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Deutscher Zigarettenverband: Eltern sollen ihre Kinder im Auto weiter vollrauchen dürfen!

Gelegentlich frage ich mich, ob Personen, deren Hauptgeschäft der Lobbyismus für tödliche Tabakdrogen ist, eigentlich noch mit normalen Maßstäben zu fassen sind. OK, bei Netzwerk Rauchen & Co., also den Grüppchen der Süchtigen, die schon seit Jahren ebenso lautstark wie erfolglos gegen den Nichtraucherschutz agitieren, wundert mich gar nichts mehr. Aber dass gelegentlich ein Vertreter eines offiziellen Verbandes einen Blödsinn im Dienste der Killerdroge Tabak über die Ticker gibt, bei dem sich mir ob des dargebotenen Unsinns die Nackenhaare senkrecht stellen, das kommt schon manchmal vor. Gestern war es wieder soweit.

Der „Deutsche Zigaretten Verband“ (DZV), ansässig in Berlin, denn die Nähe zur Macht ist den Tabakdrogendealern immer wichtig, ist die Nachfolgeorganisation des „VdC“, der vor einigen Jahren aufgelöst wurde, weil sein Hauptmitglied Philipp Morris (mit der Marke „Marlboro“ aka „Mordboro“) diesen verließ. Der Geschäftsführer des DZV, Jan Mücke, hat sich zu dem von der Bundesdrogenbeauftragten Mortler geforderten Rauchverbot in PKW geäußert, welches wirksam werden soll, wenn Kinder im Wagen mitfahren. Er erklärte diesbezüglich:

Jan Mücke, DZV: Der Deutsche Zigarettenverband hat die Forderung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU), das Rauchen in privaten PKWs im Beisein Minderjähriger zu verbieten, kritisiert. Verbandsgeschäftsführer Jan Mücke erklärte heute in Berlin, ein derartiges Verbot sei überflüssig. „Frau Mortler befindet sich im Verbotsrausch. Jeden Tag wartet sie mit neuen Verbotsideen auf. Ein Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr, ein totales Verbot der Tabakwerbung oder nun Rauchverbote in privaten Autos, keine Verbotsforderung ist Frau Mortler platt genug, um nicht doch damit die Öffentlichkeit zu behelligen“, sagte Mücke heute in Berlin.

Es mag ja beruhigend wirken, wenn Herrn Mücke zu der berechtigten Forderung nach einem Rauchverbot im Auto wenn Kinder mitfahren nur der übliche Unfug einfällt wie „Verbotsrausch“, und „überflüssiges Verbot“. Das Wort „Verbot“ als Schreckvokabel muss einfach sein. Es ist Standarddiktion jener, die den Tod verkaufen und dies auch weiter tun möchten. Aber ich frage mich dann schon, wofür der Mann eigentlich bezahlt wird, wenn bei ihm der intellektuelle Output auf der Stufe von „Netzwerk Rauchen“ oder „VEBWK“ stecken bleibt. Dann könnte man auch Christoph Lövenich auf den Chefposten der Tabakdrogenhändler berufen. Aber, das sei zugegeben, die Position, welche Herr Mücke berufsmäßig vertreten muss, ist schon eine ziemlich dumme.

Schauen wir uns doch mal die Realität an: Täglich sieht man im Stadtbild Eltern, die ihre Kinder rücksichtslos vollrauchen. Eben weil die Eltern a) drogensüchtig und b) äußerst einsichtsresistent sind, was ihr Verhalten und dessen Selbst- und Fremdschädlichkeit betrifft. Da wird direkt über dem offenen Kindernwagen gequalmt (meistens mehrere Muttis im Trio oder Quartett, denn RaucherInnen sind halt sehr kommunikativ), da werden in Bereichen der Außengastronomie die mit am Tisch sitzenden Kinder gandenlos eingeraucht und auch an der Ampel oder vom Geh-/ Radweg aus sieht man häufig „Genussfreunde“ die im Auto quarzen obwohl der Nachwuchs im Kindersitz auf dem Rücksitz Platz genommen hat. Sch….egal, die Fluppe muss brennen, der Drogenabhängige braucht seinen „Schuss“.

Der nächste intellektuelle Overkill gelingt Herrn Mücke dann bei diesem Satz:

Jan Mücke, DZV: Offenbar hält die CSU-Politikerin ihre Mitbürger für völlig lebensuntauglich ohne staatliche Verbote. Damit werden erwachsene Menschen weiter entmündigt.

Setzen, Herr Mücke! Nichts verstanden, sechs! Hier geht es nämliche gerade nicht um die Entmündigung von Erwachsenen, was übrigens ein Standardargument jener Grüppchen, deren Geschäftsmodell das Verteilen von Krankheit, Siechtum und Tod unter der Bevölkerung ist, sondern um den Schutz derer, die sich nicht wehren können.

Jan Mücke, DZV: Nach einer repräsentativen dimap-Umfrage im Auftrag des DZV vom Juni diesen Jahres fühlen sich 94 Prozent der Deutschen gut oder sehr gut über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens informiert.

