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„Fetischismus“, die Zweite…

Hardcoreraucher vom Schlage des erfolglosen Aalener FDP-Politikers Alexander Jäger mögen das Wort „Fetischismus“ in Zusammenhang mit dem Rauchen nicht. Möglicherweise deshalb, weil sie ihre Zigaretten anbeten und verehren wie archaische Stämme in den Tiefen des einen oder anderen Urwaldes ihre religiösen Fetische:

Alexander Jäger debattiert über Fetischmismus

Alexander Jäger debattiert über Fetischmismus (Quelle facebook)

Die Hardcoreraucherfraktion hat aber in einem anderen Kontext gar kein Problem, ihren Gegnern eine Form des Fetischismus zuzurechnen. Den sog. „Gesundheitsfetischismus“:

faz-net: […] Eine halbe Stunde zu spät stieß zu dieser heterogenen Runde Bert Papenfuß, der nicht nur Dichter ist, sondern auch eine Prenzlauer-Berg-Kneipier-Legende, selbst wenn der moderierende Sportmarketing-Professor bei der Vorstellung seines aktuellen Lokals Rumbalotte continua etwas ins Stottern geriet. Papenfuß fand, es gehe um kommerzielle Interessen, da sich mit Fitness heute mehr Geld verdienen lasse als mit Tabak. Im Übrigen sei er Anarchist und glaube nicht daran, dass Politik etwas anderes bewirken könne als noch mehr Politik. Diese Meinung wurde nicht weiter erörtert, wohl aber die Auffassung, dass die Gesundheit zu einem Fetisch und einem Selbstzweck werde, dass sie der Disziplinierung der Unterschichten diene und dass sie ein Symptom der Entpolitisierung sei; man könne sich schon gar nicht mehr vorstellen, dass es Gründe geben könne, sie aufs Spiel zu setzen.

Na also, geht doch. Es muss nur der richtige Fetischismus sein, dann stimmt die „pro-Lungenkrebs-Fraktion“ begeistert zu. Wie auf der in dem oben verlinkten Artikel reportierten Laberveranstaltung des „Netzwerk Rauchen“ zu der mal wieder die üblichen 2 Dutzend Hanseln erschienen waren und die immergleichen Protagonisten der „Wir wollen lieber früher als später sterben“-Ideologie auf dem Podium den bekannten Unsinn von sich gaben.

Und auch dort, wo Jäger unter dem Pseudonym „Coma_black“ jahrelang Rauchgegner übelst beleidigt hat, wird er „politisch korrekte“ Begriff des „Fetischismus“ gepflegt:

Christoph Lövenich: Überall wachen die Menschen auf (besser spät als nie), protestieren und engagieren sich. Die Verbotsgesetze in Niedersachsen und Baden-Württemberg haben bundesweit zu einer schnell nachholenden Bewusstwerdung geführt und vielen wird immer deutlicher, dass Regulierungswahn, Gesundheitsfetischismus und Lifestyle-Diskriminierung nicht beim Tabak halt machen. (Quelle)

Wir merken uns abschließend: „Raucherfetischismus“ = Iiiiiiiih-gitti-gitt!!!!, „Gesundheitsfetischismus“ = korrekte Begriffsbildung im Sinne von Freiheit und Genuss!

PS: Alex, mail doch mal Deinen alten Kumpel Lövenich an und bitte zum intellektuellen Schw….vergleich zum Thema „Fetischismus“! Muhahahahaha!

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Kranker Rauch(er)fetischmus

Bei der facebook-Gruppe „Raucher in Deutschland“ wundert einen eigentlich gar nichts mehr. Übelste Schmähungen gegen Rauchgegner, Nazivergleiche, ausländerfeindliche Hetze, alles das kann man auf dem Kanal, dessen Patienten sich als „bewusste“ und „freiheitsliebende“ „Genießer“ (miss)verstehen, regelmäßig erleben. Aber an manchen Tagen wird sogar die tägliche, schon fast zur traurigen Routine gewordene Geschmacklosigkeit noch untertunnelt. Heute ist so ein Tag. Eine „Petra Cologne“ stellt ein Foto ihrer 16-jährigen Tochter aus, die eine Zigarette raucht:

"Petra Cologne" mit perversem Rauchfetischmus

„Petra Cologne“ mit perversem Rauchfetischmus (Quelle)

In Anbetracht der Tatsache, dass das Rauchen eine extrem schädliche Verhaltensweise ist, fragt man sich dann schon, warum eine Mutter stolz ist, wenn ihre Tochter gerade dabei ist, eine schwere und in vielen Fällen tödliche Drogenabhängigkeit zu entwickeln oder bereits entwickelt hat. Man könnte fast meinen, der Mama gefällt es, wenn ihr Kind dereinst an Lungenkrebs oder einer anderen leider oft tödlichen Folge des Tabakkonsums leiden wird.

Aber der Tag ist sicher nicht mehr fern, da wird man auf facebook eine Gruppe „Fixer in Deutschland“ eröffnen und wir dürfen dann erleben, wie Beiträge gepostet werden: „Mein Sohn ist 12 und hat gerade angefangen zu drücken!“. Unterlegt natürlich mit einem Foto, wo der „stolze“ Papa oder die ebenso stolze Mama das Kind ablichtet, wie es sich gerade die Nadel aus dem Arm zieht nachdem der „Genuss“ vollzogen wurde.

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Rechenkünste von Nikotinikern (Ein Gastbeitrag von Destruxol)

Es ist eine nette urbane Legende, dass eine Zigarette das Leben um 7, 8 oder 11 Minuten verkürzt. Aufgekommen ist diese Legende, als man versuchte die statistisch erfassbare Lebensverkürzung von Rauchern auf eine anschauliche Zahl herunterzubrechen. Der Erfolg hält sich allerdings in Grenzen. Zwar kennt jeder Raucher heutzutage diesen Spruch, aber die erhoffte abschreckende Wirkung hat sich noch nicht eingestellt. Vielmehr machen die Raucher gerne mal ein Witzchen damit, z. B. im Netzwerk Rauchen:

Rechenkünste von Nikotinikern

Rechenkünste von Nikotinikern

Oliver behauptet also, dass er durch seinen Hamburger- und Zigarettenkonsum bereits im Jahre 1813 gestorben sein müsste und damit 165 Jahre vor seinem Geburtstag im Jahre 1978. Das findet er wohl witzig. Ich finde es dagegen witzig einmal nachzurechnen, wie viele Zigaretten und Hamburger der Oliver pro Tag konsumieren muss, damit er auf diese Zahl kommt.

Um den Rechenweg nachzuvollziehen, beginnen wir mit einer vereinfachten Aufgabe. Oliver ist laut seinem Facebookprofil im Jahre 1978 geboren und heute 36 Jahre alt. Nehmen wir an, dass er seit seinem 18. Lebensjahr täglich 20 Zigaretten und 3 Hamburger konsumiert, also ein klassisches Unterschichtsmenü. Laut Lebenserwartung.info beträgt die Lebenserwartung für Oliver ca. 69 Jahre, womit sein Tod statistisch gesehen im Jahre 2047 eintreten müsste.

