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Rechenkünste von Nikotinikern (Ein Gastbeitrag von Destruxol)

Es ist eine nette urbane Legende, dass eine Zigarette das Leben um 7, 8 oder 11 Minuten verkürzt. Aufgekommen ist diese Legende, als man versuchte die statistisch erfassbare Lebensverkürzung von Rauchern auf eine anschauliche Zahl herunterzubrechen. Der Erfolg hält sich allerdings in Grenzen. Zwar kennt jeder Raucher heutzutage diesen Spruch, aber die erhoffte abschreckende Wirkung hat sich noch nicht eingestellt. Vielmehr machen die Raucher gerne mal ein Witzchen damit, z. B. im Netzwerk Rauchen:

Rechenkünste von Nikotinikern

Rechenkünste von Nikotinikern

Oliver behauptet also, dass er durch seinen Hamburger- und Zigarettenkonsum bereits im Jahre 1813 gestorben sein müsste und damit 165 Jahre vor seinem Geburtstag im Jahre 1978. Das findet er wohl witzig. Ich finde es dagegen witzig einmal nachzurechnen, wie viele Zigaretten und Hamburger der Oliver pro Tag konsumieren muss, damit er auf diese Zahl kommt.

Um den Rechenweg nachzuvollziehen, beginnen wir mit einer vereinfachten Aufgabe. Oliver ist laut seinem Facebookprofil im Jahre 1978 geboren und heute 36 Jahre alt. Nehmen wir an, dass er seit seinem 18. Lebensjahr täglich 20 Zigaretten und 3 Hamburger konsumiert, also ein klassisches Unterschichtsmenü. Laut Lebenserwartung.info beträgt die Lebenserwartung für Oliver ca. 69 Jahre, womit sein Tod statistisch gesehen im Jahre 2047 eintreten müsste.

In den letzten 18 Jahren hat Oliver nach unserer Annahme 131.400 Zigaretten und 19.710 Hamburger konsumiert und sein Leben damit bereits um 1.097.190 Minuten oder ca. 762 Tage verkürzt. Das sind etwas mehr als 2 Jahre. Würde Oliver jetzt den Konsum beibehalten, dann würde er laut dem Sprichwort jedes weitere Jahr 60.955 Minuten bzw. ca. 42 Tage verlieren. Um den daraus resultierenden Todeszeitpunkt zu errechnen benötigen wir folgende Formel:

2015 + X = 2045 – X * 0,116

X sind dabei die bislang unbekannte Anzahl an Jahren, die dem Oliver noch auf dieser Erde verbleiben und 0,116 die jährliche Lebensverkürzung in Jahren gerechnet. Lösen wir die Gleichung nun nach X auf:

2015 + X = 2045 – X * 0,116 | – 2015
X = 30 – X * 0,116 | + X * 0,116
X + X * 0,116 = 30
1,116 * X = 30 | / 1,116
X = 26,882

Damit würde Oliver der Tod im Jahre 2041 im Alter von 63 ereilen. D. h. er hat nach 45 Jahren ungesunden Konsums gerade einmal 5 bis 6 Jahre seiner Lebenserwartung verloren. Um jetzt auf die 234 Jahren verlorenen Jahre aus dem Spruchbildchen zu kommen, müsste er also deutlich mehr als 20 Zigaretten und 3 Hamburger konsumieren.

Für die Berechnung der theoretischen Konsummenge gehen wir wieder davon aus, dass der Oliver zum Zeitpunkt seines Beitrages bereits 18 Jahre lang eine unbekannte Anzahl an Zigaretten und Hamburgern konsumiert hat. Wir gehen außerdem davon aus, dass Zigaretten und Hamburger im Verhältnis 20 : 3 konsumiert werden.

Zwischen der statistischen Lebenserwartung und dem „errechneten“ Todeszeitpunkt liegen 234 Jahre bzw. 85.410 Tage oder 122.990.400 Minuten. Bei 20 Zigaretten und 3 Hamburgern am Tage würde das Leben bei 18 Jahren Konsum um 1.097.190 Minuten verkürzt werden. Durch eine einfache Division kommen wir nun auf den Faktor 112, mit dem wir unseren ursprünglichen Konsum multiplizieren müssen.

Damit wären wir dann bei 2.240 Zigaretten und 336 Hamburgern pro Tag!