Prima Herr Mücke, wurden da auch Kindern befragt? Die wissen übrigens meiner Erfahrung nach, zumindest ab einem gewissen Alter, sehr gut, was man sich mit dem Rauchen antut. Alleine das Problem ist, dass sie sich oft nicht gegen Erwachsene wie Eltern erwehren können, wenn diese die Bude in eine Räucherhöhle verwandeln. Eventuell, weil sie dann den Zorn der Eltern zu spüren bekommen, weil Papa oder Mama eben qualmen MUSS. Und dass das Wissen um die Tödlichkeit von Tabakkonsum kaum einen Süchtigen abhält, trotzdem zu rauchen, dürfte bekannt sein, Herr Mücke. Darauf basiert nämlich Ihr Geschäftsmodell.

Jan Mücke, DZV: DZV-Geschäftsführer MÜCKE sagte dazu heute in Berlin: „Eltern können die Gefahren des Rauchens selbst gut einschätzen und setzen deshalb ihre Kinder nicht dem Tabakrauch aus, weder in ihren Autos, noch im Kinderzimmer oder sonst im privaten Bereich.

Stimmt. Deshalb entstammen die oben gemachten Beobachtungen ja nur der Phantasie de rmilitanten Antiraucher und sind reine Hirngespinste. Ach ja, Herr Mücke, wenn wir denn schon beim Thema sind: Die Erde ist eine Scheibe, die Mondlandung fand in einem Studio statt und Elvis hat Kennedy erschossen..

Jan Mücke, DZV: Mündige Bürger können das selbst entscheiden, ohne dass es dafür eines staatlichen Verbotes bedürfte

Und genau da liegt das Problem, Herr Mücke: Wir reden bei Rauchern von Drogenabhängigen. Die haben einen Teil ihrer Mündigkeit schon vor Jahren oder Jahrzehnten am Zigarettenautomat abgegeben. Da ist nichts mit „freier, mündiger Entscheidung“. Da braucht der Tabakdrogenjunkie seinen nächsten Schuss. Und zwar i. d. R. in sehr kurzen Zeitabständen.

Jan Mücke, DZV: Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass eine signifikant hohe Zahl von Erwachsenen Kindern in privaten PKW dem Tabakrauch aussetzen.

Herr Mücke vom DZV ist nicht nur kein intellektueller Überflieger wie man an seiner äußerst schwachen Argumentation erkennen kann, er ist zudem nicht einmal in der Lage, wissenschaftliches Studienmaterial zu recherchieren. Oder er sagt bewusst die Unwahrheit. „Google“ kann übrigens helfen, Studien zum Thema „Rauchen im Auto“ zu finden. Man  muss allerdings Englisch können:

Hier die komplette Ergebnisliste einer kurzen Internetrecherche. Kein Studienmaterial? Herr Mücke, besuchen Sie doch mal einen VHS-Kurs zum Thema „Internet für Einsteiger“. Dort lernt man eine Suchmaschine zu bedienen.

Zum Schluss holt sich dann der Chefintellektuelle des DZV noch Argumentationshilfe von außen. Genauer vom ehemaligen Chef der Polizeigewerkschaft Freiberg:

Jan Mücke, DZV: Auch die Gewerkschaft der Polizei GdP hatte Forderungen nach einem Rauchverbot in privaten PKW mehrfach kritisiert. Sie hält Verbote dieser Art für schwer durchsetzbar. Für die Polizei ist es nach Auffassung des ehemaligen GdP-Chefs Freiberg schwer genug, das Handy-Verbot am Steuer durchzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei derzeit mit ihrer Kernaufgabe, in Zeiten von Flüchtlingsströmen für innere Sicherheit zu sorgen, bereits stark ausgelastet ist. Eine flächendeckende Kontrolle eines Rauchverbotes im Auto im Beisein von Kindern könnte kaum gewährleistet werden und ist somit nicht praktikabel.

Wieder eine Argumentation, die an geistiger Schlichtheit kaum zu steigern ist. Die Einlassung: „Wir können es nicht kontrollieren, also bringt ein Verbot nichts.“ kann als Bankrotterklärung des Staates vor dem Rechtsbruch aufgefasst werden. „Wir können nachts keine Einbrüche verhindern, dazu haben wir zu wenig Leute. Deshalb ist Einbruch von 22:00 bis 6:00 morgens erlaubt. Verzichten Sie als Täter aber bitte dabei auf Verletzungs- oder Tötungshandlungen. Danke! Ihre Polizei„. Ich suche gerade eine Wand um den Kopf mal kräftig dagegen zu schlagen. Aber Herrn Mücke kommt diese kleingeistige Einlassung durchaus gelegen. Man ahnt warum.

Fazit: Ein Rauchverbot im Auto muss kommen. Zumindest wenn Kinder im Wagen sitzen, die sich oft den Widerstand gegen die Erwachsenen nicht zutrauen und daher lieber klein beigeben als einen familiären Konflikt zu riskieren. Viele erwachsene Raucher sind darüber hinaus zu stark abhängig von ihrer Droge, als dass sie besondere Rücksicht auf Kinder nehmen könnten oder wollten. Die Droge, mit deren Vertrieb der DZV sein Geld verdient, lässt ihnen da wenig Entscheidungspielraum. „Mündigkeit“ fällt aus wegen „is‘ nich'“. Darunter müssen dann die schwächeren leiden, in dem Falle Kinder. Und das muss sich dringend ändern.

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Hardcoreraucher und der „Kindesmissbrauch“

Raucher sind auch manchmal entrüstet. Auf „Raucher in Deutschland“ postet ein „Zayats Liontamer“ ein Bild eines Jungen, der ein „Fuck-OFF!“-Zeichen präsentiert und dessen Unterschrift lautet „Don’t use me to justify your hatred“.