In den letzten 18 Jahren hat Oliver nach unserer Annahme 131.400 Zigaretten und 19.710 Hamburger konsumiert und sein Leben damit bereits um 1.097.190 Minuten oder ca. 762 Tage verkürzt. Das sind etwas mehr als 2 Jahre. Würde Oliver jetzt den Konsum beibehalten, dann würde er laut dem Sprichwort jedes weitere Jahr 60.955 Minuten bzw. ca. 42 Tage verlieren. Um den daraus resultierenden Todeszeitpunkt zu errechnen benötigen wir folgende Formel:

2015 + X = 2045 – X * 0,116

X sind dabei die bislang unbekannte Anzahl an Jahren, die dem Oliver noch auf dieser Erde verbleiben und 0,116 die jährliche Lebensverkürzung in Jahren gerechnet. Lösen wir die Gleichung nun nach X auf:

2015 + X = 2045 – X * 0,116 | – 2015
X = 30 – X * 0,116 | + X * 0,116
X + X * 0,116 = 30
1,116 * X = 30 | / 1,116
X = 26,882

Damit würde Oliver der Tod im Jahre 2041 im Alter von 63 ereilen. D. h. er hat nach 45 Jahren ungesunden Konsums gerade einmal 5 bis 6 Jahre seiner Lebenserwartung verloren. Um jetzt auf die 234 Jahren verlorenen Jahre aus dem Spruchbildchen zu kommen, müsste er also deutlich mehr als 20 Zigaretten und 3 Hamburger konsumieren.

Für die Berechnung der theoretischen Konsummenge gehen wir wieder davon aus, dass der Oliver zum Zeitpunkt seines Beitrages bereits 18 Jahre lang eine unbekannte Anzahl an Zigaretten und Hamburgern konsumiert hat. Wir gehen außerdem davon aus, dass Zigaretten und Hamburger im Verhältnis 20 : 3 konsumiert werden.

Zwischen der statistischen Lebenserwartung und dem „errechneten“ Todeszeitpunkt liegen 234 Jahre bzw. 85.410 Tage oder 122.990.400 Minuten. Bei 20 Zigaretten und 3 Hamburgern am Tage würde das Leben bei 18 Jahren Konsum um 1.097.190 Minuten verkürzt werden. Durch eine einfache Division kommen wir nun auf den Faktor 112, mit dem wir unseren ursprünglichen Konsum multiplizieren müssen.

Damit wären wir dann bei 2.240 Zigaretten und 336 Hamburgern pro Tag!

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Frank Schneidereit und sein Traumwagen

Frank Schneidereit gibt sich in der bekannt aggressiven Facebook-Gruppe „Raucher in Deutschland“ nostalgischen Vorstellungen hin. Eine Anzeige aus den 70ern für die Krebsmarke „Milde Sorte“ nimmt er zum Anlass, den „guten alten Zeiten“ nachzuhängen:

Frank Schneidereit und sein Traumwagen

Frank Schneidereit und sein Traumwagen (Quelle)

Das Foto zeigt einen roten BWM, genauer ein Coupé, wie es wohl in den 70ern der Männertraum schlechthin war. Dabei kann es für Raucher eigentlich nur einen Traumwagen geben, Nämlich diesen hier.

 

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„Raucher in Deutschland“: Heiße Tipps für Nikotinjunkies

Wenn dem normalen Nikotinjunkie sein Schuss nicht mehr ausreicht was die Dosierung betrifft, so kann er u. a. bei „Raucher in Deutschland“ tolle Tipps bekommen, wie man sich eine stärkere Dosis des Nervengiftes in die Birne reinhauen kann:

"Raucher in Deutschland" auf facebook: Hier bekommt der Nikotinsüchtige die besten Tipps

„Raucher in Deutschland“ auf facebook: Hier bekommt der Nikotinsüchtige die besten Tipps (Quelle)

Und hier noch ein ganz heißer Tipp wie es noch wesentlich besser birnt: Das Liquid einfach in einer 10er Spritze aufziehen, den Arm freimachen und rein damit in die Vene. Das knallt gut. Aber vermutlich nur einmal.

PS: Schon interessant, mit welchen überaus interessanten Gedanken so manch ein Nikotinsüchtiger sich den lieben langen Tag über beschäftigt. Schon mal daran gedacht, etwas Sinnvolles mit der eigenen Zeit anzufangen?

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Knapp die Hälfte geschafft!

Manche Raucher werden angeblich steinalt:

Angeblicher Raucher - angeblich alt.

Angeblicher Raucher. Angeblich alt. Angeblich gestorben mit 113.

Manche aber auch nicht:

Realer Raucher, real an Krebs gestorben. Mit real 57.

Realer Raucher, real an Krebs gestorben. Mit real 57.

Na, was gemerkt?

 

 

 

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„intertabac“ in Dortmund: Die Killerbranche stellt aus

Die „intertabac“ in Dortmund hat vor kurzem ihre Tore geöffnet. Auf der nach eigenen Angaben weltgrößten Fachmesse für Tabakprodukte präsentieren dieses Jahr fast 500 Aussteller bis zum 21. September alles, was man für den „Selbstmord auf Raten“ braucht. Ob Zigarren, Pfeifen nebst zugehörigem Tabak oder Zigaretten. Alles, was der Nikotinabhängige zur Suchtbefriedigung benötigt, ist im Angebot. Inklusive Lungenkrebs, Raucherbein, Herzinfarkt und Schlaganfall. Nur die Beerdigungsbranche ist nicht anwesend. Aber die kommt in aller Regel später zum Zuge. Und dies in aller Regel sehr diskret.

Um es einmal deutlich zu sagen: Eine Messe wie die „intertabac“ ist ein Anachronismus. Sie wirkt wie ein Dinosaurierer in der modernen Welt. Längst weiß man um die enorme Schädlichkeit des Tabakrauchens. Dutzende, meist tödliche Krankheiten sind mit dem „Genuss“ von „individueller Freiheit“ und „Selbstbestimmung“ verknüpft. Wer raucht, riskiert sein Leben, verbrennt sein Geld und begeht noch so manch andere Dummheit. Rauchen ist für den notortischen Verlierer. Es ist ein sinnloses Hobby für Menschen, die ihr Geld zum Fenster hinauswerfen um sich tödliche Krakkheiten damit zu kaufen.

Wir reservieren das Recht zu rauchen für die Jungen, die Dummen, die Schwarzen und die Armen„. So beantwortete vor Jahren ein Manager des amerikanischen Tabakkonzern RJ Reynolds die Frage, warum keiner der Manager dieses Unternehmens rauche. Dem ist eigentlich nichts hinzufügen. Außer vielleicht der Tatsache, dass sich diese menschenverachtende Branche gerade mal wieder in Dortmund trifft um weltweit neue Handelsbeziehungen für ihre tödlichen Produkte aufzubauen, neue Vertriebswege zu erschließen und neue Kunden anzufixen.

