dann müsste logischerweise auch das Schnupfen von Kokain oder das intravenöse Injizieren von Heroin einen kulturellen Charakter besitzen. Und Komasaufen wäre sicher auch nicht weit davon entfernt als wertvoller Beitrag zur abendländischen Kultur gelten zu können. Wenn überhaupt hat Tabakrauchen einen kulturellen Bezug zu den Ureinwohnern Nordamerikas, die den Rauch der Pflanze vor einigen hundert Jahren bei rituellen Zeremonien zu inhalieren pflegten. Dort aber nicht in Form von chemischen Keulen in Form von modernen Fabrikzigaretten sondern in der obligaten „Friendspfeife. Und das auch nicht halbstündlich sondern nur äußerst selten zu wenigen auserwählten Anlässen.

Gehen wir doch einmal auf das Substanzielle ein: Der Raucher hat aus bestimmten physiologischen und damit i. W. hirnorganischen Gründen irgendwann einmal gelernt, dass das Inhalieren von Tabakrauch ihm ein gewisses Wohlbefinden verschafft. Er hat sich dann in der Folge daran gewöhnt und eine ausgeprägte psychisch wirkende Stoffabhängigkeit entwickelt. So wird aus der Handlung „Rauchen“ relativ schnell ein Zwang, der von den meisten Rauchern nicht mehr kontrolliert werden kann bzw. zu dessen Überwindung erhebliche Anstrengungen erforderlich sind. Damit gibt es aber keine kulturelle Komponente der Handlung „Rauchen“. Tabakkonsum ist eine reine stoffgebundene Sucht, welche  den Raucher immer wieder zu seinem Suchtmittel greifen und ihn rauchen lässt.

Das „Grande finale“ – Die Sat-Antenne erklärt die Welt

Extrem grotesk wird es auch, wenn die Suchtraucherin Sat-Ananda Rauchgegner zu einer willenlosen Masse  erklärt:

„Und dort steht sie nun, um an den Schalthebeln der neuen Macht zu partizipieren, jene zu Ex-Rauchern dressierte Masse, die den invisiblen Notstandgesetzen Folge leistete – die sich bekehren ließ. Jetzt darf sich der Kleinbürger, der ansonsten im öffentlichen Leben keine Stimme hat, mit erhobenem Zeigefinger zum Moralwächter über die Ketzer aufschwingen. Ein Befehlsempfänger, der sich dem Druck der öffentlichen Meinung, der Medien oder der Verwandten unterwarf, ja, der sich als noch rauchender Part sogar in manchen Fällen von seinen nichtrauchenden Lebenspartnern(innen) schon vor Beginn der Prohibition vom Wohnheim auf die Terrassen oder Balkone ins Freie verbannen ließ – er nimmt nun die Stellung eines Moralhüters und im schlimmsten Falle eines Blockwartes ein, nachdem er soweit war, den “falschen” Göttern zu entsagen.“

Woher weiß diese Frau das alles? Könnte es sein, dass der „Befehlsempfänger“ nicht auch irgendwo tief im limbischen System des Rauchers sitzt und von den erworbenen Suchtmechanismen auf der Triebebene dazu gezwungen wird, in regelmäßigen Abständen den „Kick“ durch das Inhalieren einer neuen Dosis „des Stoffes“ zu bekommen?

Auffällig ist, dass jemand wie Frau Sat-Ananda, die vermutlich ebenfalls ungeheuer stark an diesem einen Suchtstoff hängt, Rauchgegnern nun andichtet, selbst manipuliert worden zu sein. Eine Nikotinsüchtige sagt uns also, dass die nichtsüchtigen Nikotingegner angeblich nicht Herr ihrer freien Entscheidung seien. Dies ist schon ein kaum mehr steigerbarer Raucherwahnsinn.