„Smokers against Discrimination“ ist gegen die angebliche Instrumentalisierung von Kindern im Kampf um den Nichtraucherschutz (Quelle)

Das Bild wendet sich also gegen die angebliche Instrumentalisierung von Kindern zur Rechtfertigung des Nichtraucherschutzes. Klar, wie wir vom u. a. „Netzwerk Rauchen“ wissen, ist das Vollrauchen von Kindern kein Problem (Link Link).

Wesentlich weniger zimperlich in der Instrumentalisierung von Kindern sind die Rauchergrüppchen allerdings, wenn es „pro Qualm“ geht. So wurde auf einer Raucherdemo dieses Bild geschossen:

Kind wird beim Kampf gegen Rauchverbote instrumentalisiert.

Kind wird beim Kampf gegen Rauchverbote instrumentalisiert.

Ein Kind, das in entwürdigender Weise ein Schild um den Hals gehängt bekam und dessen Gesicht übrigens erst vom „Forum Raucherwahnsinn“ verpixelt wurde. Die rücksichtslosen Raucher hatten das ca. 12-jährige Kind hingegen mit voll erkennbarem Gesicht ins Internet eingestellt. Wiederum ein Beleg für die Dummheit und Skrupellosigkeit dieser Leute.

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„Netzwerk Rauchen“ empört: Richterin verbietet Eltern, ihr Kind vollzurauchen!

Unglaublich! Eine englische Richterin hat sich erdreistet, einem „genussfreudigen“ Elternpaar das Sorgerecht über ihr Kind zu entziehen, weil diese die Bude (Wohnung kann man es wohl nicht nennen, doch davon später) bis unter das Dach vollgequalmt haben und dieses Verhalten trotz Ermahnung durch die Behörden nicht abstellen wollten. Liest man den zugehörigen Zeitungsartikel in englischer Sprache, wird einem erschreckend klar, was der Kleine durchmachen musste.

Der Junge ist laut dem Bericht zwei Jahre alt. Er leidet an Atemproblemen. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes sagte, sie sei in 10 Berufsjahren nie in einer derart vollgeräucherten Wohnung gewesen. Sie stellte bei einem Besuch fest, dass der Raum so stark mit Rauch angefüllt gewesen sei, dass sie selbst kaum hätte atmen können. Die Wohnung machte insgesamt einen dreckigen,stinkenden und unhygienischen Eindruck. Der Vater habe zudem erhebliche Drogenprobleme. Die mit dem Fall befasste Richterin Louise Pembleton stellte fest, dass der Junge überdies einen Inhalator zur Behandlung seiner Atembeschwerden benötigt und dass er vom starken Rauch in der Wohnung massiv beeinträchtigt wird. Eine Adoptionsfreigabe sei daher der einzige Weg, den kleinen Jungen aus der seine Gesundheit gefährdenden Umgebung zu bringen, auch wenn dies eine harte Entscheidung gegen die Eltern sei.

Derlei Ungeheuerlichkeit muss natürlich die nachhaltige Empörung des „Netzwerk Rauchen“ nach sich ziehen:

„Netwzerk Rauchen“: Im englischen Fall stützte sich das Gericht auf eine Jugendamtsmitarbeiterin (Antiraucherin?), die über Rauchwolken in der Wohnung der Familie klagte und schenkte der Mutter keinen Glauben. Netzwerk Rauchen hatte schon vor Jahren die Behauptung, Rauchen in Gegenwart der Kinder sei schädlich bzw. für deren Gesundheit gefährlich, untersucht. Wir haben in unserer Publikation „Macht Passivrauchen Kinder krank?“ festgestellt, dass an dieser propagandistischen Panikmache zur Entnormalisierung des Rauchens wissenschaftlich nichts dran ist. (Quelle)

Na, da haben wir es doch. Die Dame vom Jugendamt, die bescheinigt hat, dass die Unterkunft wohl mehr einer Gaskammer ähnelt als einer Wohnung, war wahrscheinlich eine „Antiraucherin“. Wahrscheinlich sogar eine „faschistoide“. Und „Netzwerk Rauchen“ hat natürlich „wissenschaftlich“ festgestellt, und einen entsprechenden Text veröffentlicht, dass Rauchen in der Wohnung für Kinder vollkommen ungefährlich ist. Eine Auseinandersetzung mit diesem Schwachsinn habe ich hier geführt. Das pseudowissenschaftliche Pamphlet besteht i. W. nur aus Zahlenverdrehereien und anderen dümmlichen und leicht durchschaubaren Taschenspielertricks. Im Wesentlichen fußt die These, dass Passivrauchen für Kindern ungefährlich sei, darauf, dass man ein statistische Signifikanz erst ab einer relativ hohen Steigerung des Relativen Risikos annimmt. Der Faktor liegt zwischen 2 und 3. Es wird einfach postuliert, dass die epidemiolgische Forschung das so sehe. Punkt. Aus. Ende.