Denn diese Branche hat ein Problem. Sie tötet die Konsumenten ihrer Produkte. Alleine in Deutschland bringt die Tabakindustrie  jeden Tag über 350 ihrer treuesten Kunden um. Dies bedeutet, dass mindestens die gleiche Anzahl an jungen Kunden jeden Tag zur Droge finden muss, damit die Profite nicht einbrechen. Das ist in der Tat ein sehr ambitioniertes Unterfangen.

Und auch wenn der Zutritt zu der Killermesse in Dortmund erst ab 18 Jahren freigegeben ist: Erstens kann man auch in diesem Lebensalter noch eine tödliche Dummheit machen und mit dem Rauchen anfangen. Und zweitens treffen sich dort eben nicht nur die Jungen sondern auch die Alten aus der Tabakbranche und machen genau die Deals mit denen man die Jungen zur Kippe bringen kann. Vorzugsweise in Asien, Afrika und Südamerika. Nämlich dort, wo die Rauchergesetze lasch sind, die Menschen arm und der Tabak nur wenn überhaupt marginal besteuert wird. Dort sind die Wachstumsmärkte einer Branche, die an Skrupellosigkeit und Menschenverachtung wohl nur durch die Waffenindustrie übertroffen wird.

Der eigentliche Skandal ist übrigens, dass diese Messe in Deutschland überhaupt noch stattfinden darf. Ihr asiatischer Ableger, die „intertabac Asia“ wurde nämlich eine Woche vor Eröffnung aufgrund internationaler Proteste abgesagt. Es ist beschämend, dass derlei in Deutschland nicht passiert. Und das ist der eigentliche Skandal. Und nicht die Tatsache, dass sich fast 500 professionelle Drogendealer dort treffen, um ihre Killerprodukte an den Mann, die Frau und auch das Kind zu bringen. Sondern dass man in diesem Land immer noch Produkte anbieten darf, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ihre Konsumenten töten.

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Bodo Meinsen, der Multilobbyist: Rauchen, Saufen, Daddelkästen

Der werte Herr Meinsen, ein durch und durch vorbildhafter Mensch! Nicht nur, dass er sich in seiner Heimatgemeinde Kirchheim bei München (recht erfolglos) politisch als FDP-Kandidat engagiert. Auch sein Engagement im Vereinsvorstand der “Bürger für Freiheit und Toleranz e.V.“ beweist seine moralische Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber. Denn wer sich so mit Nachdruck dafür einsetzt, dass die Erkrankungen an Lungenkrebs und Herzinfarkt in der Bevölkerung nicht übermäßig stark zurückgehen und der auf diese Weise nachhaltig das Überleben der Pharmalobby sichert (eine Lobby, die Meinsen eigentlich gar nicht mag!), der setzt sich mehr als andere Mitbürger selbstlos für das Wohlergehen seiner Mitmenschen ein.

Aber Meinsen kann weit mehr als das Schmuddelimage des Tabaklobbyisten zu pflegen. Bereits vor einigen Jahren wandte sich Bodo Meinsen daher einem weiteren ehrenwerten Geschäftszweig zu. Leider wurde jedoch auch dieses soziale Egagement in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Zu Schnaps und Zigaretten, die Meinsen in seinen Publikationen „Genuss Journal“ (Auszug: „Im Dunst der Spirituose„) und „Fine Tobacco“ im Internet bewirbt, gesellten sich seinerzeit bei unserem Allroundlobbyisten nämlich die sogenannten “Daddelautomaten“.

http://www.best-action-place.de/?page_id=4

Bodo Meinsen ist aber nicht nur Multilobbyist für allerlei anrüchige Konsumgüter und Dienstleistungen. Nein, Meinsen war schon immer ein Fürsprecher der Menschen, die gemeinhin eher als unterer Rand der Gesellschaft gelten und die daher durch die Werbestrategien namhafter Marketingagenturen nicht addressiert werden.  MMM (Medien-Marketing-Meinsen) stellt ihnen daher selbstlos und kostenfrei eine online abrufbare Clubzeitschrift zur Verfügung, welche sogar die Teilnahme an einem Gewinnspiel erlaubte. Als Hauptpreise winkten allerdings nicht ein Lungenkarzinom oder eine COPD, sondern wertvolle Gala-Diners und Champagner. Immerhin. Meinsen weiß, wie man eine gehobene Klientel verwöhnt.

Um aber Menschen, die vom Leben nicht so verwöhnt worden sind, das Gefühl zu geben, nicht gänzlich abgeschrieben zu sein, zielt Medienprofi Meinsens Engagement nachhaltig auf die letzten Vergnügungen der Unterschicht: Alkohol, Tabak und Daddelautomaten. Leider darf in Spielhallen per Gesetz nicht gesoffen werden. Aber wer seinem Leben keinen anderen Sinn mehr zu geben vermag, wird in diesen drei Dingen trotzdem Zeitvertreib, Lebensfreude und Selbstbestätigung finden. Vielleicht nicht immer zeitgleich. Schön ist jedenfalls, dass es auch in der heutigen Zeit noch Unternehmer gibt, die sich aufopfernd und selbstlos um die schwächsten Glieder der Gesellschaft kümmern!

Danke, Bodo Meinsen für Ihr gesellschaftliches Engagement!

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Lesetipp: Was man vor 50 Jahren über das tödliche Potenzial des Rauchens wusste

In der Onlinebibliothek des SPIEGEL ist ein Artikel aus dem Jahre 1964 abrufbar, der spannend erzählt, wie die Zigarette durch wissenschaftliche Akribie als Megakiller enttarnt wurde. Besonders interessant ist, wie der Zusammenhang von Lungenkrebs und Rauchen herausgearbeitet wurde. Ein kleiner Grundkurs in Epidemiologie, den vielleicht auch der eine oder Qualmfreund verstehen wird.

Vom Livestylegegenstand zur Killerdroge: Rauchen (DER SPIEGEL)

Der Artikel ist auch als PDF abrufbar. Besonders lustig ist die Karikatur auf Seite 68. Sie erinnert an die „Argumentation“ vieler bekannter Qualmfanatiker aus den einschlägigen Suchtforen bei facebook.

