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Ronald Blumberg – Neuer Qualmblödsinn aus Radevormwald

Ronald Blumberg aus Radevormwald gehört, das wissen Sie als regelmäßige Leser meines Blogs, nicht gerade zu den knusprigsten Chips in der Tüte. Die grandios hirnrissigen Einlassungen, die der Mann in den letzten Jahren ins Internet gestellt hat, füllen ganze Seiten meines Blogs. Jetzt hat der Kampfraucher, der sich auch schon mal als Verfassungsrechtler profilieren wollte und mit den „Helmut-Partys“ einen der derbsten Lacherfolge der letzten Jahre in der Diskussion um den Nichtraucherschutz ablieferte, neuerlich zugeschlagen:

Ronald Blumberg - Der Kampfraucher aus Radevormwald kennt die wahren Ursachen des Lungenkrebs

Ronald Blumberg – Der Kampfraucher aus Radevormwald kennt die wahren Ursachen des Lungenkrebs

Was hat der Mann, der sich auf facebook als Zigaretten rauchendes Schwein darstellt, denn da nun wieder ausgegraben?

Die Antwort kurz und knapp: Eine Studie hat herausgefunden, dass wer regelmäßig zu viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, sein Lungenkrebsrisiko steigert.

Jetzt ist Blumberg, wie bereits geschildert, nicht die allerhellste Kerze auf der Torte. Denn beim Lesen der Studienergebnisse sowohl auf dem verlinkten Artikel als auch im Abstract, hätte ihm folgendes auffallen können: Die angebliche Risikosteigerung am Bronchialkarzinom zu erkranken um 50% (und nicht AUF 50%!) betrifft zwar vor allem Nichtraucher. Die haben aber von allen Menschen grundsätzlich erst einmal das niedrigste Lebenszeitrisiko für Lungenkrebs. Dieses liegt im Mittel bei 0,5-1%, also 1 bis 2 von ca. 200 Personen. Durch eine Risikosteigerung von 50% (wohlgemerkt bei der Langzeitaufnahme von vielen Lebensmitteln mit hohem glykemischen Index!) steigt das Risiko dann im Laufe seines Lebens einen Lungenkrebs als Nichtraucher zu entwickeln auf 0,75% an. Also auf 1,5 bis 3 von 200 Personen.

Diese nichtauchenden aber fehlernährten Pesonen leiden dann oft bedingt durch die Fehlernährung, unter starkem Übergewicht. So sind die Erkenntnisse nicht neu, weiß man doch seit vielen Jahren, dass Adipositas ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen darstellt. Dass dies nun auf den LK erweitert wurde, überrascht nicht wirklich.

Raucher hingegen haben bereits durch ihren Tabakkonsum ein Lebenzeitrisiko zwischen 10 und 20% an Lungenkrebs zu erkranken. D.h. jeder 5. bis 10. Raucher wird am Bronchuskarzinom sterben. Ihr relatives Risiko steigt aber durch einen hohen glykämischen Index der bevorzugten Nahrungsmittel laut der Studie „nur“ um 31% an. Was zuerst als eine Entwarnung gelten mag, ist aber bei näherer Betrachtung kein wirklicher Nutzen, denn das Grundrisiko der Raucher für Lungenkrebs ist bereits alleine durch das Rauchen sehr hoch. Ein wenn auch geringerer Risikoaufschlag bleibt allerdings immer eine Risikoerhöhung.

Wenn man also die Begriffe „absolutes Risiko“ und „relatives Risiko“ nicht sauber voneinander trennen kann, kommt  man leicht auf Abwege. Dass Blumberg diese Sachverhalte nicht mal ansatzweise versteht, beweist sein Kommentar unter dem Artikel:

Ron Blum Das hätte M. P-L wohl nicht gedacht …
(Quelle)

(Hinweis: Mit „M. P-L“ meint Blumberg Martina Pötschke-Langer vom dkfz, seine Erzfeindin)

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Tabakkonsum, Lungenkrebs und Rauchergeschwätz

In meinem gestrigen Artikel habe ich gezeigt, welche statistisch fragwürdigen Klimmzüge ein Herr Romano Grieshaber machen muss, um „zu beweisen“, dass Rauchen und Lungenkrebs nichts oder zumindest nur wenig miteinander zu tun haben. Wenn man diesen Aufwand nicht treiben will sondern ganz einfach bei den Fakten bleiben möchte, tut man folgendes: Man stellt den Zigarettenkonsum (pro Kopf-Konsum) über mehrere Jahrzehnte der Anzahl der Lungenkrebsneuerkrankungen gegenüber:

Raucherquoten -> Lungenkrebserkrankungen

Tabakkonsum -> Lungenkrebserkrankungen (Quelle cancer.org)

Man erkennt sehr gut, wie die Lungenkrebsrate dem Zigarettenkonsum recht präzise mit einer Phasenverschiebung von ca. 35a hinterhereilt. Wir erinnern uns: Lungenkrebs hat eine Latenzzeit von 30 bis 40 Jahren zwischen Rauchbeginn und Erstdiagnose der Krankheit.

Damit ist übrigens auch der Unsinn widerlegt, den man manchmal aus Kreisen militanter Raucher hört und der in etwa lautet: „Wie kann es sein, dass die Lungenkrebsrate steigt, wenn die Zahl der Raucher sinkt?“. Den Begriff „Latenzzeit“ wollen diese Herrschaften aber bitte selbst ergooglen.

Durch die beiden korrespondierenden Kurven ist übrigens noch nicht bewiesen, dass Rauchen tatsächlich Lungenkrebs auslöst. Es ist aber aufgzeiegt, dass Rauchen und Lungenkrebs in einem bestimmten Verhältnis stehen. Und das würde mir als Raucher reichen, damit aufzuhören. Wobei dieses Aufhören wiederum eine Frage der individuellen Intelliegnz ist.

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