Die ernsthafte Forschung kommt zu ganz anderen Ergebnissen:

As part of a longitudinal study of the respiratory health effects of indoor and outdoor air pollutants, pulmonary function, respiratory illness history, and symptom history were recorded at 2 successive annual examinations of 10,106 white children living in 6 cities in the United States. Parental education, illness history, and smoking habits also were recorded, along with the fuel used for cooking in the child’s home. Maternal cigarette smoking was associated with increases of 20 to 35% In the rates of 8 respiratory illnesses and symptoms investigated, and paternal smoking was associated with smaller but still substantial increases. Illness and symptom rates were linearly related to the number of cigarettes smoked by the child’s mother. Illness rates were higher for children of current smokers than for children of ex-smokers. The associations between maternal smoking status and childhood respiratory illnesses and symptoms were reduced but not eliminated by adjustment for parental illness history. Levels of forced expiratory volume in one second (FEV1) were significantly lower for children of current smokers than for children of nonsmokers at both examinations and highest for children of ex-smokers. Levels of forced vital capacity (FVC) were lower for children of nonsmokers than for children of current smokers at both examinations, but the difference was statistically significant only at the first examination. Both the increase in mean FVC and the decrease in mean FEV1 among children of current smokers were linearly related to daily cigarette consumption.
Quelle

Die Einsekundenkapazität (FEV1) bei Kindern, die Passivrauch ausgesetzt sind, war im Gegensatz zu nicht exponierten Altersgenossen signifikant schlechter. Dieser Wert misst die Luftmenge, die in einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Bei ständiger Reizung der Lungen durch Schadstoffe bilden sich Verengungen in den Bronchien, die den Luftfluss behindern. Daher sinkt der Quotient dQ/dt ab. Mehr Studien zum Thema “Kindergesundheit und Passivrauch” gibt es bei Google Scholar. Dort kann man eine große Zahl Studien (und das nicht nur zum Zusammenhang von Atemwegserkrankungen bei Kindern als Folge des Passivrauchens, sondern auch zu Mittelohrentzündung und anderen gesundheitlichen Störungen) finden, die der Auffassung des “Netzwerk Rauchen”, eine Passivrauchbelastung sei für Kinder total unkritisch, einiges entgegengehalten:

  • ETS increases both the prevalence and the severity of asthma. (Link)
  • Illness and symptom rates were linearly related to the number of cigarettes smoked by the child’s mother. Illness rates were higher for children of current smokers than for children of ex-smokers. (Link)
  • Passive smoking is associated with dose-related impairment of endothelium-dependent dilatation in healthy young adults, suggesting early arterial damage. (Link)
  • Weitere
Besonders der immer wieder nachgewiesene Dosis-Wirkungs-Zusammengang indiziert klar einen Zusammenhang zwischen der jeweiligen Gesundheitsstörung und der Passivrauchexposition.
Ein schlimmer Fall aus der Praxis soll das traurige Schicksal von vollgequalmten Kindern verdeutlichen:

 

„Mindestens 10 Mal in 3 Jahren haben wir der Familie geraten, nicht in Gegenwart ihrer 5 und 7 Jahre alten Kindern zu rauchen. Die Kinder kamen immer wieder mit Ohrinfektionen, Husten, Bronchitis und Asthma in unsere Klinik. Zwei Monate nach einem Besuch bekam das jüngere Kind eine Lungenentzündung. Wir behandelten sie erfolgreich mit Antibiotika und Inhalationen. Den Eltern gaben wir den dringenden Rat, nicht mehr in Gegenwart ihrer Kinder zu rauchen. Die Eltern weigerten sich allerdings, diesen Rat anzunehmen.

[..]

Kurze Zeit später kam das jüngere Kindern wieder in die Notaufnahme mit einer Lungenentzündung. Sie musste mehrere Tage auf der Kinderintensivstation verbleiben, bis sich ihr Zustand besserte. Von 10 Erwachsenen,die mit ihren Kindern im Wartezimmer saßen, waren 6 starke Raucher. (Quelle)“

Fazit: Man ist ja einiges gewöhnt von den militanten Kampfrauchern des “Hetzwerkes”. Aber dass sich die pathologische Rücksichtslosigkeit dieser Leute mittlerweile nicht nur gegen erwachsene Menschen richtet, die den aerosolen Giftgasmüll der Raucher nicht einatmen wollen, sondern man nun auch wehrlose Kinder in Wohnungen nicht verschont, weil man meint, Rauchen gehören einfach “dazu”, das verusacht schon körperliche Übelkeit. Die krankhaften Egomanen der Kampfraucherfraktion schrecken nicht einmal davor zurück, aus ihrem widerlichen Egoismus heraus, ihre eigenen Interessen nach Befriedigung ihrer Drogensucht über elementare Bedürfnisse anderer Menschen zu stellen. Ganz einfach weil sie zu faul, zu träge oder schlicht zu dumm sind, zum Rauchen auf den Balkon zu gehen. Oder weil es ihnen an sozialer Intelligenz mangelt. Und damit es auch eine Rechtfertigung für dieses kranke Ansinnen gibt, werden dümmliche und pesudowissenschaftliche Texte ersonnen, wie der oben angeführte mit dem Titel “Macht Passivrauchen Kinder krank?”. Dieses Verhalten ist an Widerlichkeit kaum mehr zu steigern.

 

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Rücksichtslosigkeit hat einen Namen: Hans-Joachim Schanz

Hardcoreraucher scheren sich wenig um das Wohlergehen ihrer Mitmenschen. Wer nicht rechtzeitig das Weite sucht, wird rücksichtslos mit krebserregendem Aerosol vollgequalmt, dass die Schwarte kracht. Hauptsache, der Nikotinfanatiker hat sich erfolgreich seinen „Schuss“ gesetzt. Alles andere ist ihm weitestgehend egal.