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Bodo Meinsen, „bft e. V.“ und die fortgeschrittene Form der Selbstbeweihräucherung

Bodo Meinsen aus Kirchheim bei München ist ein Erfolgsmensch.  Was er anpackt, gelingt. Er ist nicht nur Tabaklobbyist und erfolgreich insolvent gegangener Zeitschriftenmacher („Penthouse Magazin„), gescheiterter FDP-Gemeinderatskandidat und ein Trendsetter als Fernsehreporter und Dienstaufsichtsbeschwerdenschreiber. Nein! Meinsen kann mehr. Er ist nämlich auch ein politisches Alphatier. Mit seinem Verein „Bündnis für Freiheit und Toleranz e. V.“ setzt er seit Jahren Maßstäbe im Kampf für Freiheit und Bürgerrechte:

Bodo Meinsen:  Fußball-Metaphern sind dieser Tage – aus gegebenem, erfreulichem Anlass – in aller Munde. So kann auch BFT in übertragenem Sinn auf eine erfolgreiche erste „Halbzeit“ des Jahres 2014 blicken: mit viel Elan, thematischer Treffsicherheit und Präsenz auf dem (politischen) Platz. Und um unsere Anhänger nicht zu enttäuschen: So soll und wird es weitergehen. (Quelle)

Zuerst einmal ist es schon verwunderlich, dass Menschen, die nicht einmal 10 Meter vor die Kneipentür treten wollen, weil diese Minimalbewegung schon zu anstregend ist, mit Sport ankommen.  Aber egal. Lassen Sie mich stattdessen einmal nachzeichnen, wie die „thematische Treffsicherheit“ nach der Diktion von Bodo Meinsen aussieht.

Wir haben zuerst wohlwollend zur Kenntnis zur nehmen, dass nun auch der Vorstand vom „Bündnis für Freiheit und Toleranz“ in der Öffentlichkeit politisch zunehmend präsent ist. Nehmen wir mal als sprechendes Beispiel Frau Dr. med. Monika Müller-Klar, die ebenfalls in Leitungsfunktion bei den selbsternannten Freiheitsfreunden engagiert ist. Mit Kippe und Bier in der Hand macht sie knallharte politische Basisarbeit  (Link zu facebook). „Hicks! Hust!“. Super, Frau Doktor! Das ist politisches Streetworking, wie es sein muss! Weiter so. Lunge und Leber freuen sich.

Auch Roland Dittmar, der Schriftführer der „toleranten Genussfreunde“, ist immer präsent. Sein Aufagbenfeld ist das Beackern der facebook-Front. Dort verkündet er nebenbei mal eben großsprecherisch,  die Spendenwelle für Friedhelm Adolfs, den vom Rauswurf bedohten Raucher-Rentner aus Düsseldorf, sei angelaufen. Bei einem Spendenstand von einigen  hundert Euro zur Verlautbarungszeit der Meldung war das nicht nur eine „Spendenwelle“ sondern ein enormer Spendentsunami, der da loszubrechen drohte. Zumindest laut Dittmar. Auch hier wurden die Lachmuskeln durch „bft e. V.“ nachhaltig strapaziert. Danke, Rolli!

Und Bodo Meinsen weihräuchert weiter:

Bodo Meinsen: Aktuellen Herausforderungen und Chancen der Europäischen Integration widmete sich die – wieder höchst erfolgreiche – zweite Ausgabe der BFT-Bürgerzeitung. Und wer ehrlich wissen möchte, wie er es selbst mit der Freiheit eigentlich so hält, kann sich seit geraumer Zeit am interaktiven BFT-Test bei Facebook versuchen.

Wie erfolgreich die „bft-Bürgerzeitung“ und die gesamte Rezeption des „Bündnis für Freiheit und Toleranz“ ist, ist kann man vielleicht am Presseecho ablesen. Link 1, Link 2. Link 3. Ergebnis von „Google News“ ist jeweils:

„Ihre Suchanfrage „„Bürger für Freiheit und Toleranz““ stimmt mit keinem Nachrichtenergebnis überein.“

OK, soviel zur Kongruenz von Wunsch und Wirklichkeit. Aber Bodo Meinsen kann es eben. Nur was???

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Niederlande: Komplettes Rauchverbot in der Gastronomie

Auch in den Niederlanden lässt der Nichtraucherschutz fortan keine faulen Kompromisse mehr zu. Die Zweite Kammer des Parlaments der Niederlande beschloss mehrheitlich, alle Ausnahmen des bisher geltenden Nichtraucherschutzes zu streichen. Bei den versammnelten Nikotinfreunden aus dem „Netzwerk Rauchen“-Kanal bei facebook geht die übliche Lamentierei los.

Jürgem Vollmer drischt erstmal seine Standardphrase. Das muss er tun, das Publikum erwartet es einfach:

Jürgen Vollmer: Hätte nicht gedacht, dass sich unsere Nachbarn mehrheitlich dem Prohibitions-Faschismus unterwerfen …  (Quelle)

Ein Faschismsus-Punkt geht damit wieder mal an Jürgen Vollmer aus Marburg. Aber mehr auch nicht. Jürgen, Du warst schon mal wesentlich kreativer!

Aber egal, wie weit die widerliche Qualmerei noch zurückgedrägt wird, es gibt immer einen Nikotinisten, der noch Hoffnung schöpft. Diesmal ist es Manfred Goldmann:

Manfred Goldmann: Ich habe die Holländer für intelligenter gehalten. Aber wir Raucher holen uns die Lokale zurück – Rauchverbote werden ein Fehler in der Geschichte sein. Denn so dumm kann die Menschheit gar nicht sein! Irgendwann schlägt das Pendel zurück.

Ja, Manni. Und im Himmel ist Jahrmarkt, gelle!

Rudolf Haab: Die Intelligenz macht keinen unterschied in Nationalitäten.

Hier fällt mir eigentlich zum Thema „Intelligenz“ eigentlich nur folgende Frage ein: Wie intelligent ist es denn, sich chemisch behandelte Pflanzenabfälle anzuzünden und durch das Inhalieren der entstehenden Brandgase langfristig schwer krank zu werden?

Nachtrag: der verhaltensauffällige Ronald Blumberg aus Radevormwald muss auch noch was beitragen. Wieder einmal fällt dem ehemaligen Werkzeughändler aber nicht mehr ein als einen Rauchgegner in Naziuniform darzustellen. Und wie immer erscheint die Schmähung auf „Raucher in Deutschland“, dem Kanal auf facebook, wo der Rauchermob fröhlich zum Rechtsbruch aufruft, solchen begeht und beklatscht oder einfach nur Rauchgegner gepflegt beleidigt und niedermacht.

Ronald Blumberg- Rauchgegner sind Nazis

Ronald Blumberg- Rauchgegner sind Nazis

Prima, Ronald Blumberg. So sieht echte Intelligenz aus!

Aber egal was die Tabakdrogenfreunde jammern mögen, die Entscheidung den stinkenden Qualm vor die Tür zu verbannen, ist die richtige.