Und als ob das alles noch nicht genug sei, fängt die Dame nun auch an, über die „gute alte Zeit“ zu fabulieren:

„Deutschlandweit rauchten in den 60ger und 70ger Jahren ca. 70-80% der Bevölkerung. Es war die Zeit des Tatendranges voller Lebensenergie, die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, aber auch die Zeit der Revolutionen, die Zeit der Partys – eine wilde explosive, zum Teil euphorische Zeit – erst in den 90gern begann sich das soziale Klima zu ändern. Ein rauer Individualismus setzte sich gegen das einstige Gemeinschaftsgefühl durch, der um die Jahrtausendwende eine völlige gesellschaftliche Lähmung und Null-Bock-Mentalität heraufbeschwor. In solch einem geistigen Klima sind Menschen manipulierbarer, anpassungswilliger, und einer systematischen Umerziehung zugänglicher – denn auch die einstige soziale Marktwirtschaft wich einem Turbokapitalismus, in dem Kleinunternehmen von Großkonzernen aufgesogen wurden und somit verschwanden.“

Das ist sie also, die „böse neue Zeit“: Hemmungslose Egoisten liefern sich Grabenkämpfe um den letzten erreichbaren Wohlstandszuwachs, frönen dabei exzessiv dem Turbokapitalismus und vergessen dabei die einstigen Werte von Geselligkeit und sozialem Miteinander. Die Gesellschaft, so die Autorin, wird kälter, weil nicht mehr geraucht wird. Oder ist es umgekehrt? Wird es zwischenmenschlich kälter, weil „Prohibitionisten“ gegen das Rauchen kämpfen? Egal, es ist sowieso alles Unsinn, was sie schreibt.

Übrigens, wenn man schon beim Begriff des Egoismus angelangt ist, sollte man auch erörtern, wie stark der Egoismus einer Personengruppe ausgeprägt ist, die trotz aller erwiesenen Schädlichkeit immer noch rücksichtslos ihre Tabakdrogen im möglichen Beisein von Nichtrauchern konsumieren will bei diesen dann Gesundheitsschäden oder zumindest erhebliche Belästigungen billigend in Kauf genommen werden. Derlei anzugehen unterlässt die Autorin absichtsvoll, würde es doch auf direktem Wege zu einer Auseinandersetzung mit ihren absurden Forderungen führen.

Menschen sind heute genau so gerne mit Freunden, Bekannten, Vereinskameraden, Arbeitskollegen etc. zusammen wie in den Jahrzehnten davor. Die Aggregation in sozialen Verbänden ist nämlich ein dem Menschen als soziales Wesen innewohnendes Bedürfnis, welches weitgehend unabhängig von Zeiteinflüssen ist.

Und genau heute kommen Menschen lieber und öfter in bestimmten gastronomischen Bereichen zusammen, eben weil sie nicht mehr durch den stinkenden und Krankheiten verursachenden Passivrauch belästigt und geschädigt werden. Die Umsatzzahlen, welche z. B. die gastronomischen Betriebe in Bayern (wo seit 2 Jahren ein kompromissloses Nichtraucherschutzgesetz gilt) regelmäßig ermitteln, sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache. Nach dem Einrichten eben dieses kompromisslosen Nichtraucherschutzes sind die Gewinne der Gastronomen nämlich nicht ins Bodenlose gefallen, wie von umtriebigen Tabak- und Raucherlobbyisten vorher als Schreckensbild regelmäßig an die Wand gemalt wurde, sondern insgesamt sogar moderat gestiegen.