Ein besonders rücksichtsloses Exemplar der Gattung „Extremraucher“ konnte man unlängst auf facebook lesen. Sein Name: Hans-Joachim Schanz. Zum Thema „Rauchen mit Kindern im Auto“ unter Bezugnahme auf eine französische Gesetzesinitiative, nach der das Rauchen im Auto verboten werden soll, wenn Kinder mitfahren, schreibt der Mann:

Hans-Joachim Schanz: Endlich mal ein triftiger Grund, meine Kinder nicht dauernd durch die Gegend kutschieren zu müssen. Dann gibt’s halt Geburtstage nur noch dann, wenn sie mitm Bus fahren, oder die anderen Eltern sie holen und bringen. Zum Doktor müssen sie dann laufen, das klappt dann schon, wenns richtig weh tut (Quelle)
Rüpelnd und rücksichtslos, so poltert sich Extremraucher Schanz durch das Internet. Warum eigentlich Rücksicht auf die eigenen Kindern nehmen wenn ihre Anwesenheit doch den eigenen „Genuss“ behindern sollte? Alles Quatsch. Hardcoreraucher Schanz weiß man es macht: Den Blagen gezeigt wo’s lang geht und wer das Sagen hat und Ruh‘ is‘!
Aber nicht nur den eigenen Kindern gegenüber ist Schanz ein echter Vorzeigepapa. Auch was Gesetzestreue betrifft ist der Mann seinen und anderen Kindern ein Vorbild:
Hans-Joachim SchanzGezielter Boykott und konsequente Gesetzesübertretungen (hab gestern erst wieder im Bierzelt ne halbe Schachtel weggequalmt und keiner hat davon Notiz genommen) sind die einzige Waffe, die mir bleibt, um nicht durchzudrehen und ausversehen mal ne Kirche oder das Finanzamt anzuzünden
Ja, solche „Mitbürger“ braucht das Land: Sozial empathisch, engagiert, am Gemeinwohl interessiert. So, und jetzt gehe ich mich mal eben wieder übergeben.
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„Netzwerk Rauchen“erklärt, warum man Kinder ruhig vollrauchen darf

Ein Dossier von Peter Rachow

„Rauchen ist nicht gesundheitsschädlich…gez. Dr. Marlboro“. So ulkte vor Jahrzehnten der Komiker Otto Waalkes. Und noch heute bedienen sich Tabakindustrie und ihre Helfershelfer dieser einfachen Methode der konsequenten Desinformation. Ein Beispiel: Das hier untersuchte Pamphlet des sog. „Netzwerk Rauchen“.

http://www.netzwerk-rauchen.de/mitglied-werden/doc_download/98-kinder-und-passivrauch.html

Hier versucht diese ebenso kleine wie fanatische Nikotinsüchtigengruppe neuerlich zu beweisen, dass vom Passivrauchen keinerlei Gefahr ausgehe. Man hat sich dazu diesmal die Problematik „Kinder und Passivrauchexposition“ herausgegriffen. Und wie üblich funktioniert dieses Pamphlet nach altbekanntem Muster: Leugnen, relativieren, verwirren.

Gehen wir ins Detail:

Gleich zu Beginn des Textes geht der wie immer anonym bleibende Autor bzw. die Autorengruppe (denn es steht zu vermuten, dass an diesem geistigen Offenbarungseid mehrere Personen mitgeschrieben haben müssen) des sog. „Netzwerk Rauchen“, mit dem durch sie erkannten vermeintlichen „Zeitgeist“ ins Gericht: Tabakrauchen sei früher doch völlig normal gewesen, Kindern habe es nie geschadet und damals sei man sei eben einfach „unverkrampft“ gewesen. (S. 5)

So wird am Anfang dieser exorbitant dilettantisch gemachten Desinformationsschrift des sog. „Netzwerk Rauchen“ gleich mal der Normalmensch, der keine Krebs erregenden und toxischen Substanzen einatmen will und der auch andere vor diesem Giftcocktail schützen will, in die Ecke der hypochondrischen Neurotiker gestellt. Und auf der anderen Seite wird quasi als Gegenpol der souveräne, „unverkrampfte“ Genussmensch aufgebaut. Eine durchaus bekannte, hochgradig dumme, stereotype und obendrein leicht zu durchschauende Taktik. Aber man bleibt damit den bekannten Verdummungsschriften des sog. „Netzwerk Rauchen“ und ihren regelmäßig blöd- bis schwachsinnigen Darlegungen in Stil und Inhalt treu.

Das anschließende Lamento über den ach so bösen Zeitgeist, die „Systemmedien“ (was auch immer man darunter zu verstehen habe), die angeblichen Raucherhetzer im Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) usw. usw. und den ganzen weiteren nikotinbeseelten Jammerkram des sog. „Netzwerk Rauchen“ lassen wir einfach mal beiseite. Es macht keinen Sinn, sich mit diesem spezifischen hochdosierten Unsinn einiger schwerstabhängiger Nikotinnutzer genauer zu beschäftigen. Es ist reine Zeitverschwendung.