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Mal wieder eine Verfassungsbeschwerde

Extremraucher fühlen sich permanent in ihren verfassungsmäßigen Rechten beschränkt. Alleine dadurch, weil sie nicht mehr alle Innenräume mit ihrem feinstaubhaltigen Giftmix füllen dürfen, glauben sie herleiten zu können, empfindlich in ihren verfassungsgemäßen Rechten beschnitten worden zu sein. Die entsprechenden Rechte anderer Menschen zählen dagegen weniger. Und so schlägt dann mal immer wieder einer von diesen Herren beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe auf und erheitert die dortigen Juristen mit einer mehr oder weniger durchdacht ausgearbeiteten Stellungnahme. Meistens enden diese Beschwerden wenig erfolgreich wie folgendes Beispiel zeigt. Manfred Engelhardt, über den ich schon verschiedentlich berichtet hatte, ging es zu Jahresanfang 2013 auch nicht besser:

Jürgen Vollmer, der bekannt aggressive Raucher aus Marburg, witterte gleich „Rechtsbeugung“ und würde gerne alle entsprechend urteilenden Richter aus dem Amt fegen:

Jürgen Vollmer: So allmählich erlangt man ein untrügliches Gefühl dafür, was der Begriff „Rechtsbeugung“ eigentlich bedeutet. Diese sogenannten „Richter“ gehören allesamt aus dem Amt entfernt. Sie erweisen sich als willige Erfüllungsgehilfen eines längst durch und durch totalitären Umerziehungssystems.

(ebd.)

Ja, ich liebe die differenzierte Denkweise des Mannes aus Marburg. Wen interessiert denn schon die Rechtslage? Herrn Vollmer jedenfalls nicht. Aber zu Gerichten hat der Herr ja seit einiger Zeit ja aus gegebenem Anlass ein weniger gutes Verhältnis. Das Aktenzeichen dürfte mittlerweile bekannt sein.

So nach diesem kleinen historischen Rückblick nun der Einstieg in die aktuelle Verfassungsbeschwerde. Mögen Sie liebe Leserin, lieber Leser, raten wer diese neuerliche juristische Posse  initiiert hat? Es ist „Die Bergische Bürgerinitiative„, vertreten durch unseren Hobby-Verfassungsrechtler Ronald Blumberg (dem Erfinder der legendären „Helmut-Partys„, Motto „Rauchen nach Art. 8 GG“)), der mir noch in allerbester Erinnerung ist, weil er Rauchgegner und Ungeziefer auf eine Stufe stellt. Wer also einmal herzlich lachen will, dem sei diese Seite anempfohlen:

https://www.facebook.com/Verfassungsbeschwerde

Dort findet man nicht nur die neueste Verfassungsbeschwerde der „Bergischen Bürgerinitiative“ sondern auch eine ältere Petition, nach der gefordert wird, Raucher unter den Schutz des AGG (Allgemeines Gleichstellungsgesetz) zu stellen. Wirklich ein sehr skurriler Humor, den man dort auffinden kann.

Und mittendrin ist ja auch wieder unser lieber Kai Schwarzer aus Köln zu finden, der hier ebenfalls seine „Petition gegen Nichtraucherterror“ bewirbt:

Kai Schwarzer: Das ist eine wirklich gute Idee Gerald! Ich habe bereits schon im letzten Jahr eine Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages gerichtet, in der ich ähnlich argumentiere. Laut Auskunft des Petitionsausschusses vom 27.01.2014 befindet sich mein Anliegen in der parlamentarischen Prüfung. (ebd.)
Aber so richtig erfolgreich war die wohl auch nicht:
Kai Schwarzer: Der Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages unterdrückt eine Petition gegen totale Rauchverbote! Mit Schreiben vom 15.02.2013 habe ich eine Petition gegen diese totalen Rauchverbote beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht, mit der Bitte um eine Veröffentlichung zur Mitzeichnung. Der Petitionsausschuss weigert sich jedoch beharrlich, diese Petition zur Mitzeichnung zu veröffentlichen, da mein Anliegen sich nicht mit den politischen Ansichten des Petitionsausschusses vereibaren lässt. So viel zum Zustand unserer Demokratie. Allerdings habe ich hiergegen Rechtsmittel eingelegt und werde mich auf dieser Seite noch einmal melden, sollte meine Petition doch noch zur Mitzeichnung veröffentlicht werden. (Quelle)
Armer Kai. Hier übrigens die Petition des Kai Schwarzer aus Köln. Immerhin haben 337 Leute diesen Unsinn unterschrieben. Gratulation, lieber Kai! Sehr gut gelungen!
Zurück zur aktuellen Verfassungsbeschwerde, der „BBI“. Hier der Volltext von Seite 1:
Verfassungsbeschwerde gegen Rauchverbote 1

Verfassungsbeschwerde gegen Rauchverbote 1

 

Ganz abgesehen davon, dass es für die Zulässigkeit und Begründetheit einer Verfassungsbeschwerde rechtlich unerheblich ist, ob der Beschwerdeführer Raucher oder Nichtraucher ist (dies lässt sich sowieso kaum nachprüfen) sind die rechtlichen Fragen bereits durch das BVerfG entschieden worden. Im Wesentlichen im Urteil aus dem Jahre 2008.

Dort kann man u. a. lesen (wenn man denn in der Lage ist, eine Urteilsbgeründung sinnentnehmend zu lesen), dass das BVerfG sogar vollständige Rauchverbote in der Gastronomie als verfassungskonform ansieht:

BVerfG in 1 BvR 3262/07 – 1 BvR 402/08 – 1 BvR 906/08: (3) Auf der Grundlage der ihm zuzubilligenden Spielräume wäre der Gesetzgeber nicht gehindert, dem Gesundheitsschutz gegenüber den damit beeinträchtigten Freiheitsrechten, insbesondere der Berufsfreiheit der Gastwirte und der Verhaltensfreiheit der Raucher, den Vorrang einzuräumen und ein striktes Rauchverbot in Gaststätten zu verhängen. (ebd. Rn. 121)

Die Arbeit, diesen Passus auszuarbeiten, hätten sich die Herren also sparen können.

Sehr amüsant ist auch, dass die Petenten von „deklarierten Raucherbereichen“ sprechen. Faktisch existieren diese Bereiche nämlich gar nicht. Alle Lokale in NRW sind Nichtraucherlokale. Des weiteren ist die Begründung, Nichtraucher würden diese Raucherbereiche sowieso nie aufsuchen, ebenfalls vom BVerfG verworfen worden:

BVerfG:Die Freiwilligkeit der Entscheidung des Einzelnen, sich insbesondere beim Besuch einer Gaststätte der Belastung durch Tabakrauch auszusetzen, macht das Anliegen des Gesundheitsschutzes nicht hinfällig. Jedenfalls solange es keine ausreichenden Möglichkeiten für Nichtraucher gibt, in Gaststätten rauchfreie Räume zu finden, bedeutet eine solche Entscheidung typischerweise kein Einverständnis mit einer Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen, sondern nur die faktisch unvermeidbare Inkaufnahme dieses Risikos, um uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben durch den Besuch einer ausgewählten Gaststätte teilnehmen zu können.