Gelegentlich fängt man dann irgendwann wirklich am Geisteszustand der Autorin zu zweifeln an. Besonders wenn man Sätze wie diesen liest:

„Doch die kleine Kneipen- Pub- Bistro- und Bar-Kultur hielt stand, denn die Menschen sehnten sich wieder nach mehr persönlicher Atmosphäre – die kleinen Ecklokalitäten boten oftmals ein zweites Wohnzimmer, um dem grauen Alltag für eine Zeitlang zu entfliehen.“

Was hat derlei eigentlich alles mit dem Rauchen zu tun? Ist „persönliche Atmosphäre“ daran gebunden, dass die Kneipe mit giftigem Tabakabbrand kontaminiert ist bis unter die Decke und der Normalmensch schier keine Luft mehr kriegt? Muss man tränende Augen bekommen, um sich in einer Gruppe Gleichgesinnter wohl zu fühlen? Kann man dem „grauen Alltag“ (der meiner Einschätzung nach überhaupt nicht grau ist) nur dann entfliehen, wenn es um einen herum schlimmer stinkt als am Auspuffrohr eines VW Golf Diesel der ersten Bauserie?

„Sollten wir es nicht schaffen, die lebensfeindlichen Prohibitionen zu durchbrechen,…“

Warum spricht eine Frau, die sich dauernd einen Giftcocktail in die Lunge saugt, der aus über 200 toxischen Stoffen und 60 bis 70 Kanzerogenen besteht auf einmal von „lebensfeindlich“, wenn sie diesen Giftmix nicht mehr überall inhalieren kann? Derlei hohles Geschwätz ist an Dummheit und Absurdität kaum mehr zu übertreffen.

Nebenbei bemerkt: Wenn hier etwas „lebensfeindlich“ ist, dann das Rauchgasgemisch, das der Raucher bei seinem kanzerogenen Hobby beständig emmittiert und welches alleine in Deutschland jedes Jahr zwischen 120.000 und 140.000 Personen das Leben kostet. Von diesen sind übrigens ca. 3000 „nur“ Passivraucher wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) vor einigen Jahren errechnet het.

Schlussbemerkungen

Kommen wir zum Schluss. Der wesentliche restliche Text der Dame besteht aus einem an die Wand gemalten Horrorszenario, in welchem sie beschreibt, was denn passieren würde, wenn der Tabak gänzlich verboten würde.

Schenkt man ihr in diesem Punkt Glauben, geht ab diesem Zeitpunkt die Welt dann vollends unter: Die geselligen Raucher tauchen in „die Diaspora“ ab, entziehen sich den geselligen Nichtrauchern, es kommt zusätzlich zum Zusammenbruch des Staatswesens, da ja die Tabaksteuer wegfalle und am Ende sei nicht einmal mehr die medizinische Versorgung gewährleistet. Und das Schlimmste: Die amerikanischen Burger- und Kaffeebuden übernähmen die dann verwaisten Lokale der abgetauchten Genussfreunde und würden eine öde Einheitsgastronomie etablieren, die jedem Genussmenschen ein Grausen sei. Und ganz am Ende sei der Tabak dann auch wieder „hip“ und es würden wieder mehr und mehr Menschen Gefallen am Rauchen finden, denn das sei ja so hochattraktiv, ganz einfach, da verboten.

Der ganze hanebüchene Raucherschwachsinn der Frau Sat-Ananda hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Es wird leider niemals gelingen, und darin ist der Autorin ein einziges Mal zuzustimmen, die Droge Tabak vollständig zu verbieten. Ich bedauere das zwar, aber aus genau diesem Grunde kann man auch ihre ganzen an die Wand gehusteten Schreckensszenarien buchstäblich „in der Pfeife rauchen“ da die Grundlage für ihre Zukunftsvision bereits nicht existiert.

Der gesamte Text der Autorin ist allerdings ein wunderbarer Beleg dafür, dass Tabakkonsum tatsächlich zu schwersten Schäden im Neocortex des Menschen führt. Jemand, der das Wohl und Wehe der Welt ausschließlich mit dem Tabakkonsum verknüpft, hat wirklich ein mentales Problem, dass er bzw. sie dringend mit einem Fachmann oder einer Fachfrau besprechen sollte. Mehr ist zu dem gesammelten Raucherblödsinn der Frau Sat-Ananda nichtmehr zu sagen.

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