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Eva Peter-Culik aus Wien – „No sports! No reading! No understanding!“

Eva Peter-Culik aus Wien macht sich nichts aus Fitness (Beweis). Sie raucht lieber und schreibt bei facebook. Dies hat den Vorteil, dass man sich nicht so anstrengen muss. Insofern kommt ihr ein Posting eines anderen Hardcorerauchers im facebook-Kanal von „Netzwerk Rauchen“ sehr gelegen (Quelle):

Eva Peter-Culik joggt nicht gerne

Eva Peter-Culik joggt nicht gerne

Eingestellt wird der Beitrag von einem „David Atherton„, übertitelt mit „Study: Jogging is bad for your health.„. Dieser facebook-Autor scheint einen, gelinde gesagt, erheblichen Dachschaden zu haben. Sieht man nämlich sich seinen Account bei facebook an (Link s. o.!), findet man ein „Like“ zu einer Seite auf der Personen verunglimpft werden. Dies ist in den Kreisen der oftmals sittlich erheblich verrohten Hardcoraucher nun nicht gerade ungewöhnlich, gehören doch Herabwürdigungen zum Handwerkszeug der Extremabhängigen (Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3, Beispiel 4).

Besonders geschmacklos ist dies jedoch, da David Atherton auf eine Seite verlinkt, welche den Namen „Old mate Bryan“ („Alter Kumpel Bryan“) trägt. Diese Seite verunglimpft einen Menschen namens „Bryan Curtis„, welcher im Alter von nur 34 jahren nach 20 Jahren Rauchen an Lungenkrebs verstarb.

Gehen wir zurück zu Eva Peter-Culik aus Wien. David Atherton übertitelte sein überaus dummes Posting mit „Study: Jogging is bad for your health„. In dem verlinkten Artikel eines etwas durchgeknallten Blogs („breitbart.com“) aus Großbritannien wird dann höhnisch erklärt, dass Joggen der Gesundheit nicht besonders zuträglich sei. Der „Erfinder“ der Joggingbewegung sei mit 52 beim Joggen gestorben (nachderm er in früheren Zeiten erhebliches Übergewicht hatte und 2 Packungen Zigarettten am Tag konsumierte) etc. etc. Man kan sich denken, aus welcher Ecke derartige Einlassungen stammen. Frau Peter-Culik gefällt so etwas jedenfalls. Tenor „Joggen tötet. Rauchen und Übergewicht tun das nicht„. Dies dürfte Frau Peter-Culik aus der Seele gesprochen sein.

Allerdings hat Frau Peter-Culik, wie man fast erwarten kann, nicht den etwas komplexeren Text zu der Studie auf einer britischen Webseite zum Thema Gesundheit gelesen. Warum auch? Man müsste sich ja möglicherweise mit Inhalten konfrontieren, die nicht in das eigene Weltbild der Hardcoreraucherin passen, was sich jeder Nikotinist im Laufe seines nicht ganz so langen Lebens  so zusammenzimmert. In diesem Artikel steht nämlich etwas differenzierter zu lesen:

Too Much Running Tied to Shorter Life Span

TUESDAY, April 1 (HealthDay News) — Running regularly has long been linked to a host of health benefits, including weight control, stress reduction, better blood pressure and cholesterol.

However, recent research suggests there may a point of diminishing returns with running.

A number of studies have suggested that a „moderate“ running regimen — a total of two to three hours per week, according to one expert — appears best for longevity, refuting the typical „more is better“ mantra for physical activity.

The researchers behind the newest study on the issue say people who get either no exercise or high-mileage runners both tend to have shorter lifespans than moderate runners. But the reasons why remain unclear, they added.

(Quelle)

Schon alleine die Überschrift mit dem Text „Too much running…“ lässt aufhorchen. Der nicht vollständig hirntote Leser sieht, dass es so einfach nun auch nicht sein kann, wie bei Hardcoresmokern beschrieben. In dem rot markierten Text steht der Sachverhalt dann nämlich etwas anders beschrieben: „Die Forscher, welche diese neueste Studie herausgegeben haben, sagen, dass jene Menschen, die entweder gar kein Laufpensum absolvieren ebenso wie jene, die sehr viel laufen, eine kürzere Lebenserwartung haben.“ Und darüber steht weiter zu lesen, dass es eine Anzahl von Studien gibt, die herausfanden, dass ein moderates Laufpensum der beste Weg sei, etwas für seine Lebenserwartung zu tun.

Aber anstatt den Text im Original zu lesen hat sich die wohlproportionierte Dame aus Wien eben einfach mit der verfälschenden Überschrift in den facebook-Posting zufrieden gegeben. Das passt auch. Denn Lesen ist, wie Joggen, anstrengend. Und das mögen „Genussfreunde“ nicht so. Wie man an Frau Peter-Culik sehr gut sehen kann. Stattdessen kommt der Dame ein hoch differenziertes „HAHAHAHAHH AAAAAAAAAA“ über den Sender. Das ist aber auch immerhin etwas.

(Liebe Eva, ich weiß, dieser Artikel ist nicht nett. Schickst Du nun wieder eine Beschwerde an meine Schulleitung?)

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