(ebd. Rn. 102)

Den dann folgenden und überaus lustigen Vergleich zwischen „Pro rauchfrei“ und „Pro autofrei“ besprechen wir jetzt nicht weiter. Einen derart dümmlich ausgedachten Versuch, zwei Dinge, die nun gar nichts miteinander zu tun haben, in einen Topf zu werfen, unterschlagen wir einfach. Gleiches gilt auch für den Schwimmbadvergleich mit Schwimmerzonen und Nichtschwimmerbereich. Hier könnte man aber sogar noch versuchen mit den „Pinkler- “ und den „Nichtpinklerzonen“ im gleichen Becken zu kontern. Aber nur, wenn man die Lacher auf seiner Seite haben will. Der Analogieschluss als Allheilmittel jener Menschen, denen eine logisch korrekte Argumentation eher schwer fällt.

Zum Schluss treten noch zwei weitere Nikotinfreunde dem Entwurf bei. Einer davon will nun auch mal etwas auf die Tränendrüse drücken:

Verfassungsbeschwerde gegen Rauchverbote 2

Verfassungsbeschwerde gegen Rauchverbote 2

Ach ja, der arme Renter Friedhelm weiß nun gar nicht mehr, wo er noch qualmen soll. Eine Runde Mitleid, bitte:

Eine Runde Mitleid!

Eine Runde Mitleid!

Wer noch mehr zu dem Thema lesen will: Destruxol hat auch einen Artikel dazu verfasst:

http://destruxol.wordpress.com/category/destruxol/destruxol-informativ/verfassungsbeschwerde/

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Christoph Lövenich vom „Netzwerk Rauchen“ – Quasseln für den Krebs

Christoph Lövenich ist mal wieder auf Sendung. In seinem Stammblog „NovoArgumente“ (wobei man richtige Argumente dort regelmäßig vergebens sucht) pamphletisiert der aus dem Rheinland stammende Ex-Vorsitzende der Nikotinistengruppe „Netzwerk Rauchen“ mal wieder gegen den Nichtraucherschutz (Link zum Text).

Der Anlass seines Lamentos ist diesmal das 10-jährige Jubiläum des Rauchverbotes in Irland. Wir erinnern uns: Die Iren waren die ersten in Europa, die ein gesetzliches und ausnahmsloses Rauchverbot an allen Arbeitsplätzen auf den Weg brachten. Also auch in Gaststätten. Und beim Lesen seines neuen Artikel wird klar: Lövenich hat immer noch nicht gelernt, wissenschaftlich korrekt zu argumentieren. Ein paar Beispiele sollen dies belegen:

Christoph Lövenich, der, wie bereits gesagt, früher mal beim „Netzwerk Rauchen“ ganz vorne auf den Barrikaden stand,  beschwert sich darüber, dass die Erkenntnisse, welche man aus dem irischen Rauchverbot gewann, in anderen Ländern ebenfalls zur Rechtfertigung eines strikten Nichtraucherschutzes herangezogen wurden.

Christoph Lövenich: So wurden auch angebliche Erkenntnisse aus Irland herangezogen, als 2007 in den deutschen Bundesländern die Diskussion über staatliche Rauchverbote in verschiedenen Einrichtungen begann. So griff man auf eine Studie zurück, die gesundheitliche Verbesserungen bei Kellnern seit dem Rauchverbot belegen sollte. Tatsächlich konnte diese von Rauchverbotsbefürwortern finanzierte und durchgeführte „Studie“ – in Zusammenarbeit mit einer das Rauchverbot unterstützenden Organisation und fast ausschließlich so denkenden Kellnern als Untersuchungspersonen – dafür keinerlei wissenschaftliche Substanz liefern.

Wie üblich sucht man für diese These wissenschaftlich haltbare Begründungen vergeblich. Der einzige Literaturhinweis, der in diesem Zusammenhang seitens des Autors ergeht, ist, man fürchtet es, ein Link auf eine Publikation der Organisation namens „Netzwerk Rauchen „. Also genau jenem Nikotinistengrüppchen, dem Lövenich vor einigen Jahren vorstand

Christoph Lövenich:  Netzwerk Rauchen/Forces Germany e.V. (Hg.): Kellner in Dublin wirklich gesünder durch Rauchverbote?, April 2007

So beweist man mit selbst erschaffener „Literatur“, was man schon immer beweisen wollte. Der Mann hat keine Vorstellung von exaktem wissenschaftlichen Arbeiten. Wenn kein anderer beweisen will, was ich meine, dann schreibe ich den „Beweis“ eben selber.

Weiterhin lässt sich der übrige Vortrag von Herrn Lövenich sehr leicht entkräften. Hier eine seiner Thesen:

Christoph Lövenich:  In den Jahren nach Inkrafttreten des Verbots mussten 1500 Pubs schließen, Tausende Arbeitsplätze gingen verloren, und dieser Trend hält weiter an, auch wenn Massenmedien gerne das gesetzliche Verbot als hauptausschlaggebenden Grund verschweigen. 

Sehr eigenartig. In Irland gehen also in großer Zahl Jobs in der Gastronomie verloren? Eine kurze Recherche ergibt, dass dieses Argument von Lövenich kompletter Unsinn ist. Oder anders gesagt: Der Mann verbreitet bewusst die Unwahrheit:

Warum in der irischen Tourismusbranche und Gastronomie Stellen zu finden sind:

Die steigende Anzahl der Touristen, die nach Irland reisen, übertrifft weiterhin Europas Durchschnitt. Dies führt zu einem ebenfalls steigenden Bedarf an Personal in Hotels, der Gastronomie und im Fremdenverkehr. Der Ausbau des Tourismus ist ein Schwerpunkt in Irlands Wirtschaftstrategie. Investitionen in Fremdenverkehrsmarketing und die Infrastruktur hat in 2004 mehr als 6 Millionen Touristen nach Irland gelockt.

Hinzu kommt, dass durch Irlands wirtschaftlichen Wohlstand und die damit steigenden Einkommen dazu führen, dass die Zahl der Restaurants und Freizeitparks ständig größer wird. Dementsprechend sind die Möglichkeiten in Irlands Gastronomie zu arbeiten für ausländische Jobsuchende sehr viel versprechend.

(Quelle irelandjobs.de)

Und wenn Lövenich gar nichts mehr einfällt, dann geht es los, mit dem üblichen „Früher, als man noch rauchen durfte, war alles viel lustiger“-Geblubber:

Christoph Lövenich:  Die Folgen totaler Rauchverbote alleine in der Gastronomie kann man nicht nur in Irland, sondern auch in denjenigen deutschen Bundesländern beobachten, in denen vergleichbare Gesetze gelten.