Wir wollen dagegen nachfolgend durch Textauszüge exemplarisch zeigen, wie die anonymen Autoren dieser Desinformationsschrift immer wieder versuchen, ihre Leser systematisch zu verdummen indem sie unwissenschaftlich argumentieren, in Stammtischparolen zurückfallen und diesen ganzen ekelerregenden Ausfluss von Nikotinapologie noch mit ein paar durchaus lustigen Weisheiten zu garnieren suchen. Und dies alles nur zum Zweck, das Passivrauchen zu verharmlosen und den Nichtraucherschutz abzuschaffen.

Gehen wir also in medias res: Denn richtig haarsträubend wird es nämlich sofort auf der Seite 8 dieses Traktates gegen den Nichtraucherschutz. Es wird seitens der Schreiber des genannten Textes angeführt, dass das dkfz in Heidelberg ausgeführt habe, Passivrauchen füge Kindern in Familien in denen geraucht wird, schwere gesundheitliche Schäden zu. Diese Aussage des dkfz wird natürlich seitens der Nikotinjünger rundweg bestritten.

Doch zuvor einige erläuternde Ausführungen:

Als Referenz für die Passivrauchbelastung eines Individuums zieht das dkfz in seinen Schriften immer wieder den Cotininspiegel im Blut der Kinder heran. Cotinin ist ein Abbauprodukt des Nikotin im menschlichen Körper und damit ein Biomarker für Tabakrauchexposition. Das Pamphlet der Nikotinbefürworter verweist in diesem Zusammenhang auf eine Statistik des Umweltbundesamtes unter

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3257.pdf .

Im Text des sog. „Netzwerk Rauchen“ wird zu diesen Daten ausgesagt, dass der Cotininpegel der Kinder aus Nichtraucherhaushalten unter der Nachweisgrenze von 2ug/l Blut liege, der von Kindern aus Raucherhaushalten dagegen im Mittel 2,62 ug/l Blut betrage wenn diese mit mindestens einem Raucher zusammen leben würden.

Dabei wird wohlweislich unterschlagen, dass eben die Nachweisgrenze des Messverfahrens bei 2ug/l liegt, dass dabei aber keine exakte Aussage über den tatsächlichen Cotininspiegel im Blut der Nichtexponierten möglich ist der dann irgendwo zwischen 0 und 2ug/l Blut liegt. Es steht aber die Zahl „2“ im Raum die sich in Relation zur Zahl „2,6“ besonders gut macht, da die Differenz zwischen beiden Werten sehr klein ist. Dass der tatsächliche Wert wahrscheinlich sehr viel niedriger liegt, wird unterschlagen.

Interessant wird die Sachlage aber in dem Moment, wo aber bereits 2 Raucher pro Haushalt ständig anwesend sind. Hier beträgt der gemittelte Cotininspiegel im Blut der untersuchten Kinder nämlich bereits 4,8 ug/l Blut. Dieser Sprung wird aber seitens der Autoren des sog.“Netzwerk Rauchen“ wohlweislich unterschlagen, weil dann jeder Leser, der zumindest grundsätzliche Kenntnisse über das Wesen mathematischer Funktion hat, merken würde, dass die Anzahl der Raucher im Haushalt zumindest in erster Näherung mit dem Cotininspiegel im Blut korreliert und dass der Cotininspiegelein Prädiktor für das Rauchverhalten in dem jeweiligen Haushalt ist.

Wie hoch liegt der Cotininspiegel von Kindern in Nichtraucherhaushalten wirklich?

Diese Berechnung ist nicht mit 100%iger Verlässlichkeit durchzuführen, weil andere Parameter nicht erschließbar sind, wie z. B. die Passivrauchbelastung außerhalb der Wohnung und bei vielen rauchenden Familiengliedern die genaue Zahl dieser Raucher. Vereinfachend wollen wir annehmen, dass die Kinder in einem Haushalt mit 2 Rauchern leben. Geht man davon aus, dass es sich um eine lineare Dosis-Wirkungsbeziehung handelt, ergibt sich folgende Tabelle

Netzwerk Rauchen - Falsche Annahmen zur Cotininbelastung

Netzwerk Rauchen – Falsche Annahmen zur Cotininbelastung

Zu ermitteln wäre also X für die Cotininbelastung von Kindern aus Nichtraucherhaushalten.

Es ergibt sich:

Für die Steigung der Funktionsgeraden gilt m=dy/dx, also (4,8-2,6)/1=2,2.
Für den Y-Achsenabschnitt gilt f(1)=m*1+y0 also y0=2,6-2,2=0,4.

Netzwerk Rauchen - Falsche Annahmen zur Cotininbelastung

Netzwerk Rauchen – Falsche Annahmen zur Cotininbelastung

Weiter zum Text des dubiosen „Netzwerk Rauchen“:

Dieser Wert von 0,4 ug/l Blut entspräche theoretisch der Cotinin-Belastung von Kindern aus Nichtraucherhaushalten.

Stattdessen wird seitens der anonymen Autoren als vollkommen untauglicher Vergleich bemüht, dass der Cotininpegel im Blut von rauchenden Kindern sogar 269 ug/l Blut beträgt, als ca. 100-fach so hoch wie der jener Kinder in einem Haushalt mit einem Raucher. Dies ist aber vollkommen bedeutungslos, da hier unzulässigerweise aktiv- und passivrauchende Kinder verglichen werden. Auf jeden Fall hat man eine beeindruckende Relation gebildet und somit die Passivrauchexposition erfolgreich verharmlost.