Aha. Und wie sieht es wirklich aus? Ein gutes Beispiel ist Bayern, wo bereits im August 2010 ein absolutes Rauchverbot in der Gatronomie eingeführt wurde. Hier die Sachlage 2 Jahre nach dieserm Zeitpunkt:

Umsatz des bayerischen Gastgewerbes zu Jahresbeginn gestiegen
Gastronomie schnitt deutlich besser ab als Beherbergung

Der Umsatz im bayerischen Gastgewerbe (Beherbergung und Gastronomie) stieg nach ersten Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung im Januar 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 2,1 Prozent und real um 0,2 Prozent; die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 4,1 Prozent. Dabei konnte die Gastronomie sowohl in aktuellen Preisen (+3,1 Prozent) als auch in bereinigten Preisen (+1,1 Prozent) eine Umsatzsteigerung verbuchen, während in der Beherbergung zwar der Umsatz nominal zunahm (+0,7 Prozent), real aber zurückging (-1,2 Prozent). Die Beschäftigung stieg sowohl in der Gastronomie (+5,2 Prozent) als auch in der Beherbergung (+2,3 Prozent).

(Quelle Bayerisches Landesamt für Statistik)

Aber egal. Herr Lövenich muss ja nicht im Internet nach verlässlichen Quellen suchen. Fakten sind ihm sowieso verdächtig. Und er hat sie doch schon. Sie finden sich bei „Netzwerk Rauchen“, „VEBWK“ und anderen Pro-Lungenkrebs-Vereinen.

Christoph Lövenich:  In Nordrhein-Westfalen müssen sich außerdem Karnevals- und Schützenvereine mit entsprechenden Problemen herumschlagen. Neben den materiellen Aspekten wird der Verlust an Gemütlichkeit beklagt, an Lebensräumen, in denen man sich frei und ungezwungen bewegen konnte, an sozialen Kontakten und Wärme, nicht nur im buchstäblichen Sinne, wenn Raucher und ihre Gesprächspartner bei Wind und Wetter wie Hunde vor die Tür gejagt werden.

Offen gestanden, ich liebe die Ausarbeitungen von Christoph Lövenich aus Bonn. Seine Texte werden spätestens ab der Mitte, wenn dem Mann die Argumente ausgehen (so er jemals welche hatte), so selten dämlich, dass ich regelmäßig heftigst lachen muss. Durch das Rauchverbot in der Gastronomie werden also „Lebensräume“ vernichtet, in denen man sich „frei und ungezwungen bewegen kann“? LOL! Ich habe selten so einen ultimativen Blödsinn gelesen.

Denn zuerst mutet es fast groteskt an, von „Lebensraum“ zu sprechen, dort wo giftige, krebserregende Gase freigesetzt werden, die dem normalen Menschen den Atem stocken lassen und die zu Hustenreiz, Augenbrennen und Kopfschmerz führen. Warum man darüber hinaus für „soziale Kontakte“ in einer Bude sitzen muss, in der man eigentlich nur mit schwerem Atemschutz einigermaßen gefahrlos überleben kann, verstehe ich nicht. Eine Atemschutzmaske ist bei der Kommunikation doch eher hinderlich.

Und dann noch die ewig wiederholte Einlassung, man jage die Raucher wie Hunde vor die Tür wenn man ihnen das Rauchen in der Kneipe verbiete. Die ist immer wieder einen Extralacher wert. Wer nicht mal 30 Minuten in einer Gaststätte sitzen kann, ohne sich den nächsten Nikotinschuss in die Lungen jagen zu müssen, der sollte mal dringend mit einem Arzt reden. Normal ist sowas nicht. ICH muss nicht alle paar Minuten vor die Tür, wenn ich in einer Gaststätte sitze. Aber ich mache mir auch nichts aus dem aerosolen Giftcocktail, den sich diese Nikotinjunkies in kurzen Intervallen in ihre Körper ziehen müssen. Aber aus einem Grund ist der Vergleich von Rauchern mit Hunden schon nicht ganz unproblematisch: Kein Hund wird so dumm sein, freiwillig an einer Zigarette zu ziehen.

Zum Schluss habe ich jetzt noch ein besonderes Schmankerl vom „Genussfreund“ aus Bonn für Sie, dann ist aber auch gut mit dem Gequassel für den Krebs:

Christoph Lövenich:  Zwar lässt sich der Tabakkonsum niemals ausrotten, aber die Schäden, die dabei an der individuellen Selbstbestimmung und am gesellschaftlichen Miteinander entstehen, können noch deutlich heftigere Formen annehmen.

OK, wenn „indivudelle Selbstbestimmung“ auch den Suizid impliziert, wollen wir das mal akzeptieren. Jeder hat schließlich das Recht sich selbst zu Grunde zu richten. Primäres Problem des Herrn Lövenich ist aber sein verkürztes Denken. Wenn er den Selbstmord (also auch jenen auf Raten wie das Rauchen) als Option für sich selbst sieht, ist das vollkommen in Ordnung. Aber dass er dadurch anderen Menschen die Inhalation seines Giftmixes zwingend auferlegt, ist dann sicher nicht mehr akzeptabel.

Und in einem mag Herr Lövenich sicher Recht haben: Tabakdrogenkonsum wird es immer geben, eben weil es immer Menschen gibt, die Drogen nehmen müssen. Und die Unterschicht braucht eben auch eine Unterschichtendroge. Nicht jeder kann sich Kokain leisten. Aber es spricht nichts dagegen, Drogenkonsum massiv zu bekämpfen. Und damit eben auch die Tabakdrogen und ihren Konsum zurückzudrängen. Denn Drogen töten. Das gilt besonders für die legale Droge Tabak. Möglicherweise wird Herr Lövenich dieses Faktum auch mal am eigenen Leib verspüren. Dann ist es aber in aller Regel zu spät.

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Raucher, COPD und Verdrängung

Manchmal ist man beim Lesen der Raucherkommentare in den einschlägigen Facebook-Foren einfach fassungslos über die Dummheit, die sich in ihnen manifestiert. Ein schönes Beispiel ist ein Thread mit dem Thema „COPD“. Zuerst jedoch ein paar Worte zu dieser Krankheit: Bei der COPD handelt es sich um eine Lungenkrankheit, die relativ langsam voranschreitet und die mit einem ständigen Verlust von Lungenkapazität einhergeht. Die Patienten können irgendwann nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut abgeben und müssen künstlich mit Sauerstoff versorgt werden. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch chronische Entzündungen und Abbau von Lungengewebe mit Behinderung der Atmung. Daher der Name „Chronic obstructive pulmonary disease“.

Bei der COPD unterscheidet man zwei Krankheitsbilder, die entweder isoliert oder gemeinsam vorliegen:

a) Die chronisch-obstruktive Bronchitis und

b) das Lungenemphysem

COPD ist unheilbar. Die Krankheit führt im Mittel nach 10 bis 15 Jahren zum Tod. Hauptursache für die COPD ist, man ahnt es, das Rauchen von Tabak. So enstand auch der häufig umgangssprachlich verwende Begriff „Raucherlunge“ für die COPD.