Der Gipfel des wissenschaftlichen Unvermögens des Autors des sog. „Netzwerk Rauchen“ stellt in diesem Zusammenhang übrigens die ebenfalls auf Seite 8 getätigte Behauptung dar, Cotinin sei ja sowieso vollkommen unschädlich, egal ob man aktiv oder passiv rauche. Durch diese Aussage soll natürlich verschleiert werden, dass Cotinin nur ein Abbauprodukt im Metabolismus des Nikotins ist und dass die Nikotinaufnahme durch den Nebenstromrauch und den exhalierten Hauptstromrauch des Rauchers über die Raumluft in den Organismus des Passivrauchers erfolgt und dabei einen wichtigen Indikator für eine Tabakrauchexposition und somit eine Exposition mit Kanzerogenen und Toxinen, darstellt.

Und die anonymen Autoren des dubiosen „Netzwerk Rauchen“ entblöden sich tatsächlich ebenfalls nicht, auf das Kanzerogen „Tabakrauch“ die Weisheit des Paracelsus anzubringen: „Dosis facit veneum“. Den Unterschied zwischen einem Toxin und einem mutagenen Karzinogen und die dahinter stehenden Wirkmechanismen haben die Autoren wohl nicht einmal ansatzweise verstanden. Allerdings wird dann auch klar, dass das medizinische Wissen dieser Autoren wohl wie jenes des Paracelsus ebenfalls auf dem Niveau des 15. Jahrhundert stehen geblieben sein muss.

Nächstes Beispiel: Eine weitere gerne angewandte Methode des sog. „Netzwerk Rauchen“ ist es, Behauptungen aufzustellen, für die dann aber keinerlei Belege geliefert werden. Stattdessen werden in aller Regel weitere Behauptungen nachgeschoben, um zu verwischen, dass bereits die vorher gemachten Behauptungen unwahr sind.

Diese Taktik kann man sehr gut bereits am Anfang dieses Pamphletes beobachten. Auf Seite 9 finden wir folgenden Textauszug:

„Die multifaktorielle Epidemiologie bedient sich also der Methoden der Sozialforschung und der Statistik. dabei beachtet sie aber meist nicht deren wissenschaftliche Standards. […]“

Einen Beleg für diese These sucht man wie stets vergebens. Es schließt sich dagegen ein sehr oberflächlicher Exkurs in die einfachsten methodischen Grundlagen der epidemiologischen Problemstellungen an. Hier soll dargelegt werden, wie allfällige Probleme der Statistik angeblich verhindern sollen, dass man bei medizinischen Studien zu validen, reliablen und reproduzierbaren Ergebnissen kommt. Was dann aber in der Gesamtheit der weiteren Ausführungen nicht zum Ausdruck kommt ist, welche methodischen Ansätze es gibt, diese potenziellen Fehler zu vermeiden. Gängige Strategien in der Epidemiologie sind z. B. die Generierung eines großen Kollektives von statistischen Zwillingen, die rechnerische Eliminierung von Verzerrungen, das Durchführen von „Peer-Reviews“ usw. usw.

Stattdessen dass man seitens der Autoren nun sauber auf die entsprechende wissenschaftliche Methodik eingeht und es nicht nur bei einem auf Tertianerniveau angesiedelten Abhandeln einfachster Grundlagen belässt, wird der Forschung und damit den Forschern generell unterstellt, unsauber zu arbeiten und damit auch unplausible Ergebnisse zu produzieren.

In diesem Teil dieses von offenkundigen wissenschaftlichen Laien verfassten Textes ist, quasi zum Beleg der vorher aufgestellten haltlosen Behauptungen, dann zum x-ten Male die altbekannte Korrelation vom Verschwinden der Störche koinzidierend mit dem Geburtenrückgang zu finden. Derlei ist aber wirklich nur beim ersten Mal wirklich lustig, aber beim zweiten oder dritten Mal wirkt diese Stereotype modernern Wissenschaft ebenso abgeschmackt wie dumm, denn kein ausgebildeter Wissenschaftler wird ein Studienergebnis alleine basierend auf einer simplen Korrelation von 2 unabhängigen Eingangsgrößen ermitteln wollen.

Weiter belustigt in diesem Zusammenhang übrigens der Hinweis der unbekannten Autoren, dass es um die Reproduzierbarkeit von statistischen Ergebnisse generell sehr schlecht bestellt sei. Garniert wird diese ebenfalls unbewiesene Behauptung mit der Aussage, dass eine Person, die zweimal den Inhalt der eigenen Geldbörse nachzählen würde, dort auch regelmäßig zu abweichenden Ergebnissen käme. Man könnte ja fast lachen über die intellektuelle Schlichtheit dieser Autoren, wenn es nicht so traurig wäre, was dort unablässig verzapft wird. Dass sich diese Leute mit einem geistig derart unterlegenen Schmarrn an die Öffentlichkeit trauen, lässt tief blicken.

Gehen wir weiter:

Um die eigenen haltlosen Behauptungen zu belegen werden anschließend aus dem Report des „Surgeon General“, also der obersten amerikanischen Gesundheitsbehörde, wahllos Statistiken herausgegriffen und nach Belieben interpretiert. Hier zuerst die Arbeit der amerikanischen obersten Gesundheitsbehörde zum Nachlesen:

http://www.surgeongeneral.gov/library/s … t/chapter6.

Ab der Seite 13 des Desinformationstextes des sog. „Netzwerk Rauchen“ wird auf diese Arbeit interpretierend Bezug genommen (S. 386 ff. des „Surgeon“-Textes). Dabei wird versucht, anhand bestimmter Kriterien zu evaluieren, ob diese in dem amerikanischen Papier genannten Daten, z. B. zu einem Zusammenhang zwischen Lungeninsuffizienz bei Kindern und der Exposition mit Passivrauch, überhaupt signifikant und aussagekräftig seien.

Man führt dazu die selbst aufgestellte These an, dass jedes Relative Risiko (RR) kleiner als 2,0 generell nicht statistisch signifikant sei. An diesem Anker zieht man sich im Verlauf gleich mehrere Male hoch ohne je zu belegen, dass dies überhaupt Stand der Wissenschaft ist. Stattdessen werden nur einige Leute zitiert, die dies angeblich gesagt haben sollen.

Im Anschluss wird behauptet, dass die überwiegende Mehrheit der Studien in dem amerikanischen Papier keinen Beleg für einen Zusammenhang zwischen der Lungenfunktion der Kinder und dem Rauchverhalten der Eltern liefern würden. Es werden sodann mehrere Graphen „analysiert“ und jedes Mal wird festgestellt, dass die statistischen Zusammenhänge unzureichend seien, einen Zusammenhang von Passivrauch und eingeschränkter Lungenfunktion bei Kindern zu belegen. Dies wird aber wiederum nur anhand 2er willkürlicher Kriterien fest gemacht (wie erwähnt: RR <= 2,0 sowie „statistische Signifikanz“ ohne auf diese weiter einzugehen). So kommt man sicher zu jedem beliebig einstellbaren Ergebnis.

Auffällig ist ebenfalls, dass eine zusammenfassende Tabelle auf S. 398 des „Surgeon General Report“, die klar zeigt, dass wenn man alle Daten zusammenfasst, eine deutliche Einschränkung der Lungenfunktion bei Kindern festzustellen ist, die von Ihren Eltern Passivrauch gegenüber exponiert wurden, nicht Eingang in das Pamphlet gefunden hat. Dies ist übrigens eine weitere gerne verwandte Methode der nikotinsüchtigen Pseudowissenschaftler: Es werden nur die Daten vorsätzlich missinterpretiert, die sich auch gut dazu eignen. Alle anderen Informationen werden schlicht und einfach unterschlagen.

Die Wissenschaftler der amerikanischen obersten Gesundheitsbehörde übrigens, die im Gegensatz zu den Amateuren des sog. „Netzwerk Rauchen“ mutmaßlich eine wesentlich höhere Qualifikation besitzen dürften, kommen bei der Auswertung zu ganz anderen Ergebnissen:

Conclusions
1. The evidence is sufficient to infer a causal relationship between maternal smoking during pregnancy and persistent adverse effects on lung function across childhood.
2. The evidence is sufficient to infer a causal relationship between exposure to secondhand smoke after birth and a lower level of lung function during childhood.

Und die dargebotene Wissenschaftsgroteske geht immer noch weiter. Denn wenn man schon mal am Zusammenwürfeln von beliebigen Daten mit anschließender beliebiger Interpretation derselben ist, kann man auch gleich noch mal richtig Unsinn verbreiten:

„In Haushalten, in denen durchschnittlich mehr geraucht wird, lebt es sich für die Kinder offenbar gesünder.“ (S. 18 des Raucherpamphletes). Diesen Unsinn muss man allerdings nun wirklich nicht weiter kommentieren außer dass er auf der willkürlichen Verknüpfung einer Untersuchung auf der Webseite http://www.kiggs.de und der mutmaßlichen Tabakprävelenz in niedrigen Sozialschichten besteht.

Weiter geht es mit dem Kapitel über den Zusammenhang zwischen z. B. chronischen Husten bei Kindern und dem Rauchen der Eltern. Kategorische Aussage der Autoren des „Netzwerk Rauchen“: Kein statistischer Zusammenhang! Dagegen steht allerdings die Aussage der Wissenschaftler der amerikanischen Gesundheitsbehörde:

Conclusions
1. The evidence is sufficient to infer a causal relation-ship between parental smoking and cough, phlegm, wheeze, and breathlessness among children of school age.
2. The evidence is sufficient to infer a causal relationship between parental smoking and ever having asthma among children of school age.

Wir beenden den Diskurs mit dem Machwerk der Nikotinfanatiker an dieser Stelle. Alles was zu zeigen war, wurde gezeigt. Man muss man sich natürlich abschließend kopfschüttelnd fragen, warum Menschen, die keinerlei einschlägige wissenschaftliche Ausbildung haben, sich zu der verwegenen Tat versteigen, über komplexe medizinisch-statistische Zusammenhänge in ihrem Sinne referieren zu wollen. Man müsste in diesem Zusammenhang sicher Begriffe wie „maßlose Selbstüberschätzung“ „Größenwahn“ und „Nikotinmissbrauch“ diskutieren. Es ist und bleibt jedenfalls ultimativ grotesk was von dem hier genannten Verein von schwerstabhängigen Nikotinsüchtigen namens „Netzwerk Rauchen“ an Unsinn kommt. Und noch kommen wird.

Peter Rachow 2010-2014

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