„Der Großteil aller COPD-Patienten sind Raucher, ehemalige Raucher oder aber dem Passivrauchen ausgesetzte Menschen. Rauchen führt zu einer hohen Konzentration an freien Sauerstoffradikalen (Superoxide, Wasserstoffperoxid, Hypochlorige Säure) im Atemtrakt – siehe Zigarettenrauch. Des Weiteren werden die körpereigenen Schutzmechanismen gegen das „Selbstverdauen“ der Lunge durch die zahlreichen Inhaltsstoffe des Tabakrauches negativ beeinträchtigt.“ (Quelle)

In der Gruppe „Raucher in Deutschland“ trat unlängst ein Patient auf, der aufgrund jahrelangen Rauchens von COPD betroffen ist und meinte:

Megan Merlin Sind hier COPD-Betroffene? […] Eine neue Gruppe befasst sich intensiver mit dieser Materie: [Link gelöscht] […] Gerade für uns Raucher ist sie interessant..und wie man eben anders „rauchen“ kann, um dieser grausamen Krankheit zu entgehen.
Darufhin schlägt der geballte Unverstand der anwesenden Nikotinfreunde zurück. Und am meisten tun sich hervor unsere Stars aus der rechten Ecke des Tabakistenspektrums:
Ron Blu … sofern die COPD, so vorhanden, denn nun überhaupt im direkten Zusammenhang mit Tabakkonsum steht ! Ich habe beides probiert, Dampfen und Rauchen, und ich bevorzuge doch einfach „the real thing“
DAS ist doch mal eine Aussage. Aber wie soll jemand, der bereits als Hobbyjurist eine denkbar schlechte Firgur abgibt mit den Ursachen von COPD auseinandersetzen? Wenn schon das Benutzen Goolge zur Klärung von Rechtsfragen ein derart krasses Scheitern wie bei Ronald Blumberg hervorbringt (Link), dann wird es bei der Recherche zur Ursache einer  Lungenkrankheit kaum besser aussehen.
Daraufhin versucht es der COPD-Patient nochmal, Herrn Blumberg mit Argumenten zu kommen:
Megan Merlin […] COPD wird die typische RAucherkrankheit sein Ron (kriegt nich jeder..klar…aber wer es bekommt, erwartet ein langsames Ersticken über Jahre…habens selbst erlebt im Familienkreis…vorher kannte ich die Krankheit auch nicht merkwürdigerweise)
Blumberg hält jetzt fortan die Klappe, dafür übernimmt jetzt Petra Olbertz, die erkennbar wesentlich mehr „drauf hat“ als rechte Sprüche:
Petra Olbertz COPD ist noch lange keine typische RAUCHER Krankheit Megan .
Klar, Frau Olbertz hat Recht. Frau Olbertz kennt sich aus:
„80 Prozent der COPD Patienten sind Raucher.“ (Quelle)
„Es wurde nachgewiesen, dass cirka 90 Prozent der COPD-Patienten Raucher oder ehemalige Raucher sind.“ (Quelle)
Aber Frau Olbertz gibt nicht klein bei. Fakten interessieren sie nicht, sie hat den Durchblick auch ohne lästige Faktenchecks:
Petra Olbertz Die sind doch bescheuert , sollen Sie sich mal krank reden da !!!
Stimmt. Petra Olbertz hat definitiv ein vertieftes F(l)achwissen über Krankheiten und ihre Entstehung. Sie weiß: Lungenkrankheiten kommen vom Reden und nicht vom Rauchen. Und schon geht es weiter mit dem geballten Unsinn der Dame aus Düsseldorf:
Petra Olbertz stimmt Heiko ,weil im Liquid Stoffe drin sind wie auch beim Asthma spray .
Aha. Frau Olbertz ist offenbar in Medizin promoviert. Man fasst sich nur an Kopf, was die Dame da über den Sender lässt. Und damit beenden wir dann die heutige Sendung: „Wenn Raucher Blödsinn erzählen, weil man als Raucher eben die Wahrheit verdrängen können muss.“ Denn soviel geballter Stuss wie ihn Olbertz und Blumberg da verzapfen geht wirklich auf keine Kuhhaut.
BANG!

BANG!

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Dumm, dümmer, nikotinsüchtig

Manchmal liest man auf den Kanälen der einschlägigen Hardcoreraucher Dinge, von denen hätte man nicht gedacht, dass es sie gibt. Einfach weil sie so unsagbar dumm sind. Heute mal wieder ein Beispiel aus dem facebook-Kanal „Netzwerk Rauchen“ administriert von Jürgen Vollmer aus Marburg:

Lungenbild als Verdummungswerkzeug auf "Netzwerk Rauchen"

Lungenbild als Verdummungswerkzeug auf „Netzwerk Rauchen“

Der Urheber dieses wirklich dummen Versuches, eine tödliche Lungenkrankheit zu verharmlosen, geht dabei davon aus, dass eine Raucherlunge genau so aussieht wie eine Nichtraucherlunge. Vom dubiosen „Netzwerk Rauchen“ wird derlei ja immer wieder propagiert. Das Gegenteil lässt sich leicht beweisen. In diesem Video sieht man eine Lungenkrebsoperation am geöffneten Brustkorb (ab Minute 22:15). Die Lunge, die dort zum Vorschein kommt, ist nicht hautfarben sondern schwarz und grün (von den Rußablagerungen und von den Entzündungen in dem kaputten Gewebe). Der Besitzer war jahrzehntelang Raucher. Er hat eine Restlebenszeit von nur wenigen Jahren.

Weiterhin ist die Behauptung, dass 80% der Lungenkrebspatienten Nichtraucher seien, kompletter Schwachsinn, den nur eingefleischte Extremsüchtige glauben werden. Die wissenschaftliche Erkenntnislage ist eine andere, aber bei „Netzwerk Rauchen“ & Co. will man davon nichts wissen.

Ungefähr 85-90% aller Lungenkrebsfälle werden durch Tabakrauch verursacht. Der Rauch von Zigaretten enthält mindestens 40 krebserregende Stoffe. Besonders die Dauer des Rauchens und der Zeitpunkt des Rauchbeginns beeinflussen das Lungenkrebsrisiko.

(Quelle)

Ganz abgesehen davon, dass ein Lugnentumor nicht aus schwarzem sondern aus weißem Gewebe besteht.

Na ja, es sind eben Hardcoreraucher (und das nicht nur auf „Netzwerk Rauchen“!), die so was schreiben UND glauben. Denen ist in aller Regel nicht mehr zu helfen.

Edit: Nein, sie kapieren es wirklich nicht. Ronald Blumberg aus Radevormwald, der uns unlängst durch einen „Rauchgegner=Ratten“-Vergleich unangenehm auffiel, mein dazu:

Ron Blu 80 % der Fälle von Lungenkrebs sind also Nichtraucher ! Und bis zu 25 % der Lungentransplantate stammen mittlerweile von Rauchern … (Quelle)

Ohne Worte.

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